Zukunftschancen für Frauen in den Regionen - Osttirol Online


Zukunftschancen für Frauen in den Regionen

Das Programm „FiT – Frauen in Handwerk und Technik“ - „Zukunftsentwurf Oberkärnten“ soll neue Arbeitsplätze im Raum Spittal bringen. Damit wird eine weitere Maßnahme aus „Frauenpower 4.0“ umgesetzt.

Noch immer haben viele Frauen am Arbeitsmarkt das Nachsehen. Dafür gibt es zahlreiche Gründe, wie etwa eine traditionelle Berufswahl. Auch Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen sind nach wie vor vorwiegend Frauenthemen. Geringere Verdienst- und schlechtere Karrieremöglichkeiten sowie Teilzeitarbeit und eine daraus resultierende Altersarmut sind die Folgeerscheinungen. 47,5 % der Frauen arbeiten Teilzeit, bei den Männern sind es lediglich 11,2 %. Obwohl Frauen Männer in Sachen universitärer Bildung längst überholt haben, spiegelt sich das in den Führungsetagen von Unternehmen aktuell nicht wider. Land Kärnten und AMS Kärnten setzen im Jahr 2020 daher gemeinsam einen besonderen Schwerpunkt und nehmen 216.000 Euro in die Hand: Mit zwei regionalen Initiativen sollen Chancen für Frauen auf Beschäftigung in zukunftsträchtigen Branchen vor Ort in den Regionen geschaffen und gleichzeitig Akzente gegen den Fachkräftemangel und die Abwanderung gesetzt werden.

Frauen in Handwerk und Technik

In Zusammenarbeit mit dem Mädchenzentrum Klagenfurt wird das Programm, FiT – Frauen in Handwerk und Technik‘ regional ausgebaut. „Damit wollen wir mehr als 100 Frauen 2020 die Möglichkeit geben, in Kärnten eine solche FiT-Ausbildung zu absolvieren und ihnen die Vielfalt der Arbeitswelt zeigen. Eine weitere Maßnahme aus „Frauenpower 4.0“ wird damit umgesetzt. Wir wollen sie ermutigen, nicht in Rollenklischees zu verfallen und sich durchaus für technische und handwerkliche Berufe zu entscheiden. Diese Berufe sind zukunftsträchtig und nachhaltig, bieten mehr Aufstiegschancen und zumeist bessere Bezahlung. Aber auch Arbeitgeber sind gefragt, denn Frauen bieten das größte Potenzial zur Bewältigung des Fachkräftemangels“, bekräftigt Frauenreferentin LR Sara Schaar. „Unser Ziel ist es, mit maßgeschneiderten Qualifizierungen, spezifischer Beratung und Unterstützung die Chancen von Frauen zu verbessern. Es ist aber eine Tatsache, dass trotz vermehrter Anstrengungen von vielen Seiten ein großer Teil der Frauen am Arbeitsmarkt vor Hürden steht“, betont Peter Wedenig, Landesgeschäftsführer des AMS Kärnten.

Zukunftsentwurf Oberkärnten

Mit dem Projekt „Zukunftsentwurf Oberkärnten“ bringen Land Kärnten, AMS Kärnten und das Mädchenzentrum Klagenfurt Frauen, Unternehmen, Organisationen und Gemeinden aus der Region Spittal zusammen. Gemeinsam wird ein Handlungsleitfaden erarbeitet, von dem alle gleichermaßen profitieren sollen. Natürlich spielen dabei die Themen Arbeit und Gleichstellung eine zentrale Rolle: Durch die Globalisierung und Digitalisierung hat sich die Arbeitswelt verändert. Jobs sind weggefallen, im ländlichen Raume gibt es längere Fahrzeiten zur Arbeit etc. Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird so zur noch größeren Herausforderung. Abwanderung in den städtischen Raum ist die Folge und damit verbunden Fachkräftemangel in den Regionen. „Für einen Zukunftsentwurf braucht es vernetztes Denken. In Kooperation mit ansässigen Betrieben können wir z.B. Arbeitsplätze für Frauen in den Regionen schaffen und potentielle Arbeitskräfte – etwa Wiedereinsteigerinnen nach der Karenz – gezielt dahingehend ausbilden“, erläutert Wedenig. „Ziel muss es sein, die Einkommen und Aufstiegschancen von Frauen zu erhöhen, nur das führt langfristig zu ökonomischer Unabhängigkeit und in der Folge zur Reduktion des Gender-Pay-Gaps“ ,sagt Christine Erlach, Geschäftsleiterin des Mädchenzentrum Klagenfurt, das Land und AMS in den Projekten unterstützt.

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