Steigende Anforderungen durch Extremereignisse - Osttirol Online


Steigende Anforderungen durch Extremereignisse

Kärntens Feuerwehren sind gut gerüstet. Landesfeuerwehrkommandant Ing. Rudolf Robin blickt auf das einsatzintensive Jahr 2019 zurück und sieht künftig steigende Anforderungen.

2019 war für die Feuerwehren ein sehr herausforderndes Jahr. Beim Sturmtief „Detlef“ im November 2019 waren aufgrund von Überflutungen, Hangrutschungen, Stromausfällen, verlegten Straßen, usw. kärntenweit 260 Feuerwehren zeitgleich im Einsatz. In 1.552 Einsätzen arbeiteten rund 12.000 Feuerwehrleute diese schwierigen Aufgaben ab. Besonders gefordert waren die Feuerwehren in den Bezirken Hermagor, Spittal/Drau, Villach-Land, Klagenfurt-Land, St.Veit/Glan und Wolfsberg. Insgesamt waren rund 70 Prozent des Bundeslandes von der Unwetterkatastrophe betroffen, wie LFK Robin feststellt. Er weist darauf hin, dass nur durch die gute Zusammenarbeit zwischen den Behörden, den einzelnen Einsatzorganisationen, den Energieversorgungsunternehmen und dem Bundesheer präventive Maßnahmen gesetzt wurden, wodurch es gelungen sei, noch größeren Schaden zu verhindern.

Geräte-Bedarf anpassen

Ob Stürme, Starkregen oder -schnee, Vermurungen, Waldbrände, Überschwemmungen oder ein Blackout - „Wir müssen uns offensichtlich auf ein jährliches Extremereignis einstellen und die erforderlichen Maßnahmen setzen“, so Robin. Dabei geht es um Geräte-Nachbeschaffung und Ausbildung. Teamgeist und Kooperationen prägen die einsatzstarken Feuerwehren, die gut ausgerüstet und auf diverse Ereignisse vorbereitet sind. Es gehe jetzt darum, die Feuerwehren auf den neuesten Stand der Technik zu bringen bzw. zu halten, so Robin. „Fast jährlich kommen neue Herausforderungen hinzu, bedingt durch die Veränderung des Klimas, aber auch durch die Einführung neuer Technologien. Das kostet Zeit und  Geld. Die vielen unentgeltlich tätigen Feuerwehrleute kommen der Öffentlichkeit in punkto Zeit sehr entgegen“. Doch es brauche die finanziellen Mittel sowie entsprechende Rahmenbedingungen seitens der Politik und Gesellschaft. Hier gehe es um Rückführung der Mehrwertsteuer nach der Anschaffung von Einsatzgeräten in Form eines Zuschuss an die Gemeinden ebenso wie um eine Erhöhung der Katastrophenfondsmittel, um weitere notwendige Ausrüstungen zu finanzieren. Sehr positiv sieht Robin das im Vorjahr eingeführte und weiter zu entwickelnde Bonussystem, wonach private Arbeitgeber eine Entschädigung erhalten, wenn sie ihre Mitarbeiter für einen Einsatz bei einem Großschadensereignis freistellen. Diese Mitarbeiter brauchen dadurch keinen eigenen Urlaubstag mehr konsumieren.

Nach Ausrüstungsplan

Vor fünf Jahren wurde mit der Gefahrenabwehr- und Ausrüstungsplanung (GAP) der Kärntner Feuerwehren begonnen. Ziel ist es, alle Feuerwehren - jede eigenverantwortlich mit einer Grundausstattung - zu erhalten, jedoch Synergien und Schwerpunkte in den einzelnen Gemeinden zu schaffen und nach den Kriterien der Effizienz, sprich Notwendigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit vorzugehen. Alle Feuerwehren wurden bzw. werden noch evaluiert, rund 80 sind bereits begutachtet. Das Fazit laut LFK Robin: Die Feuerwehren sind sehr gut ausgerüstet, nicht überausgerüstet und die notwendigen Beschaffungen erfolgen aufgrund dieses GAP.

Feuerwehrjugend

Die „Freiwilligen“ mit ihrer Einsatzbereitschaft, Leistungsstärke, Kameradschaft und Motivation sind unverzichtbar. Garant für die erfolgreiche Einsatzbewältigung ist die Landesfeuerwehrschule, die die laufende Weiterentwicklung der Kameradinnen und Kameraden fördert.  Diese Schule mit realitätsnahen Ausbildungsprogrammen wurde auch mit einem Staatspreis für Unternehmensqualität ausgezeichnet. Wie sieht es mit dem Feuerwehrnachwuchs aus, der ja für das ehrenamtliche System der Feuerwehren von zentraler Bedeutung ist? 145 Jugendgruppen mit rund 1.300 Jugendlichen zwischen zehn und 15 Jahren bilden die Feuerwehrjugend. Im Vorjahr sind acht Jugendgruppen hinzugekommen, Tendenz steigend.  Der Kärntner Feuerwehrverband feierte im Vorjahr sein 150-jähriges Bestehen und ist der älteste in Österreich. Er stellt sich vielen weiteren Aufgaben, von Energiefragen über den Leitstellenverbund (Landesalarm-und Warnzentrale mit Bezirks-Warnzentralen in Villach und Klagenfurt) bis hin zu gesetzlichen Anpassungen.

Karl Brunner

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