Alexandra Lawrence (Steinfeld, Möllbrücke) - Osttirol Online


Alexandra Lawrence (Steinfeld, Möllbrücke)

12.02.2021

Foto Copyright: Nina Hader

Sie stellt sich einer besonderen Herausforderung

Alexandra Lawrence (43) ist seit Mai vergangenen Jahres Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ im Bezirk Spittal. Beruflich folgt die Selbstständige Schneidermeisterin in Möllbrücke dem Motto „aus Alt mach Neu“ und peppt seit zehn Jahren alte Kleidungsstücke auf. Da ihr Mann Mark aus Schottland kommt, verbrachte sie auch zwei Jahre im Norden des Vereinten Königreichs – und ist mittlerweile auch mit den Auswirkungen des Brexits konfrontiert. Alexandra Lawrence lebt mit Ehemann und Kindern (Nathan, 16 Jahre und Sophie, 6 Jahre) in Steinfeld.

OVT: Frau Lawrence, was ist derzeit als Bezirksvorsitzende ihr größtes Anliegen? Durch Corona stehen viele Unternehmerinnen wohl vor großen Problemen.

Alexandra Lawrence: Viele meiner Unternehmenskolleginnen haben Angst um ihre Existenz. Niemand kann mehr vorausplanen. Gerade die Veranstaltungsbranche, die Tourismusbranche und Gastbetriebe sind extremst betroffen. Man weiß oft nicht, wann geöffnet werden darf oder unter welchen Voraussetzungen. In der Gastronomie weiß man nicht, ob man Hochzeiten, Geburtstage usw. planen kann. Letztlich hängen viele Geschäfte daran, vom Hochzeitskleid über den Anzug bis zu Frisur und Location – alle sind betroffen!

 

Welche Möglichkeiten zur Hilfe haben Sie denn von „Frau in der Wirtschaft“ aus?

Die Mitarbeiter der Wirtschaftskammer machen derzeit einen extrem guten Job. Sie versuchen allen Unternehmern zu helfen. Hier wird nicht nur beim Härtefall-Fond geholfen, sondern auch bei allen anderen Anfragen. Gerade jetzt mit den Öffnungen des Handels und der Friseure kommen wieder sehr viele Fragen auf. Ich bin genauso wie die Mitarbeiter der WK gerne für alle Fragen da, bzw. leite sie an die jeweiligen Stellen weiter.

 

Wie wird man nun Bezirksvorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“?

Wichtig ist hier, ein aufrechtes Gewerbe zu haben, man muss Unternehmerin sein, um für Unternehmerinnen da sein zu können. Wichtig finde ich auch, ist es, schon etwas Erfahrung als Delegierte zu haben. Ich war ja selbst schon einige Jahre im Team der „FiW“ Spittal und hatte somit genug Erfahrung.

 

Welche Schwerpunkte haben Sie sich generell gesetzt?

Wir wollen ja nach wie vor die Sommerbetreuung ausbauen. Natürlich liegt mir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr am Herzen. Derzeit ist es mir aber besonders wichtig, ein offenes Ohr für alle Unternehmerinnen in dieser Krise zu haben.

 

Wie funktioniert die Zusammenarbeit in ihrem Team?

Wir sind derzeit ein kleines Team, aber immer auf der Suche nach neuen Interessentinnen. Wichtig ist, dass das Team harmoniert! Mit Mag. Hildegard Kogler haben wir eine ganz tolle offene, aber auch erfahrene Geschäftsführerin in Spittal bekommen. Weiter im Team ist Immobilienmaklerin Bernadett Weber von s REAL und „meine“ zwei jungen Unternehmerinnen Carmenm Theresiak - sie ist Hochzeitsplanerin mit ihrer Firma „Liebesmut“ – und Simone Gangl aus Gmünd – eine tolle Fotografin. Leider kann man sich ja aufgrund der Corona-Maßnahmen gerade nicht so treffen, wie wir es gewohnt sind und auch keine Firmenbesuche machen, aber das holen wir alles bald nach!

 

Ihre Basis ist aber ihre eigene Schneiderei. Was machen Sie alles?

Wir sind zwei verrückte Mädels, die ihre KundInnen glücklich machen! Wir versuchen aus jedem älteren Stück wieder ein Highlight zu machen. Natürlich können wir nicht nur verrückte Sachen machen, sondern auch Änderungen und Anfertigungen aller Art, Flickarbeiten usw. In den letzten Jahren haben wir uns auch stärker auf Vereinsbekleidung spezialisiert: Bürgergarden, Schützen, Trachtenkapellen, Chöre usw. Wichtig ist: Unsere Kunden wissen, wir lieben unseren Job und das sehen sie auch.

 

Wie spüren Sie beruflich die Auswirkungen der Corona-Pandemie?

Leider spüren wir diese auch stark. Kaum, dass irgendwelche Änderungsaufträge hereinkommen. Niemand kaufte ein, da alle Geschäfte geschlossen waren. Wir sind auch extremst mit der Veranstaltungsbranche verbunden. Keine Hochzeiten, Firmungen, Erstkommunionen, Kirchtage, Bälle, Geburtstagsfeiern – alles wurde abgesagt. Deshalb sind wir im Moment froh, dass wir noch viele Anfertigungen nachzuarbeiten haben. Viele Kunden wussten auch nicht, dass wir während des Lockdowns offen hatten. Wir durften immer unter bestimmten Voraussetzungen arbeiten.

 

Ihr Familienname lässt bereits erahnen, dass vielleicht auch der Brexit Thema ist. Ihr Mann ist ja Schotte. Sind Familienbesuche auf der Insel jetzt schwieriger?

Ja, mein Mann ist aus Schottland und musste jetzt eine Daueraufenthalts-Bescheinigung beantragen. Welche Auswirkungen es noch haben wird, werden wir erst in den nächsten Jahren sehen. Ein Urlaub in Schottland ist derzeit leider aufgrund der Corona-Situation nicht geplant. Schottland ist nach wie vor auch im Lockdown.

 

Wie gefällt Ihnen der Oberkärntner Volltreffer über all die Jahre?

Wir freuen uns immer wieder über den „Volltreffer“ und er wird immer wieder brav gelesen. Es gibt immer wieder so tolle Berichte. Gott sei Dank gibt es noch lokale Zeitungen.

 

Kurz gefragt:

Beruf: Schneidermeisterin und „Frau in der Wirtschaft“

Sternzeichen: Fisch

Ich höre gern (Musik): U2, Coldplay

Lieblingsgetränk: Rotwein

Lieblingsfarbe: blau, türkis

Glücksbringer: meine Familie

Hobby: Laufen


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