Zeitreise durch die Gailtaler Geschichte - Osttirol Online


Zeitreise durch die Gailtaler Geschichte

„Gailtaler Zeitsprünge – Ein Tal im Wandel der Zeit“ heißt der neue Bildband von Bernhard Gitschtaler, der in der Aula des Schulzentrums Hermagor vorgestellt wurde. Mehr als 300 alte und neue Aufnahmen zeigen darin die Entwicklung der Region zwischen Weißensee und Presseggersee, Nassfeld und Hermagor in den letzten 140 Jahren.

Der Bildband kam gerade passend zum 850-Jahre Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung von Hermagor und rechtzeitig zum 90-Jahre Jubiläum der Stadterhebung im Jahr 2020. Bei der Präsentation zeigte der Herausgeber Bernhard Gitschtaler einen Auszug aus den Bildern und las aus den Begleittexten, unter anderem aus der Feder von Engelbert Obernosterer, die durchaus kritisch in die Vergangenheit aber auch in die Zukunft blicken. Das Buch erlaubt einen einzigartigen Einblick in die Geschichte eines Tales, seine Kultur, Architektur und Menschen im Wandel der Zeit. „Wer durch den Bildband blättert wird staunen, wie sehr sich das mittlere Gailtal in den letzten 140 Jahren von einem von der Landwirtschaft geprägten Tal hin zum Tourismusmagneten verändert hat“, meint Gitschtaler. Zwei weitere Bände, die das Obere und untere Gailtal behandeln, werden in den nächsten Jahren folgen. Aber seine nächste Buchpräsentation rückt bereits näher. Im Februar möchte Gitschtaler „Papa werden! Das größte Abenteuer deines Lebens“ vorstellen, ein Buch über Schwangerschaft aus der Sicht eines werdenden Vaters.

Zurück ins Gailtal

Mag. Bernhard Gitschtaler (Jg. 1987) ist im Gailtal aufgewachsen. Nach der Matura zog es ihn zum Studium nach Wien und „zum Leben in die Welt“. Der leidenschaftliche Vespa-Fahrer ist als Autor, Herausgeber, Kurator, Politikwissenschaftler, Sozialarbeiter und Fremdenführer bzw. „Austrian Guide“ tätig. Einmal im Monat kann man seine Kolumne „GrenzErfahrung“ in der Ersten Kärntner Straßenzeitung „kaz.“ lesen. Nach 13 Jahren hat der Familienvater Wien den Rücken gekehrt und lebt nun wieder in Hermagor. Er engagiert sich als Obmann des Vereins „Erinnern Gailtal“ und ist Herausgeber der „Gailtaler Zeitbilder“, einer Plattform, die historische Aufnahmen vorwiegend aus dem Gailtal über Facebook und Instagram der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Bereits das vierte Buch

Gitschtaler ist Autor und Co-Autor zu drei Büchern zum Thema Nationalsozialismus. Die Titel dieser Bücher sind „Das Gailtal unterm Hakenkreuz“, „Geerbtes Schweigen – Die Folgen der NS-Euthanasie“, und „Ausgelöschte Namen – Die Opfer des Nationalsozialismus im und aus dem Gailtal“. Letzteres, 2015 erschienen, bezeichnet er als sein Hauptwerk. Zusammen mit zwölf weiteren Autoren wurde dazu Forschung betrieben, von „Jerusalem bis London waren wir unterwegs um in Archiven zu stöbern und Interviews zu führen“, erinnert sich Gitschtaler.  Das Buch wurde auch mit dem „Leopold-Kunschak Wissenschaftspreis 2016“ ausgezeichnet.

Verein gegen das Vergessen

Die nationalsozialistische Vergangenheit Kärntens, insbesondere des Gailtals, wissenschaftlich und kritisch zu erforschen und aufzuarbeiten haben sich Gitschtaler und Co-Vereinsgründer Daniel Jamritsch im Verein „Erinnern Gailtal“ zur Aufgabe gemacht. „Erinnern Gailtal“ möchte eine kritische Erinnerungskultur und Gedenkstättenpolitik in der Region anregen. So werden „Stadtspaziergänge gegen das Vergessen in Hermagor“ organisiert. Diese finden mehrmals im Jahr und nach Vereinbarung gegen eine freiwillige Spende statt. Die Begleitbroschüre zu den Stadtspaziergängen gibt es auch gratis auf der Homepage des Vereins zum Downloaden (www.erinnern-gailtal.at), neben insgesamt 18 weiteren Publikationen zu diesem Thema. Der Verein engagiert sich auch seit längerer Zeit für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Nationalsozialismus in der Bezirkshauptstadt Hermagor, da es so etwas im ganzen Gailtal bisher nicht gebe. Es sei ein schwieriges Thema, so Gitschtaler, „dazu hat sich leider wenig bewegt, dazu braucht es mutige Politik“, man bleibe am Thema dran.

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