Unerwarteter Fund im Gailtal - Osttirol Online


Unerwarteter Fund im Gailtal

80 Jahre nach dem letzten Nachweis wurde eine für ausgestorben gehaltene Hummelart in Kötschach gefunden.

„Bombus inexspectatus“ – die „Unerwartete Hummel“, dieser Name ist durchaus zutreffend, denn mit einem solchen Fund war nicht mehr zu rechnen. Diese Hummelart galt in Fachkreisen praktisch als ausgestorben. Der Sensationsfund gelang dem Wiener Biologen Martin Streinzer, der am Gailtaler Polinik (Angerkofel nahe Kötschach) auf ca. 2.100 Metern Seehöhe sowohl ein Männchen als auch ein Weibchen der seltenen Art entdeckte – 80 Jahre nach dem letzten Nachweis. Bestätigt wurde der Sensationsfund von den Hummelexperten der „Citizen-Science-Plattform“  (www.naturbeobachtung.at) des Naturschutzbundes, wo Streinzer, der sich bereits in seinem Studium mit Hummeln befasste, seinen Fund meldete.

Letzte Art nachgewiesen

Die „Unerwartete Hummel“ wurde erst 1963 beschrieben. Sie gleicht so sehr ihrer Schwesterart, der Grashummel, dass in den Museen über viele Jahre unerkannte Exemplare dieser Art steckten, so auch zwei Tiere aus den Karnischen Alpen. So ähnlich das äußere Erscheinungsbild beider Arten ist, so verschieden ist ihre Lebensweise: Denn „Bombus inexspectatus“ ist ein Brutparasit bei ihrer Schwesterart. Das heißt, die Weibchen dringen in Nester der Grashummel ein und deren Arbeiterinnen ziehen – ähnlich wie beim Kuckuck – die Nachkommenschaft des Eindringlings auf. Deshalb hat die brutparasitische Art auch keine Arbeiterinnen mehr und sammelt keinen Pollen für die Nachkommenschaft.  In Österreich kennt man 42 Hummelarten, drei davon gelten als ausgestorben. Mit diesem Fund wurde nun auch die letzte in Österreich vorkommende Hummelart.

Auch für Laienwissenschaftler

Die „Citizen-Science-Plattform“ (www.naturbeobachtung.at) bietet allen Interessierten die Möglichkeit, Naturbeobachtungen, auch über eine App, zu sammeln und sich in einem Forum auszutauschen. Experten helfen beim Bestimmen von gefundenen Arten.

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