Oberfalkenstein wird geprüft - Osttirol Online


Oberfalkenstein wird geprüft

Verein setzt sich weiter für die Bahnhaltestelle über Obervellach ein. Ein Potentialgutachten soll jetzt die mögliche Fahrgastfrequenz in ihrem Einzugsbereich feststellen.

Mit Inkrafttreten des ÖBB Fahrplans für 2020 wurde der Betrieb der Bahnhaltestelle Oberfalkenstein (Pfaffenberg, Gemeinde Obervellach) an der Tauernstrecke eingestellt. Ein Verein stellt sich seither gegen die dauerhafte Schließung dieser Haltestelle, da sich die nunmehrigen öffentlichen Verbindungen vor allem für nach Spittal und weiter auspendelnde Schüler unverhältnismäßig schwieriger gestalten.

Touristische Entwicklung bedenken

Diese ursprünglich von der Gemeinde errichtete Interessentenhaltestelle wurde vor zwei Jahren von den ÖBB aufgrund einer zu niedrigen Fahrgastfrequenz geschlossen. Um ein Argument für die Wiederinbetriebnahme in der Hand zu haben, wurde nun eine Potentialstudie in Auftrag gegeben. Sie soll beweisen, dass doch ausreichend Fahrgäste diese Haltestelle nutzen würden. Die Studie umfasse laut Thomas Rogl, Obmann des Vereins „Freunde der Bahnhaltestelle Oberfalkenstein“, den Personenverkehr der gesamten Tauernsüdrampe. Die touristischen Aspekte dieser Anbindung sollen hier miteinbezogen werden, genauso wie eine erwartete zukünftige Entwicklung des Bahnverkehrs, wie die Eröffnung der Koralmbahn und der Aufwertung des Bahnhofs Mallnitz-Obervellach als Schnellzug-Station, der derzeit barrierefrei umgebaut wird.

Gemeinden mit an Bord

Der Auftrag für das Gutachten erging an die Brenner Managementberatung GmbH (Mobilitäts-Experten mit Sitz in Wienerneustadt), mit Gunther Mackinger soll ein international anerkannter Bahnsachverständiger die Erhebung begleiten, Kostenpunkt: 10.800 Euro. Laut Obmann-Stv. Dr. Richard Huber unterstützen neben Privatspendern die Gemeinden Mallnitz, Obervellach, Reißeck, Mühldorf, Lurnfeld, Lendorf, Flattach und Spittal das Vorhaben finanziell. Kürzlich wurde ein erster Lokalaugenschein mit den „Freunden“ und den Mobilitätsexperten durchgeführt. Die Studie soll voraussichtlich bis Jahresende fertiggestellt sein. Diese werde dann der ÖBB und dem Land Kärnten als Besteller des öffentlichen Verkehrs präsentiert und soll Basis für Verhandlungen über die Instandsetzung der Haltestelle sein. Kostenschätzungen der ÖBB beliefen sich im Vorjahr auf rund eine Mio Euro. Zuerst müsse man aber wissen, ob dieses Vorhaben von Seiten der Bahn Sinn macht, meint Huber, der mit einer Verdoppelung bis Verdreifachung der Fahrgastzahlen nach Eröffnung der Koralmbahn 2026 rechnet. Bei entsprechender Frequenz sei die ÖBB grundsätzlich bereit, einen Teil mitzufinanzieren.

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