Dipl.-Ing. Georg Oberzaucher (Millstatt) - Osttirol Online


Dipl.-Ing. Georg Oberzaucher (Millstatt)

Eingestellt am 07.05.2021

Er fördert die Kraft aus der Sonne

Dipl.-Ing. Georg Oberzaucher (40) ist seit 2017 Manager der Klima- und Energie-Modellregion (KEM) „Millstätter See“ (Baldramsdorf, Lendorf, Millstatt, Seeboden und Spittal). Insgesamt gibt es 17 KEMs in Kärnten. In ganz Österreich sind es 102. Ihr Ziel heißt „Zero Emission Austria“. Mit einem zweiten Standbein spezialisierte sich Oberzaucher mit seinem Ingenieurbüro auf Innenarchitektur, Gebäudeenergie und Barrierefreiheit. Dipl.-Ing. Oberzaucher lebt mit Gattin Judith in Obermillstatt, hat zwei Kinder im Alter von elf und 13 Jahren.

OVT: Dipl.-Ing. Oberzaucher, welchen Vorteil hat die Sonne gegenüber anderen Energielieferanten?

Dipl.-Ing. Georg Oberzaucher: Die Sonne ist der größte natürliche Energielieferant, und das kann dazu genutzt werden, unseren Energiebedarf auf umweltfreundliche Weise zu decken. Bei Nutzung der Sonnenenergie entstehen keine lokalen Emissionen. Sie liefert Wärme für Warmwasser und Heizung aber auch Strom für den Haushalt und die Mobilität.

 

Die Sonne ist auch Thema in Kärntens KEMs, zurzeit gibt es eine „Photovoltaik-Initiative“.

Photovoltaik war schon immer ein wichtiger Schwerpunkt in der KEM. Neben Anlagen für öffentliche Gebäude und Gewerbebetriebe haben wir den Fokus auch auf PV-Anlagen für Private gelegt. In den letzten Jahren haben wir umfassende Informationspakete und Kooperationen mit lokalen Unternehmen organisiert. Da durch Corona größere Informationsveranstaltungen vor Ort nicht mehr möglich waren, entstand vor einigen Monaten die Idee mit anderen KEM-Regionen Kärntens eine Online-Informationsreihe zu organisieren. Bisher ging es um die Themen PV-Anlagen, Stromspeicher und E-Autos.

Wie wurden die ersten Veranstaltungen angenommen?

Wir waren positiv überrascht. Die vielen Fragen während der Veranstaltungen haben gezeigt, dass diese Themen auf wirklich großes Interesse stoßen, und Information direkt ins Haus geliefert zu bekommen, wird in Corona-Zeiten besonders geschätzt.  Wir verlosen auch immer einen Geschenkskorb mit regionalen Schmankerln. Ein zusätzlicher Anreiz, wobei es darum geht, die Bedeutung von regionalen Erzeugnissen in den Vordergrund zu rücken. Übrigens auch ein wichtiges Themenfeld der KEM-Regionen. Die nächste online-Veranstaltung der KEMs ist übrigens für den 17. Mail geplant (www.kem-kaernten.at).

 

Wie würden Sie den Lesern eine Klima- und Energiemodellregion erklären? 

Die Klima- und Energie-Modellregionen sind ein bundesweites Programm des österreichischen Klimafonds. Dabei werden Regionen unterstützt, um Maßnahmen in den Bereichen erneuerbare Energie, nachhaltiges Bauen oder Mobilität voranzubringen. Auch Bewusstseinsbildung ist wichtig. Zu meinen Aufgaben als KEM-Manager gehören unter anderem die Abwicklung und Koordination der entsprechenden Maßnahmen, die Vernetzung mit den örtlichen Entscheidungsträgern und die Öffentlichkeitsarbeit.

 

Welche Vorhaben haben Sie aktuell in ihrer Region in Planung?

In der KEM „Millstätter See“ wird die Initiative der „Ölkesselfreien Gemeinden“ sehr gut angenommen. Land, Bund und Gemeinden fördern die Umstellung von Ölheizungen auf umweltfreundliche Heizsysteme mit bis zu 12.000 Euro. Statt mit importiertem Öl werden viele Gebäude nun mit regional verfügbaren erneuerbaren Energieträgern beheizt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich des Radfahrens. Wir haben eine Initiative zum Ausbau der Fahrradinfrastruktur gestartet. Die Aktion „Mit dem Rad auf Einkaufsfahrt“ wird in allen fünf Gemeinden unserer KEM umgesetzt.

 

Worauf blicken Sie schon etwas stolz zurück?

Stolz bin ich darauf, dass es bei vielen Projekten gut gelungen ist, diese in Kooperation mit Projektpartnern umzusetzen, insbesondere mit meinen KEM-Kollegen. Diese Zusammenarbeit und der Austausch ist eine Bereicherung für jedes Projekt.

 

Inwieweit kommt Ihnen bezüglich ihrer KEM-Tätigkeit zugute, dass Sie als vormaliger Politiker mit politischen Abläufen vertraut sind?

In der letzten Periode war ich als Gemeindevorstand und Finanzreferent der Gemeinde Millstatt tätig. Aus zeitlichen Gründen habe ich mich dafür entschieden, bei diesen Wahlen nicht mehr zu kandidieren. Es ist aber natürlich für die KEM-Tätigkeit ein großer Vorteil, wenn man auch die politischen Abläufe gut kennt. Als ehemaliger Finanzreferent ist mir auch die finanzielle Situation der Gemeinden gut bekannt. Insbesondere durch Corona sind die finanziellen Möglichkeiten zum Teil eingeschränkt. Aber gerade im Umweltbereich gibt es hier interessante Möglichkeiten Projekte zu finanzieren und umzusetzen.

 

Sie sind auch beim Sportverein Obermillstatt im Fußball aktiv.

Ja, noch kann ich den Verein auch aktiv als Spieler und im Vorstand unterstützen. Der Zusammenhalt der Mannschaft ist wirklich besonders und es macht einfach Spaß, Teil von diesem jungen und engagierten Vorstandsteam zu sein. Mit der geplanten Erneuerung der Sportanlage haben wir hier auch noch einiges vor.

 

Wie gefällt Ihnen der „OVT“, gern noch abschließend gefragt?

Ich schätze die regionale und ausführliche Berichterstattung sehr und die laufenden Berichte über Veranstaltungen und Initiativen aus der KEM sind natürlich eine große und wichtige Unterstützung.

 

Bild: Dipl.-Ing. Georg Oberzaucher (r. im Bild mit Projektpartner Franz Aschbacher aus Seeboden) bringt mit seiner KEM umweltfreundliche Energiegewinnung auf Schiene. © Klimafonds/Krobath

 

Kurz gefragt

Beruf: Energieberater und KEM-Manager

Sternzeichen: Stier

Ich schaue gerne (TV, Film): Filme und Serien „on demand“. Die kann ich schauen, wenn ich Zeit habe.

Hobbies: Fußball und Laufen

Lieblingstiere: Katzen und Alpakas

Lebensmotto: Unabhängig bleiben


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