Radinfrastruktur-Initiative Kärntenweit gestartet - Osttirol Online


Den Radfahrern soll in Kärnten mehr Raum gegeben werden

Das Land Kärnten geht mit der Initiative „Kärnten am Rad“ allfällige Radinfrastrukturprojekte an. Die Öffentlichkeit ist eingeladen, sich mit Ideen zu beteiligen. Auch der langjährige Lückenschluss in der Lieserschlucht zwischen Seeboden und Spittal sei auf dem Weg.

Der 3. Juni war der „Europäische Tag des Fahrrads“. In Österreich nutzt jeder dritte zumindest mehrmals pro Woche das Rad als Verkehrsmittel. Das Potential für mehr Radfahrten sei laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) groß. Eine Verdoppelung des Radverkehrs von sieben auf 13 % bis zum Jahr 2025 war auch das Ziel der vergangenen Bundesregierung zur Erreichung der Klimaziele. Mangelnde Infrastruktur für den Radverkehr ist jedoch das häufigste Hindernis für den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad. In den Städten werde auf den meisten Straßen parkenden Autos mehr Platz eingeräumt als den Bürgern, die Rad fahren. Am Land gebe es zwischen vielen Siedlungen und dem nächsten Ortsgebiet als einzige Verbindung nur eine Freilandstraße, weist der VCÖ auf die Defizite hin. Die Landesverkehrsreferenten aller Bundesländer tagten Mitte Mai in Salzburg und arbeiteten ein Übereinkommen aus, den Ausbau des Radverkehrs in Österreich künftig stärker zu fördern. Das Übereinkommen soll diesen Herbst unterzeichnet werden.

Mitsprache beim Radmasterplan

Am Tag des Fahrrads fiel auch in Kärnten der Startschuss für die Ausarbeitung eines landesweiten Gesamtkonzeptes zum Thema Radfahren. Die Initiative „Kärnten am Rad“ wurde von LR Martin Gruber und LR Sebastian Schuschnig vorgestellt. Der Radverkehr solle sowohl im Hinblick auf die Umwelt und die Verkehrspolitik des Landes als auch auf den Tourismus gefördert werden.  40 % der Kärnten-Urlauber kommen wegen dem Radfahren ins Land. Dafür wird in die Radinfrastruktur investiert. Bei dem landesweiten „Radmasterplan“ geht es um „Lückenschlüsse im Radnetz, den Ausbau der Radinfrastruktur, technische Innovationen, attraktive Rastplätze und das Miteinander von Radfahrern und den übrigen Verkehrsteilnehmern“, so Gruber. Ideen für die Umsetzung sollen  neben Polizei auch Kärnten Werbung, Tourismusverbände, Gemeinden und Bildungsinstitutionen bringen. Ein Ideenwettbewerb läuft von Juni bis September, Bürger haben die Möglichkeit, sich einzubringen (Info unter: radfahren@ktn.gv). Ab 2020 werde dann mit der Umsetzung begonnen.

Langjähriges Thema Lieserschlucht

In Oberkärnten ist der Lückenschluss zwischen Spittal und Seeboden eines der zentralen Radwege-Projekte, das Gruber als zuständiger Referent in dieser Periode umsetzen möchte. Ziel ist es, diesen Herbst mit den Bauarbeiten zu starten. Nach jahrelanger Diskussion soll dieses für den Bezirk Spittal und den regionalen Tourismus so wichtige Projekt nun endlich umgesetzt und finalisiert werden. Die derzeitige Gesamtkostenschätzung beläuft sich auf 3,6 Mio Euro. Mit den betroffenen Gemeinden wurde eine Vereinbarung zur Kostenaufteilung getroffen, die Aufbringung erfolgt demnach zu zwei Drittel durch das Land Kärnten, ein Drittel der Kosten ist durch die Gemeinden Seeboden und Spittal beizusteuern. Der Radweg durch die Schlucht ist etwa 2,1 Kilometer lang, auf einer Länge von ca. 1 Kilometer soll der Radweg über eine so genannte Kragplatte geführt werden, das heißt hier wird die bestehende Straße durch eine so genannte Kragplatte verbreitert und wird über die Stützmauer zur Lieser hinausragen, sodass der Radweg auf der Platte und über der Lieser entlangführt. Zur Einbindung des Radwegs durch die Lieserschlucht an das bestehende Radwegenetz der beiden Gemeinden Spittal und Seeboden wurden von den Gemeinden letztes Jahr Studien über mögliche Varianten in Auftrag gegeben. Auch hier liegt mittlerweile eine verkehrsrechtliche Beurteilung vor, sodass die Studien in das Gesamtkonzept eingearbeitet wurden. Derzeit laufen noch die notwendigen Genehmigungsverfahren bzgl. Wasserrecht, Naturschutz und Straßenrecht. Bezüglich wasserrechtlicher Fragen zur Kragplattenvariante, gab es bereits Ende 2018 ein Termin beim zuständigen Ministerium in Wien, der sehr positiv verlaufen sei. Es wurde signalisiert, dass das Projekt grundsätzlich genehmigungsfähig ist, unter Berücksichtigung von Auflagen zum Wasserschutz. Die Details werden mit dem Wasserbauamt in Spittal geklärt und dann in bautechnischer Sicht in der Planung berücksichtigt, hieß es aus dem Büro Gruber.

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