Wissenswertes um die besinnliche Zeit - Osttirol Online


Wissenswertes um die besinnliche Zeit

Der Advent ist nicht nur Vorbereitungszeit auf Weihnachten, sondern auch Beginn des neuen Kirchenjahres. Brauchtum und Symbolik sind in dieser Zeit besonders ausgeprägt.

Das Wort „Advent“ kommt vom lateinischen „adventus“ und bedeutet „Ankunft“. Im christlichen Verständnis ist der Advent ein bewusstes Hingehen auf das Fest der Geburt Jesu. Er ist auch mit dem Erwarten der Wiederkunft Jesu am Ende der Zeiten verbunden. In der katholischen und der evangelischen Kirche beginnt mit dem ersten Adventsonntag auch ein neues Kirchenjahr. In der frühen christlichen Kirche Roms dauerte die Adventzeit sechs Wochen. Die vierwöchige Form der Adventzeit geht auf Papst Gregor den Großen (590-604) zurück, der im frühen 7. Jahrhundert die Zahl der Adventsonntage auf vier festlegte. Allgemein verbindlich wurde die sich über vier Sonntage erstreckende Adventzeit erst im Jahr 1570 durch Papst Pius V. Dessen Regelung hat, bis auf wenige Ausnahmen, bis heute ihre Gültigkeit.

Vormals eine Bußzeit

Da die Adventzeit nach ursprünglichem christlichem Verständnis wie die Fastenzeit als Bußzeit galt und auch 40 Tage lang dauerte (siehe 2), ist auch die liturgische Farbe jene der Fastenzeit, nämlich violett. Der Charakter der Buße und Umkehr drückt sich auch heute noch in den adventlichen Messfeiern aus, so zum Beispiel in den violetten Messgewändern sowie im Entfall des „Gloria“. So heißt es in einer alten Bauernregel auch: „Kathrein sperrt den Tanz ein“ (25. November). Deshalb fanden in der Regel in der Adventzeit keine Bälle statt, auch Hochzeiten wurden keine gefeiert. Der dritte Adventsonntag bildet bezüglich der liturgischen Farbe „violett“ eine Ausnahme. Der sogenannte „Gaudete-Sonntag“ (lat. „gaudete“ = freut euch!) bringt diese Freude in der Farbe rosa zum Ausdruck.  Deshalb sind an diesem Sonntag die Messgewänder der Priester und ebenso die dritte Kerze am Adventkranz rosafarben.

Zeit auf Weihnachten verkürzen

Der Adventkranz, wohl das bekannteste Symbol des Advents, ist ein Brauch aus dem 19. Jh. und geht auf den norddeutschen evangelischen Theologen und Pädagogen Johann Wichern (1808-1881) zurück. Sein Ursprung war ein Lichterkranz mit 24 Kerzen, mit dem er Waisenhauskindern die Wartezeit auf Weihnachten verkürzen wollte. In Österreich verbreitete sich der Brauch endgültig erst nach 1945. Das Grün der Tannen- oder Fichtenzweige soll Symbol für Leben, Hoffnung und Gemeinschaft sein. Die vier Kerzen des Adventkranzes sind ein Hinweis auf das Licht, das zu Weihnachten durch die Geburt Jesu der Welt geschenkt wird. Der Adventkalender war ursprünglich eine religiöse Hinführung auf Weihnachten. So befanden sich hinter den Türchen beispielsweise Bibelworte, religiöse Bilder oder Anregungen zum Gebet. Verschiedene Vorformen des Adventkalenders finden sich bereits im 19. Jh. 1908 druckte der Münchner Verleger Gerhard Lang den ersten Adventkalender mit dem Titel „Im Lande des Christkinds“.

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