Rettungsfahrer bekam Strafe nach Hause - Osttirol Online


Rettungsfahrer bekam Strafe nach Hause

Nicht schlecht gestaunt hat ein Rettungsfahrer über eine Radar-Strafe, nachdem er bei einem Einsatz in Richtung Krankenhaus Lienz mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. Nach einem Gespräch zwischen Landesrettungskommandanten Georg Tazoll und der Lienzer Bezirkshauptfrau Dr. Olga Reisner konnte die Sache aber rasch geklärt werden.

Seit über 18 Jahren fährt der Rotkreuz-Mitarbeiter (der Name ist der Redaktion bekannt) mit Patienten aus Oberkärnten in das Bezirkskrankenhaus Lienz. Bei einer Einsatzfahrt sollte eine Geschwindigkeitsübertretung kein Problem sein, zumindest war sie es bis dato nicht. Im Mai sei er auf Höhe Dölsach, Osttirol, im Einsatz um 30 km/h zu schnell ins Radar gefahren. Nach einer Lenkererhebung wurde er von der BH Lienz aufgefordert 160 Euro Geldstrafe privat zu zahlen. Daraufhin habe er einen Einspruch verfassen müssen. „Bisher hat es sowas noch nicht gegeben, aber seit Mai sind mir schon mehrere Fälle von Spittal und Hermagor bekannt geworden“, wundert sich der Rotkreuz-Mitarbeiter. Sich für etwas derart rechtfertigen zu müssen, was im Rahmen des normalen Dienstes notwendig und üblich ist, findet er verstörend.

System nicht gekannt

Um die Sachlage abzuklären, vereinbarte der Kärntner Landesrettungskommandant Georg Tazoll mit einem Vertreter der Rettungsleitstelle Klagenfurt und dem Dienstführer in Spittal ein Gespräch mit der Lienzer Bezirkshauptfrau Dr. Olga Reisner. „Es war ein relativ kurzes Gespräch und die Sache konnte schnell geklärt werden. Die aufgetretenen Fälle werden alle niedergeschlagen“, so Tazoll auf Nachfrage. Das Problem scheint ein Kommunikations-Defizit zwischen den Ländern Kärnten und Tirol gewesen zu sein. In Lienz habe man nur das Kärntner System nicht gekannt. Jedes Bundesland verfüge über eigene Verfahren, was Einsatzfahren angeht. In Kärnten werden diese sofort elektronisch in Klagenfurt erfasst, wenn die Besatzung vor Ort eine Einsatzfahrt für notwendig erachtet. In Tiro werde bei jeder Einsatzfahrt ein Protokoll angefertigt und im Falle einer Anonymverfügung an die Bezirkshauptmannschaft übermittelt, erklärte der GF des Roten Kreuzes Osttirol, Stephan Hofmann, Msc. Die Lienzer Bezirkshauptfrau bestätigte „konstruktive Gespräche und ein gutes Einvernehmen mit dem Kärntner Rettungsdienst, um eine künftige Lösung im Zusammenhang mit Einsatzfahrten zu finden“. Weitere Details zur Vorgehensweise seien in Abklärung. Offen bleiben die Fragen, warum der Kärntner Landesverband, dem die Einsatzfahrten bekannt sind, diese nicht gleich an die BH Lienz weitergemeldet hat, und weshalb diese Probleme erst heuer aufgetreten sind.  

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