Matej Dzido (Spittal) - Osttirol Online


Matej Dzido (Spittal)

03.09.2021

Corona „digitalisiert“ die Musikbranche immer mehr

Matej Dzido (27) ist seit 2015 Leiter des Ensembles „Lyeson“, seit 2016 Kapellmeister der Stadtkapelle Spittal und im Vorjahr schloss er auch sein Klavierstudium mit dem Master of Arts ab. Die Auswirkungen der Pandemie auf die Musikbranche ließen auch den Spittaler neue musikalische Wege gehen. Seit zwei Monaten gibt er Klavierunterricht – online.  

OVT: Herr Dzido, bleibt Musikern in Corona-Zeiten letztlich gar nichts anderes über als neue Quellen anzuzapfen?

Matej Dzido: Man war definitiv gefordert umzudenken, neuzudenken und vielleicht auch mal gewohnte Situationen und Prozesse kritisch zu beleuchten, zu hinterfragen und Alternativen anzupeilen. Auf YouTube kann man zum Beispiel noch unser Live Stream-Konzert mit der Gruppe „Gschrems“ und Daniel Semmelrock nachhören, das wir im März in Kooperation mit „Five Elements-Film“ in den Gaborhallen gespielt haben. Streaming-Angebote sind eine gute Möglichkeit online mehr Reichweite zu generieren, seine treuen Fans und Follower am Laufenden zu halten und ihnen auf neuen Wegen einen schönen Abend zu bieten. Gleichzeitig sollte man dabei aber den wirtschaftlichen Aspekt und die kulturelle Nachhaltigkeit kritisch hinterfragen.

 

Wird Digitalisierung generell in der Musikwelt zur Nr.1 werden?

Die Digitalisierung wird in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein. Dennoch glaube und hoffe ich, dass die Mischung aus Digitalität und analoger Welt zukünftig wird in Kombination geführt werden können. Das Live-Erlebnis macht schlussendlich ja einen Konzertbesuch aus.

 

Sie unterrichten jetzt Klavier online – wie geht das vor sich?

Ich betreibe seit zwei Monaten die erste online Akademie für Piano in Österreich. „Pianofly“ heißt die dafür eingerichtete Lernplattform, die sich an Musikschüler, Erwachsene und Einsteiger, die sich endlich ihren Kindheitstraum vom Klavier spielen lernen erfüllen wollen, richtet. Man benötigt dazu lediglich ein Tablet, Smartphone oder einen Laptop und ein Tasteninstrument. Dabei ist man flexibel und ortsunabhängig. Langsame und einfache, aufeinander aufbauende Erklärungen animieren zum Weitermachen. Die Schüler merken schnell die Erfolge. Die „Pianofly“-Methode habe ich während meiner zehnjährigen Unterrichtszeit und meinem Klavierstudium mit Schwerpunkt auf Pädagogik selbst entwickelt. Zuerst fängt man mit der richtigen Körperhaltung, den ersten gemeinsamen Tönen am Klavier, bis hin zu Noten lesen, Rhythmus klopfen, vom Blatt spielen und einfachen Grundzügen der Musiktheorie an. Nach wenigen Monaten ist man gewappnet für das „Song-Paket“, wo man Stücke wie „Fluch der Karibik“ oder Beethovens „Für Elise“, etc. zu spielen lernt.

 

Sie arbeiten aktuell aber auch an ihrem neuen Konzert (Solo) Programm „Black and White Keys Go Latin?“ für die Bühne?

Ja, genau. Als Coach habe ich natürlich eine große Verantwortung und möchte als Vorbild agieren. Meine Leidenschaft zur lateinamerikanischen Musik begleitet mich schon seit Teenager-Zeiten. Die feurigen Rhythmen, die zum Tanzen animieren, die Seele baumeln lassen und Lebensfreude versprühen, gepaart mit bekannten Melodien aus der virtuosen Klassik-Welt, bieten mir jeden Tag aufs Neue weitere Möglichkeiten zu experimentieren, mich zu finden, weiterzuentwickeln. Wenn man dann die erfreuten Herzen der ZuhörerInnen sieht, das Lächeln und den Applaus spürt und hört, dann ist das etwas Unbeschreibliches. Aktuell befinde ich mich viel im Studio, wo das neue Programm seine Formen annimmt. Die ersten Eindrücke kann man sich bereits auf YouTube unter „Matej Dzido Music“ verschaffen.

 

Apropos unvergessliche Erinnerungen: In einem früheren „OVT“-Interview sagten Sie, dass Sie gerne eine Weltreise mit ihrer Freundin Laura machen wollen.

Die Welt gemeinsam zu umsegeln, oder für den Anfang zumindest in meiner ursprünglichen Heimat Kroatien, eine mehrtägige Küstenreise zu machen, ist nach wie vor mein großer Wunsch. Im September beginne ich mit dem Küstenpatent und so komme ich dem wieder einen Schritt näher.

 

Und was fällt Ihnen zum „Oberkärntner Volltreffer“ abschließend ein?

Sehr abwechslungsreich, bunt gestaltet und bezieht auch die LeserInnen ein.

 

Kurz gefragt:

Beruf: Pianist, Komponist und Kapellmeister

Sternzeichen: Fisch

Ich lese gerne: Biografien über erfolgreiche Musiker und Musikerinnen aus der Geschichte

Lieblingsgetränk: Cuba Libre

Lieblingstier: Pferd

Nie außer Haus ohne…  meinem Ideen Block für neue Melodien


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