Julia Plozner (Vorderberg)


Julia Plozner (Vorderberg)

18.12.2020

Sie vermittelt Freude am Singen

Julia Plozner (39) ist seit 20 Jahren Chorleiterin des Frauenchor Vorderberg. Jenes Chors, der im Advent letzten Jahres noch im Wiener Stephansdom und im Wiener Rathaus Konzerte gegeben hat. Aber er leidet, wie viele andere, heuer natürlich unter „Auftrittsmangel“. Julia Plozner lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Vorderberg (Gemeinde St. Stefan/Gail).

OVT: Frau Plozner, welchen Wunsch hätten Sie heuer ans Christkind?

Julia Plozner: Ich wünsche mir wieder etwas Normalität, damit Kunst und Kultur wieder gelebt werden kann. Singen ist Balsam für die Seele und wirkt wohltuend auf Körper und Geist. Deshalb wäre mein Wunsch möglichst bald wieder mit meinen Damen singen zu können.

 

Hätte der Frauenchor Vorderberg im Advent oder zu Weihnachten Auftritte gehabt?

Fixer Bestandteil eines Chorjahres ist auch die Weihnachtsliteratur, die sowohl den Chor als auch die Konzertbesucher in eine besinnliche Stimmung bringt. Heuer hätte dies am 3. Adventwochenende stattgefunden.

 

Die Chöre sind aufgrund der gegebenen Situation mit Absagen konfrontiert. Gibt`s „Hoffnungsschimmer“?

Natürlich hat sich die Situation durch Cororna massiv auch auf Gesangsvereine ausgewirkt. Unser Chorwesen lebt von Vielfalt und Tradition, welche wir im Jahr 2020 nur sehr eingeschränkt ausführen konnten. Ein Chor lebt von der Gemeinschaft, nach der sich alle Sängerinnen und Sänger sehnen.

 

Wie kompliziert sind Proben momentan? Bei 35 Sängerinnen braucht`s wohl größere Räume wegen des Mindestabstands! Verändert sich dadurch auch der Klangkörper?

Die ersten Proben im September unter allen vorgegebenen Maßnahmen waren überraschender Weise sehr gut. Die Motivation aller enorm hoch! Im Kultur- und Gemeindezentrum St. Stefan konnten wir uns im großen Saal gut arrangieren. An die anfänglich vielleicht etwas ungewöhnliche Klangsituation konnten wir uns sehr schnell einstellen und gewöhnen.

 

Wie überbrückt man diese Zeit Chor-intern?

Wir halten Kontakt über WhatsApp und Telefonate. Senden uns Videobotschaften, Bilder und ermutigende Texte, um so die Kommunikation aufrecht zu erhalten.

 

Welche Eckdaten wären Ihnen für den Frauenchor Vorderberg wichtig?

Der Frauenchor Vorderberg entstand im Jahr 2001 und wurde von 18 Frauen unter meiner Leitung, als damals 19-jährige Musikstudentin, gegründet. Durch den „frischen Wind“ und einer auch neueren, erweiterten Liedauswahl aus anderen Stilrichtungen wurde der Chor attraktiv, und ist sehr schnell auf inzwischen 35 aktive Sängerinnen aller Altersstufen angewachsen. Er hat unter meiner Leitung und der Obfrau Beatrice Zwick eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht und ein beachtliches Niveau mit breitem, vielfältigem Repertoire erreicht. Neben den üblichen örtlichen Gesangsereignissen und Darbietungen wie dem Singen bei Festen und Messen, erarbeitet der Chor alljährlich ein abendfüllendes Konzert mit zum Teil anspruchsvoller, immer neuer und sehr abwechslungsreicher Literatur – vom alpenländischen Lied über Opernarien, English und Africa-Songs bis hin zum geistlichen Lied, sodass für alle etwas dabei ist.

 

Auch Gastmusiker sind bei den Konzerten gern gesehen!

Ja. Eine große Bereicherung bei diesen Jahreskonzerten sind jeweils Gast-Instrumentalisten, fast ausschließlich Berufsmusiker, die immer wieder gern mit dem Frauenchor Vorderberg zusammenarbeiten. Da sie kompetent, versiert und musizierfreudig sind, ist es eine Lust, in ihrer Begleitung zu singen.

Ein besonderes Erlebnis sowohl für die Sängerinnen als auch für die Zuhörer ist der Gesang in unterschiedlichen Kleingruppen. Dabei erklingen wenige klare, behutsam geübte Naturstimmen entsprechend ihrer jeweils eigenen Tonfärbung und Ausdruckskraft, zum Liedcharakter passend sodass sie sich voll entfalten und in ihrer eigenen, einmaligen Schönheit zur Geltung kommen können. Auch fließen rhythmisch tänzerische Bewegungselemente mit ein. So können Musik, Gesang, Rhythmus und Bewegung zur lustvollen Einheit verschmelzen. Die Konzerte des Frauenchores Vorderberg sind somit überraschend, interessant und vielfältig, jeweils mit neuer, breitgefächerter Liedliteratur.

 

Was waren Ihre Highlights und welche Ihre künftigen Ziele?

Zu Ersteren zählen Konzerte auf der Burgarena Finkenstein, fünf CD-Aufnahmen, „Jazz Mass“, Konzerte in Italien und Chorreisen nach Graz, Wien, Tirol, Südtirol, Prag, Riga in Lettland. Und ein Ziel ist die Erarbeitung eines neuen Konzertprogramms für unser 20-jähriges Jubiläum.

 

 

Kurz gefragt:

Beruf: Chorleiterin, Lehrerin und Leiterin der Musikschule Dreiländereck

Sternzeichen: Jungfrau

Ich schaue gern (TV, Film): Columbo

Lieblingsgericht: Moussaka

Lieblingstier: Goldfisch

Lebensmotto: Carpe Diem

 


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