Christian Rieder (Spittal/Drau) - Osttirol Online


Christian Rieder (Spittal/Drau)

09.04.2021

Das Kino lebt!“

Christian Rieder betreibt im ehemaligen Spittaler Gabor-Areal das „kleinste Kino Kärntens“. Premiere feierte die Location kürzlich mit einem Livestream-Konzert der Mölltaler Gruppe „gschrems“ und den Spittaler Künstlern Matej Dzido und Daniel Semmelrock. Der Kino-Fan ist auch hauptberuflich im Filmbusiness. Mit seiner Ehefrau Jana Thiele führt er die Film-Produktionsfirma „Five Elements Films“ – und zeichnet sich als Filmproduzent für die Kamera und die Postproduktion verantwortlich.

OVT: Herr Rieder, wie zufrieden blicken sie auf diese erste Veranstaltung zurück?

Christian Rieder: Wir sind sehr zufrieden. Es war ein perfektes Zusammenspiel zwischen den Musikern und uns Technikern. Mit Matej Dzido am Piano, Daniel Semmelrock am Schlagzeug sowie der Mölltaler Gruppe „gschrems“ hatten wir lauter Profis auf der Bühne. Aber auch hinter den Kulissen lief alles glatt. Wir haben Alex Lugger als Tonmeister, auch für die Übertragungstechnik holten wir uns Profis in unser kleines Kino. Wir hatten während des Livestreams rund 180 permanente Zuseher und über 800 Klicks nach Ende des rund 70-minütigen Konzerts – ein voller Erfolg!

 

Was wäre vielleicht schon als Nächstes geplant? Was möchten Sie in Zukunft – auch über Corona hinaus – anbieten?

Wir arbeiten an Konzepten für Livekonzerte für Kärntner Bands, für Kabarettisten und Performer aller Art. Auch mit den Komödienspielen Porcia und Principalin Angelica Ladurner sind wir im engen Austausch, was mögliche Kooperationen betrifft. Die Probebühnen der Komödienspiele sind ja praktischerweise im selben Gebäudekomplex wie wir.

 

Was ist denn nun das „kleinste Kino Kärntens“? Woher kam die Idee dazu?

Der Kinosaal hat eine Fläche von ca. 35 m2 und beherbergt 20 Kinosessel, wie man sie auch aus großen Kinosälen kennt. Die Bestuhlung haben wir aus dem aufgelassenen Dieselkino in Graz erworben. Ich betreibe gemeinsam mit meiner Ehefrau, die zuvor als TV- und Filmgestalterin in Berlin tätig war, die Fernsehproduktionsfirma „Five Elements Films“, wir haben unseren Firmenstandort seit 2015 in den Gaborhallen. Für unsere beiden Schnittplätze war ich auf der Suche nach Kinostühlen und stieß eben auf das alte Dieselkino in Graz. Als ich die Möglichkeit bekam, 20 Sitze zu bekommen, war die Idee zum eigenen Kino auf der Welt. Wir mieteten mit unserer Firma einen bis dato noch ungenutzten Raum, der zuvor als Besprechungsraum für die Gabor Geschäftsführung diente, an und machten daraus die „Kinofabrik – das kleinste Kino Österreichs“. Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass das kleinste Kino der Welt vor drei Jahren in England war und 21 Sitzplätze hatte.

 

Hauptberuflich widmen Sie sich dem Film in ihrer Firma „Five Elements Films“. Wie würden Sie ihr Arbeitsgebiet dort beschreiben?

Genau. Ich bin seit 20 Jahren als Kameramann und Filmproduzent weltweit im Einsatz. Ich war in vielen Ländern beruflich unterwegs, habe Filme auf Bali oder Sri Lanka gedreht, war für RTL in New York, für die ORF-Übertragung der Ski WM 2015 in Beavercreek/Colorado. Mit unserer 2015 gegründeten Produktionsfirma und unseren derzeit acht Mitarbeitern bedienen wir jedoch vorwiegend den heimischen Markt. ServusTV ist einer unserer Hauptkunden am TV Markt. Wir produzieren mehrere „Heimatleuchten“-Folgen und Reportagen im Jahr, stellen tagesaktuell bis zu drei Kamerateams für Nachrichten- und Magazinbeiträge. Wir gestalten Werbe- und Imagefilme für Betriebe in ganz Österreich und bieten neuerdings eben auch Liveübertragungen mit bis zu vier Kameras für Streaming an.

 

Inwieweit erschwert zurzeit Corona das Filmemachen?

Wir hätten Anfang 2020 mit einer „Heimatleuchten“-Folge in Tirol starten sollen. „So schmeckt das Brixental“, ein Kulinarik-Film für ServusTV. Doch dann kamen die Lockdowns, Ein- und Ausreisebeschränkungen, und wir mussten das Projekt um fast ein Jahr nach hinten verschieben. Wir müssen uns bei diversen Dreharbeiten immer wieder testen lassen und achten darauf, die Maßnahmen so gut es geht einzuhalten. Ich biete aber trotzdem immer noch jedem, dem ich begegne, meine Hand zum Gruß an, weil ich es persönlich als sehr befremdlich und unmöglich finde, auf das Händeschütteln zu verzichten.

 

Woher kommt Ihre Leidenschaft für Filme?

Mit 16 Jahren, ich war damals an der HTL für Tiefbau in Villach, habe ich mir von meinem Ferialjob-Gehalt meine erste Kamera gekauft. Von da an war meine Lust, Momente filmisch einzufangen, geweckt. Nach der Matura war ich beim Bundesheer und bekam in meiner Grundwehrzeit bereits meinen ersten Auftrag. Wir sollten einen Film für das Jägerbataillon 26 in Klagenfurt schneiden. Nach dem Bundesheer war ich bei einer Filmproduktionsfirma in Graz als Kameraassistent beschäftigt, 2001 bekam ich meinen ersten Job als angestellter Kameramann in Klagenfurt. Ein Jahr darauf machte ich mich selbstständig, nahm für meine erste Kamera einen 250.000 Schilling-Kredit auf. Seitdem ging es mit den Aufträgen steil bergauf. Ich drehte anfangs hauptsächlich für den ORF Kärnten, danach kam RTL, Sat1, Pro7, ZDF usw. Sogar für Al Jazeera (Anm. d. R.: ein arabischer Nachrichtensender, der seit 2006 auch in englischer Sprache auf Sendung ist) war ich mal im Einsatz. Und seit Sendungsbeginn eben auch für ServusTV.

 

Welchen Wunschtraum hätten Sie privat noch?

Mein Wunschtraum? Ja, ich möchte mit meiner Frau gerne mal eine Rucksacktour durch Vietnam machen. Das machen wir dann, wenn die Kinder größer sind.

 

Und wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“ gern noch gefragt?

Den „Oberkärntner Volltreffer“ finde ich so herrlich entschleunigend. Das ist jetzt bitte nicht falsch zu verstehen. Viele Zeitungen oder Magazine „schreien“ immer lauter, werden immer bunter und haben auch immer mehr Werbeeinschaltungen auf ihren Seiten. Der OVT ist so schön dezent und das schätze ich sehr. Gerade in dieser schnelllebigen Zeit.

 

Kurz gefragt:

Beruf: Kino-Betreiber und Filmproduzent

Sternzeichen: Widder

Ich lese gerne: Kishon

Ich esse gerne: Endiviensalat, Calamari

Lieblingstier: Dinosaurier

Lebensmotto: Kunst muss immer dürfen, sie darf nie müssen


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