Jochen Meyer (Trebesing) - Osttirol Online


Jochen Meyer (Trebesing)

Eingestellt am 13.09.2019

Zum Jubiläum ein Comicfestival

Jochen Meyer (55) zeichnet seit seiner Jugend Comics und Cartoons und Anfang der 90er Jahre entwarf er Figuren für eine Zeichentrickfilmfirma. Ab 2009 drängte es den christlichen Zeichner alias „MirRoy“ immer mehr sich auch künstlerisch mit der Bibel zu befassen. Vergangenen Herbst rief er den „Oberkärntner Comiczeichner Treff“ ins Leben, der seither jeden letzten Donnerstag im Monat im Café Moser in Spittal stattfindet. Zu dessen einjährigen Jubiläum findet nun vom 23. September bis 4. Oktober das erste Comicfestival, die „Ö-Süd Comicartoon“ im Spittaler Parkschlössl statt. Jochen Meyer lebt mit Ehefrau Anna am Altersberg in der Gemeinde Trebesing, sie haben zwei Kinder.

OVT: Herr Meyer, wie blicken Sie auf vergangene „Stammtische“ zurück?

Jochen Meyer: Es gibt ihn jetzt seit einem Jahr und er ist quicklebendig! Am Anfang war mir nicht klar, wer sich da angesprochen fühlt und kommt und welche Wünsche es da gibt, welche Richtung wir einschlagen wollen. Inzwischen hatten wir eine öffentliche Comiclesung, eine spontane „Mini Post-it Ausstellung“ und gründen nun das erste Kärntner Comicfestival. Ich finde das Tempo und die Herausforderungen beachtlich. So bleibt man nicht stehen und ist stets motiviert etwas zu tun und nach dem Festival wird vor dem Festival sein. Wir denken, dass wir mit unseren Aktionen gerade mal die unterste Sprosse der Leiter erklommen haben – da ist noch viel Luft nach oben, zumal wir ja den Cartoons, Karikaturen, Illustrationen, den  Poetry Slam, die Lesebühne, Street Art, Animation und Video mit einbeziehen.

Was wünschen Sie sich für künftige Treffs?

Wir sind immer noch ein kleines, vielschichtig originelles Grüppchen und heißen jeden herzlich willkommen, der sich mit uns entwickeln und die grafischen – vor allem komischen, unorthodoxen – Künste hier in Kärnten einbringen will. Zeichnen heißt reden mit dem Stift, heißt singen mit Tusche, musizieren mit Farben und natürlich sporteln mit dem Hirn. Ich wünsche mir, dass das viele Menschen erfahren, dass es sie packt und sie Teil unserer Zeichner- und Denkergruppe werden, einer „Bigband der freien Kunstäußerung“.

Wie kamen Sie auf die Idee  zum „Oberkärntner Comiczeichner Treff“?

Das kam durch meine Comic-Kurse in der Sommerakademie Gmünd. Da gab es Teilnehmer aus der Umgebung, denen der Knopf für diese Kunstform aufgegangen ist. Wenn wir uns regelmäßig treffen, bleibt die Motivation am Köcheln, denn Comiczeichnen kann eine sehr langwierige und ermüdende Arbeit sein – und dann meistens auch noch in der Freizeit. Da ist es gut, wenn man zusammenkommt, gemeinsam zeichnet, sich die Arbeiten zeigt, sich Tipps holt und vor allem an gemeinsamen Projekten arbeitet, damit nicht die ganze Mühe in der Schublade verschwindet.

Wie läuft so ein „Comiczeichner Treff“ ab?

