Dr. Martin Untermoser (Millstatt) - Osttirol Online


Dr. Martin Untermoser (Millstatt)

Eingestellt am 25.09.2020

Er schaut aufs Herz und auch alle anderen Organe

Dr. Martin Untermoser (36) erfüllt sich diesen Donnerstag mit der Eröffnung seiner Wahlarztordination für Innere Medizin und Kardiologie in Spittal einen Traum. Der engagierte Mediziner ist am LKH Villach als Oberarzt an der Intensivstation, im Herzkatheter-Labor sowie der kardiologischen Ambulanz tätig und arbeitet nebenbei als Notarzt beim Roten Kreuz in Spittal. Dr. Untermoser lebt mit Gattin Sandra in Millstatt und ist Vater von drei Mädchen.

OVT: Dr. Untermoser, woher kam der Wunsch nach einer eigenen Praxis?

Dr. Martin Untermoser: Neben dem Job im Krankenhaus wollte ich mich selbst verwirklichen und mit der eigenen Ordination einen Impuls im Oberkärntner Raum - meiner Heimat, schaffen. Es geht mir um den Ausbau der medizinischen und kardiologischen Versorgung von Oberkärnten, hier möchte ich unter anderem einen Fokus auf Präventivmedizin setzen. Den Job im Krankenhaus möchte ich aber definitiv nicht aufgeben.

 

Innere Medizin und Kardiologie: Warum gerade diese Spezialisierung? Und war Arzt zu werden schon Ihr Kinderwunsch?

Die inneren Organe, allen voran das Herz, stehen in der Medizin ganz klar im Zentrum. Mich interessierte immer schon die Funktion aber auch das Zusammenspiel der einzelnen Organe und eben alles, was mit Herz- und Kreislauf sowie kardiovaskulären Risikofaktoren zu tun hat. Die Kardiologie hat heutzutage auch sehr viele Behandlungsmöglichkeiten mit extrem spannenden apparativen Untersuchungen. Von diversen Therapiemöglichkeiten der Herzrhythmusstörungen über Herzklappenerkrankungen bis hin zur Koronaren Herzkrankheit gibt es ein sehr großes Betätigungsfeld. Der medizinische Fortschritt ist gerade auf dem Gebiet der Kardiologie enorm. Ich brauche die Herausforderung.

Man darf auch nicht vergessen, dass kardiovaskuläre Erkrankungen die Todesursachenstatistik weltweit anführen und Lifestyleerkrankungen wie Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, bedingt vor allem durch den zunehmenden Bewegungsmangel, bereits jetzt und in der Zukunft ein großes Problem bereiten.

Der Beruf Arzt hat mich übrigens immer schon fasziniert, wenn auch die Entscheidung für Medizin angesichts von Alternativen recht spät fiel.

 

Lunge und Herz kamen mit der Covid-19 Pandemie verstärkt in den Fokus. Sind Sie diesbezüglich mit besonderen Herausforderungen konfrontiert?

Wie allgemein bekannt, gab es während der Ausgangsbeschränkungen der Covid-19 Pandemie einen Rückgang, was die Herzinfarktrate betrifft. Die Spätschäden, was Lungenschäden aber auch zum Beispiel übergangene Herzinfarkte betrifft, wird man erst nach und nach herausfinden. Was mich besonders nachdenklich stimmt ist die Tatsache der Kollateralschäden, die durch Ausgangsbeschränkungen, aber auch die gesamte Pandemie verursacht wurden. Ganze Krankenhäuser wurden lahmgelegt, um für die befürchtete hohe Zahl an Spitalsaufnahmen gerüstet zu sein. Operationen mussten verschoben werden, wichtige Therapien und Diagnostik kamen nicht zum Einsatz. Die Einzel-Schicksale sind zum Teil sehr erschreckend. Die Langzeitschäden werden erst in absehbarer Zeit, in den nächsten Monaten oder sogar Jahren erkennbar sein.

Ich untersuche in einer Studie gerade die kardiologischen Patientenzugänge in der Notaufnahme im LKH Villach während des Lockdowns, verglichen mit einem Jahr zuvor und mit dem Post-Lockdown-Zeitraum, sehr spannend!

 

Was schätzen Sie, wird es mit Corona weitergehen?

Es bleibt zu hoffen, dass es keine allzu-großen Beschränkungen im Alltagsleben aller gibt, die aktuellen Zahlen und die bevorstehende Schnupfen- und Grippezeit werden für uns alle mehr als herausfordernd. Wichtig ist es, klaren Kopf zu bewahren und diszipliniert zu bleiben.

 

Auf welche Highlights blicken Sie als Arzt gerne zurück? Vor zwei Jahren halfen Sie einem Mädchen auf die Welt und das im Rettungsauto auf der B 100.

