Michael Egartner (Liesing) - Osttirol Online


Michael Egartner (Liesing)

Eingestellt am 07.04.2017

Der 43-jährige Michael Egartner hat ein Herz für Tradition. Zu Ostern zählt er nämlich zu den „Förderern“ des „Brez´n trog´n“ - ein Brauch, den es nur im Lesachtal gibt. Er betreibt mit Ehefrau Sandra „Das kleine Berghotel“ in Klebas/Liesing, sie haben drei Kinder namens Christoph, Veronika und Clara.

 

OVT: Herr Egartner, das „Brez´n trog´n“ drei Wochen vor Ostern und der so genannte „Brez`n Samstag“ - was hat es damit auf sich?

Michael Egartner: Ich finde es einen ausgesprochen schönen Brauch und es sind heute wieder vermehrt auch die ganz jungen „Bergbauernbuam“ am „Brez´n Samstag“ unterwegs. So lebt diese Art des Liebesbeweises bei uns im Lesachtal weiter. Und ehrlich gesagt, wir Buab´n gfrein uns jo, wenn wir unsere „Gitsch´n“ in dieser Form beglücken können.

Wie läuft dieser Brauch nun mit den Brez`n vor und zu den Oster-Feiertagen ab?

Wir „Buab´n“ besorgen uns im örtlichen Geschäft oder beim „Bäck“ die Brez´n und binden sie mit einem roten Band zu einem Bund – je nach „Verliebtheit“ vier Stück mehr oder weniger und/oder mit Schokoladenbrezen versehen. Am besagten Brez´n-Samstag geht man dann zu seiner/seinen Angebeteten oder wie wir Lesachtaler sagen zu den „Gitsch´n“, die man gerne sieht und hängt den Bund Brez´n an die Türschnalle. In besten Fall so, dass man nicht gesehen wird – es soll ja geheim bleiben. Da geht man schon in der Dunkelheit oder ganz früh morgens. Früher - und teilweise noch heute - war es keine Seltenheit, dass es schon mal 200 Brez´n und mehr waren, die man an diesem Tag ausgetragen hat. Am Karsamstag kommen die Burschen dann wieder, um das „Nest´l“ zu holen. Die Liebste muss nämlich im Gegenzug an diesem Tag für jede normale Breze ein Osterei und für Schokobreze zwei Ostereier in ein Osternest geben. Erst an diesem Tag erfährt die „geliebte Gitsche“, wer bei ihr Brez´n getragen hat. Je mehr Brez´n desto be- bzw. geliebter - logisch.

Rivalitäten sind wohl unausweichlich?

Dass es dadurch auch eine gewisse Rivalität bei den „Buab´n“ gibt, ist unvermeidbar. Hier haben sich schon einige lustige Episoden ereignet. Zum Beispiel, dass man während des Austragens den Rest der Brez´n im Auto gelassen hat und diese dann gestohlen wurden. SchnJa, ja in dieser Brez´n-Nacht ist man halt nicht alleine unterwegs…

Warum gibt es diesen Brauch eigentlich nur im Lesachtal?

Meines Wissens nach wurde er nach der Kriegszeit von irgendwo anders her ins Lesachtal gebracht. Es war, so denke ich, damals wie heute eine nette Art, seiner „Gitsche“ als Liebesbeweis zu erbringen und „Danke“ zu sagen.

Welchen Wunschtraum möchten Sie sich noch erfüllen?

I bleib so wia i bin! Ohne große Träume und Wünsche. Das eine oder andere Materielle erfüllt man sich selber, aber noch schöner ist es für mich, wenn ich andere glücklich machen kann.

Und wie gefällt Ihnen der Oberkärntner Volltreffer?

Ich freue mich immer wieder, wenn er mit der Post kommt und dann fang ich auch schon an zu lesen. Ein sehr gutes Regionalmedium – macht weiter so!


Sternzeichen: Widder

Beruf: Gastronom & „Osterbrauch-Unterstützer“

Lieblings-tier: Kakadu

Lebensmotto: Schön, das i so sein darf wia i bin!

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