Es gibt keinen bestimmten Ablauf. Es ist vielmehr eine Art Jam-Session von Leuten mit Lust zum Zeichnen und Kreativsein. Für das Jahr werden Projekte erdacht und beschlossen und dann arbeiten wir uns von Treff zu Treff dahin. So kam es auch zum Comicfestival. Es sollen weitere Ausstellungen folgen, ein Comicheft, Animationsfilme, etc. Bislang sind zwölf Leute zu unseren Treffen gekommen, davon fünf regelmäßig. Je mehr wir werden, desto leichter lassen sich Dinge umsetzten. Es ist doch ein Unterschied, ob fünf Zeichner je zehn Seiten für ein Heft gestalten, oder 25 Zeichner je zwei Seiten. Zuschauer und auch Dichter, Musiker, Sänger oder Schauspieler sind herzlich willkommen, sie können in die Projekte mit einbringen. Und wer Story-Ideen hat, aber nicht zeichnen mag, der ist hier auch am richtigen Platz, denn zeichnen können andere.

Worauf darf man sich beim  „1. Comiczeichner-Festival“  besonders freuen?

Zuerst einmal werden wir überraschen. Der Comic kann innerhalb kürzester Zeit starke Reaktionen hervorrufen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Comic kann starke Literatur sein in Symbiose mit kongenialen Bildern – da passiert etwas beim Betrachter und auch beim Schaffenden gleichzeitig. Unser Team legt einen Grundstock, animiert mit starken Vorgaben, eröffnet die Diskussion mit dem Besucher. Doch dann soll sich die Ausstellung mit dem Publikum weiterentwickeln. Angenommen wir stellen zu Beginn 50 Arbeiten aus, dann werden am Ende vielleicht 200 Arbeiten zu besichtigen sein. Die Ausstellung ist aktionistisch – wir schaffen gemeinsam mit dem Publikum. Das Ende ist offen.

Sie haben auch einen Wettbewerb ausgeschrieben und es gibt Preise zu gewinnen.

Comic kann einen wertvollen Beitrag zur regionalen Kultur leisten. Es kann alle anderen Künste miteinander verlinken, genießt dabei aber Narrenfreiheit. Völlig ungezwungen kann man sich über diese Form an Themen heranwagen, die die Kunst sonst wenig aufgreift, zum Beispiel die leerstehenden Geschäftslokale in den Städten. Unser erster Wettbewerb heißt: „Lost Spaces – Best Places“, welche Utopien oder reale Lösungen bietet die freie Comic-Kunst – unterhaltsam – für dieses Problem an? In einem zweiten Wettbewerb wollen wir heimische Anti-, Superhelden und -schurken erfinden, die mitunter Einzug in Comicgeschichten mit Regionalbezug finden. Wie wäre es mit dem gewitzten Alpenspitzel, dem „draurigen Spittaal“ oder der „goldeckigen Spittalma“? Jeder kann mitmachen und seine Kreationen ausstellen. Und gemeinsam wollen wir am Regionalcomic „Spittalreif“ arbeiten; Spittal und Region – wo lieben, jucken und kratzen wir uns?

Mit einem früheren Wunschtraum im OVT überraschten Sie ja! Etwa Leuten die Bibel erzählend durchs Land zu ziehen oder ein Comicbuch zu machen.

Zum Glück blieb es nicht beim Träumen. Comics habe ich inzwischen einige produziert, wie „Mr. Präsident“, „The Art of Running Time“ und „I Love Comics“. Da gehöre ich als Selfpublisher in den „Indie Comic“- Bereich. Und in „The Good News“, „Fröhliche Weihnacht“ und „Unterwegs“ dreht es sich wirklich um die Bibel. Im kommenden Winter möchte ich etwas zum Johannes Evangelium machen und zu den Psalmen. Der Comic ist wohl meine Art von der Bibel zu erzählen.

Und wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“?

Ich lese ihn jedes Mal und finde immer Themen und Berichte über Leute und Veranstaltungen, die mich interessieren.

 

Kurz gefragt:

Beruf: Maler und Comiczeichner

Sternzeichen: Stier

Ich schaue gerne (TV, Film): Filme nach wahren Geschichten

Lieblingsfarbe: Jeder Bedeutung die richtige Farbe

Glücksbringer: Gebet


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