Ja, das war definitiv ein Highlight meiner Karriere, Tessa werde ich auch sicher nie mehr vergessen! Behandlungserfolge als Notarzt und im Krankenhaus, zum Beispiel auf der Intensivstation, sind großartig und motivieren enorm. Gerade als Intensivmediziner und Notarzt erinnert man sich jedoch auch an dramatische Fälle und ist ständig mit dem Tod konfrontiert. Das gehört zum Beruf leider auch dazu, durch Erfahrung und Reflexion lernt man damit professionell umzugehen. Wichtig ist in unserem Beruf daher vor allem „Herzensbildung“ und die Wichtigkeit, nicht abzustumpfen und Emotionen zu zeigen.

 

Sie betreiben nun eine eigene Praxis, sind Oberarzt und auch Notarzt. Dafür braucht`s bestimmt ein perfektes Zeitmanagement und auch den Rückhalt der Familie?

Ja, mittlerweile geht ohne Terminkalender am Handy nichts mehr. Ich bin froh, dass meine Frau Sandra und meine Familie mir so den Rücken stärken. An dieser Stelle möchte ich hier ganz herzlich „Danke“ sagen. Zum Erfolg braucht’s immer ein starkes Team, auf mein Viermäderlhaus bin ich mehr als stolz.

 

Wo holen Sie sich angesichts Ihres vollen Terminkalenders den Ausgleich zum Berufsalltag?

Momentan gibt es tatsächlich kaum Freizeit bzw. Ausgleich. Zeit mit meiner Familie zu verbringen, sei es in der Natur beim Wandern oder einfach nur im Wald beim Innehalten geben Kraft. Ansonsten liebe ich das Radeln und Schifahren in der Region Millstätter See, bzw. Oberkärnten.

 

Welchen Wunschtraum möchten Sie sich privat noch erfüllen?

Ich habe schon einige Kontinente bereisen dürfen, was ich meiner Familie zu verdanken habe. Natürlich gibt es noch unzählige Länder, die ich bereisen möchte. Einen aktuellen Wunschtraum habe ich soweit aber nicht. Nicht nur in Zeiten von Corona können wir uns glücklich schätzen, hier in Oberkärnten leben zu dürfen.

 

Und wie gefällt Ihnen der Oberkärntner Volltreffer?

Ich freue mich immer über die vielen Bilder und teils bekannten Gesichter, der regionale Bezug ist top.

 

Kurz gefragt:

Beruf: Arzt

Sternzeichen: Steinbock

Ich höre gern (Musik): querfeldein von Pop bis Klassik, aktuell zum Beispiel „Pizzera und Jaus“ sowie Musik von Julia Malischnig.

Ich esse gern: Steak - darf ich das als Kardiologe überhaupt sagen? (lacht)

Lebensmotto: Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an. (E.T.A. Hoffmann)

Er schaut aufs Herz und auch alle anderen Organe

Dr. Martin Untermoser (36) erfüllt sich diesen Donnerstag mit der Eröffnung seiner Wahlarztordination für Innere Medizin und Kardiologie in Spittal einen Traum. Der engagierte Mediziner ist am LKH Villach als Oberarzt an der Intensivstation, im Herzkatheter-Labor sowie der kardiologischen Ambulanz tätig und arbeitet nebenbei als Notarzt beim Roten Kreuz in Spittal. Dr. Untermoser lebt mit Gattin Sandra in Millstatt und ist Vater von drei Mädchen.

OVT: Dr. Untermoser, woher kam der Wunsch nach einer eigenen Praxis?
Dr. Martin Untermoser: Neben dem Job im Krankenhaus wollte ich mich selbst verwirklichen und mit der eigenen Ordination einen Impuls im Oberkärntner Raum - meiner Heimat, schaffen. Es geht mir um den Ausbau der medizinischen und kardiologischen Versorgung von Oberkärnten, hier möchte ich unter anderem einen Fokus auf Präventivmedizin setzen. Den Job im Krankenhaus möchte ich aber definitiv nicht aufgeben.

Innere Medizin und Kardiologie: Warum gerade diese Spezialisierung? Und war Arzt zu werden schon Ihr Kinderwunsch?
Die inneren Organe, allen voran das Herz, stehen in der Medizin ganz klar im Zentrum. Mich interessierte immer schon die Funktion aber auch das Zusammenspiel der einzelnen Organe und eben alles, was mit Herz- und Kreislauf sowie kardiovaskulären Risikofaktoren zu tun hat. Die Kardiologie hat heutzutage auch sehr viele Behandlungsmöglichkeiten mit extrem spannenden apparativen Untersuchungen. Von diversen Therapiemöglichkeiten der Herzrhythmusstörungen über Herzklappenerkrankungen bis hin zur Koronaren Herzkrankheit gibt es ein sehr großes Betätigungsfeld. Der medizinische Fortschritt ist gerade auf dem Gebiet der Kardiologie enorm. Ich brauche die Herausforderung.
Man darf auch nicht vergessen, dass kardiovaskuläre Erkrankungen die Todesursachenstatistik weltweit anführen und Lifestyleerkrankungen wie Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, bedingt vor allem durch den zunehmenden Bewegungsmangel, bereits jetzt und in der Zukunft ein großes Problem bereiten.
Der Beruf Arzt hat mich übrigens immer schon fasziniert, wenn auch die Entscheidung für Medizin angesichts von Alternativen recht spät fiel.

