Harald Pirker (Katschberg) - Osttirol Online


Harald Pirker (Katschberg)

Eingestellt am 23.12.2020

In den Diensten des Landes Kärnten

Harald Pirker (59) ist seit 41 Jahren beim Straßenbauamt Spittal. Als sein Vater überraschend starb, übernahm er damals dessen Arbeit als Räumungsdienst-Fahrer. Der in Villach geborene – die Eltern zogen 1954 übrigens zum Stützpunkt des Straßenbauamtes Spittal am Katschberg – und jetzige „Lungauer“ brach dafür ein halbes Jahr vor ihrem Ende seine Mechaniker-Lehre in Rennweg ab. Harald Pirker lebt am Katschberg.

OVT: Hr. Pirker, diesen Donnerstag ist Silvester. Mussten Sie am Silvester oder auch an Heiligabend schon einmal ausrücken?

Harald Pirker: Je nach Diensteinteilung mussten wir, ganz egal ob Silvester oder ebenso Heiligabend, immer wieder einmal ausrücken. Da gab es keinen Unterschied, denn die Wettersituation war stets ausschlaggebend.

 

In den 1970ern machten Sie in Rennweg eine Mechaniker-Lehre – und plötzlich kam alles anders!

Ja, denn ich war damals schon in meinem dritten Lehrjahr bei der Firma Strafner in Rennweg. Ich hatte nur noch ein halbes Jahr, als mein Vater ganz plötzlich an einem Gehirnschlag verstarb. Schnell trat das Straßenbauamt Spittal an mich heran, ob ich die Nachfolge meines Vaters als Räumungsdienst-Fahrer antreten kann. Schlussendlich entschied ich mich das „Erbe“ meines Vaters anzutreten, und brach die Lehre vorzeitig ab.

 

Sie versuchten aber dennoch die Lehre abzuschließen?

Ich war immer wieder im Gespräch mit meinem Lehrherrn und auch mit der Wirtschaftskammer in Klagenfurt. Ich besuchte auch kurzeitig, zwei-, dreimal Kurse, die nur im Winter stattfanden, um doch noch irgendwie meine Lehre abschließen zu können. Doch es sollte einfach nicht sein. Nach dem ich es zwei Jahre lang versucht habe, gab ich schließlich auf.

 

Somit war der Berufswechsel vollzogen, der Weg endgültig frei für die Straße sozusagen!

Das stimmt. Ab dann war ich im Winter mit dem Räumungsdienst-Kombi auf unseren Straßen unterwegs, jedoch nur auf den Bundesstraßen und nicht auf der Autobahn. Im Winter war meine Strecke Katschberg bis Gmünd und nach Malta hinein, um Salz zu streuen. Hatte ich wiederum den Schneepflug vorne drauf, dann fuhr ich nur Katschberg – Gmünd hin und retour. Ansonsten wäre es sich ja bei stärkerem Schneefall nicht ausgegangen, wenn ich auch noch nach Malta hätte müssen, die Fahrbahnen einigermaßen schneefrei zu halten.

 

Haben Sie auch noch strengere Winter in Erinnerung?

„Ausreißer-Winter“ hat es immer wieder mal gegeben. Allerdings müsste ich da jetzt die ganzen Kalender hinter klauben. Aber Lesachtaler Verhältnisse hat es zumindest am Berg sicher öfters gegeben.

 

Wie schauten hingegen ihre Sommer aus?

Im Sommer standen und stehen wiederum die ganzen Erhaltungs- und Wartungsarbeiten an. Seit Jahren bin ich aber mittlerweile nur noch als Straßenarbeiter im Dienst.

 

Aber auch die Löschgruppe Katschberg der FF Rennweg spielt eine wichtige Rolle in ihrem Leben?

Ja. Ich bin seit 1980 aktives Mitglied bei der Löschgruppe Katschberg, damals war ich auch Gründungsmitglied und bin bislang noch der letzte Aktive der Gründungsgruppe. Darüber hinaus habe ich im Jahr 2020 – im Zuge der Jahreshauptversammlung – auch das Goldene Maschinisten-Abzeichen bekommen.

 

Welchen Wunschtraum hätten Sie andererseits privat noch?

Ich bin schon in einem Alter, wo die Gedanken an die Pension kommen. Deshalb wünsche ich mir nur die Gesundheit, gerade auch in Corona-Zeiten ist sie nämlich das Wichtigste. Denn wer gesund ist, der kann alles noch selber erledigen und ist auf keine fremden Hilfen angewiesen.

 

Wie nehmen Sie als jemand, der auf der Grenze Oberkärntens und Salzburgs lebt, den „Oberkärntner Volltreffer“ wahr?

Ich lese den „Oberkärntner Volltreffer“ sehr gerne, weil ganz einfach vieles von Oberkärnten immer drinnen ist. Zudem bin ich ja durch meine Arbeit in Oberkärnten „zuhause“, weswegen ich mich auch zu 51 Prozent als Kärntner fühle und doch ebenfalls zu 49 Prozent gerne Salzburger bin. Apropos Grenze: Ich blicke von mir zuhause, von der Salzburger Seite aus, ja nur 150 Meter weit auf den Grenzstein.

 

Und gern noch abschließend gefragt: Wo sehen Sie denn eventuelle Mentalitätsunterschiede zwischen den zwei Bundesländern?

Das wird noch so wie früher sein, wo sich Rennweg und St. Michael/Lungau immer super verstanden. Und es ist heute noch im Guten. Wie seinerzeit. Da gibt es nach wie vor keine Probleme.

 

 

Kurz gefragt:

Beruf: Landesbediensteter

Sternzeichen: Wassermann

Ich schaue gern (TV, Film): Sport-Übertragungen

Leibgericht: Ein klassischer Wiener Tafelspitz

Lieblingsblumen: Enzian – und den Almrausch auf der Alm

Lebensmotto: Was kommt, das kommt – und wird gemacht

 


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