Städtepartnerschaft zwischen Spittal und Gottschee - Osttirol Online


Städtepartnerschaft zwischen Spittal und Gottschee

Spittal unterzeichnet einen Städtepartnerschaftsvertrag mit der Stadt Kočevje/Gottschee (Slowenien). Dazu wird im Schloss Porcia ein Dokumentarfilm über Kultur und Besiedelung und das Schicksal der Gottscheer gezeigt.

Am 15. Oktober wird im Schloss Porcia die Städtepartnerschaft besiegelt. Am Abend wird im Ahnensaal  der Film „Gottscheabar Lont – das verlorene Kulturerbe“ gezeigt (Beginn 19.30 Uhr). Der Dokumentarfilm von Produzent Mag. Hermann Leustik (Uni Klagenfurt) und Regisseur Uros Zavodnik widmet sich dem beinahe verlorenen Kulturerbe der Gottscheer, wobei die Erzählung in der ebenso fast verlorenen Sprache, dem Gottscheerischen oder „Gotscheeabarisch“, gehalten wird. Es ist dies ein Versuch, diese Kultur und diese eigene deutsche Sprache für das Weltkulturerbe zu erhalten. Die Handlung des Dokumentarfilms beginnt in der Ruine von Schloss Ortenburg bei Spittal, von wo aus Oberkärntner und Osttiroler einst das Gottscheerland besiedelten: Der Alt-Gottscheer (Frank Mauser, Jahrgang 1938), der noch im Gottscheerland geboren wurde, erzählt seiner Nichte in seiner Muttersprache, in Gottscheerisch, die Geschichte über seine eigene Kultur.

Im 2. Weltkrieg vertrieben

Das „Gottscheerland“ - eine ehemalige deutsche Sprachinsel, befindet sich in Slowenien, 60 km südlich von Laibach an der kroatischen Grenze. Über 600 Jahre lebten die Gottscheer in einem relativ abgeschlossenen Gebiet,  von 1300 bis zum Winter 1941/1942. In den Wirren des 2. Weltkrieges wurden sie aus ihrer Heimat in die Untersteiermark umgesiedelt und mit Ende des Krieges von dort vertrieben. Ohne Hab und Gut, aber noch am Leben verstreuten sich die Gottscheer in alle Welt. So werden in Australien, den USA, Kanada und Deutschland noch eigene Gottscheer Vereine, Gedenkstätten und Museen gepflegt.

Städtepartnerschaft

Vor 100 Jahren war Spittal zwei Monate lang die Landeshauptstatt Kärntens. Als im Sommer 1919 Klagenfurt von jugoslawischen Truppen besetzt war, übersiedelte die Landesregierung vorübergehend in den Landmarkt Spittal an der Drau. Anlässlich dieses 100-jährigen Jubiläums findet im Schloss Porcia am 15. Oktober ein Festakt statt. Im Zuge dieser Feier wird auch die Städtepartnerschaft zwischen Spittal und Kocevje/Gottschee unterzeichnet.  Zum Thema „Regierungssitz“ wurde im Eckzimmer des Schlosses Porcia eigens eine Ausstellung eingerichtet, die die Bedeutung der damaligen Landeshauptstadt Spittal aufzeigt. Sie ist noch bis Ende Oktober zu sehen. Eine weitere Vorführung des Films über das „Gotscheer Lont“ wird es am 31. Oktober um 19 Uhr im Freizeitzentrum in Feffernitz (Gemeinde Paternion) geben.

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