Lunge und Herz kamen mit der Covid-19 Pandemie verstärkt in den Fokus. Sind Sie diesbezüglich mit besonderen Herausforderungen konfrontiert?
Wie allgemein bekannt, gab es während der Ausgangsbeschränkungen der Covid-19 Pandemie einen Rückgang, was die Herzinfarktrate betrifft. Die Spätschäden, was Lungenschäden aber auch zum Beispiel übergangene Herzinfarkte betrifft, wird man erst nach und nach herausfinden. Was mich besonders nachdenklich stimmt ist die Tatsache der Kollateralschäden, die durch Ausgangsbeschränkungen, aber auch die gesamte Pandemie verursacht wurden. Ganze Krankenhäuser wurden lahmgelegt, um für die befürchtete hohe Zahl an Spitalsaufnahmen gerüstet zu sein. Operationen mussten verschoben werden, wichtige Therapien und Diagnostik kamen nicht zum Einsatz. Die Einzel-Schicksale sind zum Teil sehr erschreckend. Die Langzeitschäden werden erst in absehbarer Zeit, in den nächsten Monaten oder sogar Jahren erkennbar sein.
Ich untersuche in einer Studie gerade die kardiologischen Patientenzugänge in der Notaufnahme im LKH Villach während des Lockdowns, verglichen mit einem Jahr zuvor und mit dem Post-Lockdown-Zeitraum, sehr spannend!

Was schätzen Sie, wird es mit Corona weitergehen?
Es bleibt zu hoffen, dass es keine allzu-großen Beschränkungen im Alltagsleben aller gibt, die aktuellen Zahlen und die bevorstehende Schnupfen- und Grippezeit werden für uns alle mehr als herausfordernd. Wichtig ist es, klaren Kopf zu bewahren und diszipliniert zu bleiben.

Auf welche Highlights blicken Sie als Arzt gerne zurück? Vor zwei Jahren halfen Sie einem Mädchen auf die Welt und das im Rettungsauto auf der B 100.
Ja, das war definitiv ein Highlight meiner Karriere, Tessa werde ich auch sicher nie mehr vergessen! Behandlungserfolge als Notarzt und im Krankenhaus, zum Beispiel auf der Intensivstation, sind großartig und motivieren enorm. Gerade als Intensivmediziner und Notarzt erinnert man sich jedoch auch an dramatische Fälle und ist ständig mit dem Tod konfrontiert. Das gehört zum Beruf leider auch dazu, durch Erfahrung und Reflexion lernt man damit professionell umzugehen. Wichtig ist in unserem Beruf daher vor allem „Herzensbildung“ und die Wichtigkeit, nicht abzustumpfen und Emotionen zu zeigen.

Sie betreiben nun eine eigene Praxis, sind Oberarzt und auch Notarzt. Dafür braucht`s bestimmt ein perfektes Zeitmanagement und auch den Rückhalt der Familie?
Ja, mittlerweile geht ohne Terminkalender am Handy nichts mehr. Ich bin froh, dass meine Frau Sandra und meine Familie mir so den Rücken stärken. An dieser Stelle möchte ich hier ganz herzlich „Danke“ sagen. Zum Erfolg braucht’s immer ein starkes Team, auf mein Viermäderlhaus bin ich mehr als stolz.

Wo holen Sie sich angesichts Ihres vollen Terminkalenders den Ausgleich zum Berufsalltag?
Momentan gibt es tatsächlich kaum Freizeit bzw. Ausgleich. Zeit mit meiner Familie zu verbringen, sei es in der Natur beim Wandern oder einfach nur im Wald beim Innehalten geben Kraft. Ansonsten liebe ich das Radeln und Schifahren in der Region Millstätter See, bzw. Oberkärnten.

Welchen Wunschtraum möchten Sie sich privat noch erfüllen?
Ich habe schon einige Kontinente bereisen dürfen, was ich meiner Familie zu verdanken habe. Natürlich gibt es noch unzählige Länder, die ich bereisen möchte. Einen aktuellen Wunschtraum habe ich soweit aber nicht. Nicht nur in Zeiten von Corona können wir uns glücklich schätzen, hier in Oberkärnten leben zu dürfen.

Und wie gefällt Ihnen der Oberkärntner Volltreffer?
Ich freue mich immer über die vielen Bilder und teils bekannten Gesichter, der regionale Bezug ist top.

Kurz gefragt:
Sternzeichen: Steinbock
Ich höre gern (Musik): querfeldein von Pop bis Klassik, aktuell zum Beispiel „Pizzera und Jaus“ sowie Musik von Julia Malischnig.
Ich esse gern: Steak - darf ich das als Kardiologe überhaupt sagen? (lacht)
Lebensmotto: Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an. (E.T.A. Hoffmann)


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