Gerhard Hohenwarter (Seeboden) - Osttirol Online


Gerhard Hohenwarter (Seeboden)

Eingestellt am 17.01.2020

„Mit Gottes Hilfe zurück ins Leben“

Gerhard Hohenwarter (63) könnte sein Leben so betiteln: „Im Rückblick auf eine Lebenskrise dankbar zu sein, dass das Leben wieder lebenswert geworden ist.“ Der gebürtige Spittaler ist Obmann des Vereins „Faszination Leben“, den er nach einem Burnout und einer Lebenskrise schließlich an seinem Geburtstag im Februar 2008 gründete. Mittlerweile pendelt Gerhard Hohenwarter zwischen zwei Seen, dem Millstätter See (er zog 2019 nach Seeboden) und Wörthersee (seine Freundin ist aus Klagenfurt), hat zwei Kinder namens Irina und Alexander und ein Enkerl, Rosa Emilie.

OVT: Herr Hohenwarter, die vergangenen Weihnachten waren für Sie doch etwas Besonderes.

Gerhard Hohenwarter: Ja, Weihnachten war eine ganz besondere Zeit. Es ist ein Enkerl auf die Welt gekommen und ich spüre Dankbarkeit. Meine Tochter Irina, jetzt Mutter und verheiratet, hat sich eine Krippe gewünscht und so habe ich gleich zwei Krippen gebaut. Das Bauen hat mir viel Freude gemacht, angefangen vom Wurzeln sammeln an der Drau bis hin zu handwerklichen Arbeiten an der Krippe.

 

Und dabei kamen Ihnen auch wieder Gedanken an Ihre Vergangenheit.

Vor so ca. 15 Jahren war in meinem Leben ein Burnout mit einer schweren Lebenskrise verwoben. Dazu litt ich an einer schweren Alkoholabhängigkeit. Diese Alkohol-Krankheit dauerte rund vier Jahre. Jetzt bin ich seit rund zwölf Jahren abstinent und lebe ohne Alkohol. Und mit dem Rauchen habe ich Gott sei Dank vor fünf Jahren aufgehört.

 

Ihre Tochter spielte damals ebenso eine ganz entscheidende Rolle.

Ich erinnere mich noch an die Telefonate in der schwersten Zeit mit meiner Tochter. Sie sagte zu mir: „Lieber Papa, wenn du dein Leben für dich nicht mehr ändern willst, mache es bitte für mich. Und wenn du dir das Leben nimmst, das vergesse ich dir nicht.“ Mit diesen Worten bin ich dann dagestanden – ohne ein Einkommen und fast schon ohne Unterkunft. Es schien alles aus zu sein.

 

Wenn Ihre Tochter Ihre „Aufrüttlerin“ war, war Gott letztlich Ihr „Retter“?

Da ich in etwa 20 Mal an den Bahngleisen stand und vorhatte, mir das Leben zu nehmen, nicht mehr aus und ein wusste, kam der Gedanke doch Gott zu bitten, dass es vielleicht doch wieder werde. Es war gerade Pfingsten. Links, die Bahngleise, rechts stand ein großer Nussbaum an den ich mich anlehnte. Nach einer Bitte an unseren Gott Vater, Gott Sohn und Heiligen Geist mit den Worten: „Herrgott, wenn du mir noch amol hilfst, gehe ich deinen Weg.“ Ja, und dann begann von diesem Ort an für mich ein ganz besonderer Weg. Und deshalb bin ich sehr dankbar für jeden Moment und Augenblick. Und ich glaube, dass diese göttliche Verbindung möglich ist.

 

Diese oben genannten Zeilen posteten Sie zu den Feiertagen um den Jahreswechsel in den sozialen Medien und sie erzählten von bemerkenswerten Antworten.

Stimmt. Jemand in einer schwierigen Situation schrieb mir, dass sein Partner Alkoholiker sei. Alle Hoffnungen, Stimmungen und Ängste rund um ein Jahrzehnte dauerndes Suchtproblem kamen hier zum Ausdruck. Und ich stellte fest, dass es Zeiten gibt, da nicht wirklich viele Menschen da sind, die einem aus der Krise helfen. Was mich sehr nachdenklich macht ist, dass es in der Gesellschaft immer mehr Abhängigkeits -Erkrankungen gibt, in verschiedensten Formen, sei es Alkohol oder Drogen. Man spricht von mindestens einer Million Mensch in Österreich.

 

Der Verein „Faszination Leben“ ist Teil Ihres Lebens geworden. Wie würden Sie ihn unseren Lesern beschreiben?

Der Titel „Faszination Leben“ sagt es, der kleine aber feine Verein ist zu meiner Lebensaufgabe geworden und ist auf Körper, Geist und Seele ausgerichtet. Wir organisieren Veranstaltungen, wie Kunstausstellungen und Vorträge, die dem Thema Gesundheit dienen.

 

In einem früheren OVT-Int. sprachen Sie vom Wunschtraum einmal mit Aborigines einen Malkurs in Australien zu machen. Wie sieht es damit aus?

Ja, das war einmal ein Gedanke. Doch jetzt in der aktuellen Situation mit den katastrophalen Bränden habe ich besonderes Mitgefühl für alle Bewohner und Lebewesen auf diesem Kontinent. Ich hoffe, dass nach dieser Katastrophe wieder ein reichhaltiges Leben möglich sein wird.

 

Wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“ noch gerne gefragt?

Ich freue mich immer, wenn der „Volltreffer“ regelmäßig bei meiner Post dabei ist. Damit habe ich die interessanten Informationen, Berichte und Anzeigen im Bezirk immer neu und aktuell am Tisch. Dankeschön dafür.

 

Kurz gesagt:

Beruf: Obmann des Vereins "Faszination Leben"

Sternzeichen: Wassermann

Ich höre gerne (Musik): Entspannungsmusik, Klassik

Ich trinke gerne: Johannisbeersaft mit Leitungswasser

Hobbies: Nordic Walking, Fotografieren, Kochen, Natur genießen

Lebensmotto: Liebe – Glaube – Hoffnung (Lebenskunst auf meine eigene Art und Weise)


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