Johann Pichler


Johann Pichler

14.09.2012

OVT: Herr Pichler, was muss ein Bergführer für seine Tätigkeit mitbringen?
Johann Pichler: Er muss eine „g‘sunde Natur“ und natürlich die Liebe zum Berg als Grundvoraussetzung haben. Ich legte meine staat-lichen Prüfungen im Jahre 1955 ab, wurde ab 1958 zum so genannten Voll-Bergführer. Ich habe den Beruf aber stets als Nebenberuf an den Wochenenden zu meinem Hauptberuf des Gemeinde-Angestellten und Landwirts ausgeübt.

Was ist Ihr oberstes Anliegen an die Berg-Touristen?
Das Schuhwerk ist am allerwichtigsten, das heißt keine Sportschuhe, gar Sandalen etc. – ganz einfach einen richtigen Bergschuh, der einem einen festen Halt gibt. Darüber hinaus braucht es aber auch die nötige Ausrüstung, um auf eventuelle schnelle Wetterumbrüche reagieren zu können, sprich wetterfeste Bekleidung oder einen Biwak-Sack. Ein solcher wiegt heute ohnehin nicht mal mehr einen Kilo!

Welcher Berg bleibt Ihnen neben ihrem Hausberg, dem Großglockner, noch in bester Erinnerung?
Da möchte ich nun das Matterhorn in der Schweiz nennen, weil dieser Berg nach wie vor aufgrund seines morschen Gesteins sehr gefährlich ist, sogar bei einem „Normal-Aufstieg“. Amüsant hingegen empfand ich bei meinen Besuchen dort aber immer wieder unsere Schweizer Bergführer-Berufskollegen. Denn im Vergleich zu uns doch „g‘raden“ Österreichern traten die gerne so richtig als „Herren“ auf. Er schmunzelt    

Sie wurden ja auch zu Bergrettungs-Einsätzen gerufen, wie ließ sich das mit Ihren hauptberuflichen Tätigkeiten kombinieren?
Es hat sich mit meinem Job immer bestens vereinbaren lassen, bei Bergrettungs-Ein-sätzen gab es keine Probleme mit prompten Freistellungen. Und dabei darf man auch nicht vergessen: Ich bin ja das älteste passive Mitglied der FF Heiligenblut, und auch dort gab es in all den Jahren viele Einsätze und Abberufungen zum Ernstfall.

In ihren Pensionsjahren bestimmen nun andere Leidenschaften den Alltag?
Heute schaue ich mir den Berg nur mehr- mit meinem -„Gucker“ von meinem Balkon aus an. Eine Leidenschaft gilt dem Traktorfahren, besonders dafür, in den Wald zu fahren und Bruchholz zu holen, das jedes Jahr anfällt. Und so manche Runde dreh‘ ich gern noch zusätzlich, denn man muss ja auch schau‘n was im Ort so los ist! Er lacht

Wie gefällt Ihnen der Oberkärntner Volltreffer?  
Ich sag es ehrlich, ich bin eigentlich ein Tageszeitung-Leser. Es kann aber durchaus passieren, dass mir beim Frühstück  plötzlich der „Oberkärntner Volltreffer“ zwischen meine Hände gerät!


Sternzeichen: Waage

Beruf: Bergführer, Gemeinde-Angestellter und Landwirt i. R.

Lebensmotto: Wer arbeitet, wird kaum krank

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