Nur ein Drittel des Hausmülls nicht mehr verwertbar - Osttirol Online


Nur ein Drittel des Hausmülls nicht mehr verwertbar

Laut Kärntner Abfallanalyse-Bericht präsentiert fallen in unserem Bundesland rund 97.000 Tonnen Hausmüll jährlich an. Ein Drittel bis zur Hälfte davon ist tatsächlich nicht verwertbarer Hausmüll. Mehr Information und Sensibilisierung soll Abhilfe schaffen.

Aus welchen Abfallarten setzt sich der Kärntner Hausmüll zusammen? Wie ist es um die Sammelmoral der Kärntner Bevölkerung bestellt und wo gibt es Raum für Verbesserungen? Antworten auf diese Fragen gibt der aktuelle Kärntner Abfallanalyse-Bericht, der von  Umweltreferentin LR Sara Schaar gemeinsam mit Experten der Umweltabteilung sowie Vertretern der Kärntner Abfallwirtschaftsverbände präsentiert wurde. Der Abfallwirtschaftsbericht 2018 zeigte, dass die Abfall- und Altstoffbewirtschaftung in Kärnten gut funktioniere, so Schaar. So konnte der gemischte Siedlungsabfall (Rest- und Sperrmüll) zuletzt leicht reduziert werden. „Kärnten verfügt über eine flächendeckende Entsorgungsinfrastruktur, die auf der Sammlung ab Haus basiert. Des Weiteren stehen 85 Abfallwirtschaftszentren in den Gemeinden zur Verfügung. Eine wichtige Säule ist auch die Müllverbrennungsanlage in Arnoldstein, die auch Villach mit Fernwärme versorgt.

Vermeidbarer Müll

Insgesamt fallen in Kärnten etwa 97.000 Tonnen Hausmüll im Jahr an. Laut Abfall-Analysebericht handelt es sich bei 14.600 Tonnen Abfall, der jährlich im Hausmüll landet, um vermeidbaren Müll. Darunter auch Lebensmittel, ungeöffnete Milchprodukte und Konservendosen, ganze Semmel und Äpfel usw. – das sind 26 kg pro Einwohner und Jahr. Weitere interessante Details der Studie: 21.500 Tonnen, die pro Jahr im Hausmüll landen, sind Verpackungen – „das heißt, der Verbraucher zahlt doppelt, mit seinem Einkauf und dann nochmal bei der Entsorgung“, erläutert Harald Tschabuschnig, Leiter der Umweltabteilung des Landes Kärnten. Hier geht die Empfehlung dahingehend, die Einrichtungen für die getrennte Sammlung noch mehr als bisher zu nutzen. „Derzeit gibt es in Kärnten zwei Sammeltypen, was nicht ideal ist. Ziel ist es, für Kunststoff- und Metallverpackungen einen einheitlichen, klaren Sammeltyp in Kärnten zu etablieren. Dann würden sich auch die Bürger bei der Trennung leichter tun“, meinte Tschabuschnig. Bei 18.700 Tonnen des Abfalls handelt es sich um Gartenabfälle bzw. Organisches. „Das heißt, dieser Abfall könnte zum Beispiel kompostiert werden. Außerdem ist die Entsorgung über den Hausmüll teurer“. Auch im Hausmüll landen jedes Jahr 80.000 Kilogramm Batterien, die Schwermetalle enthalten und auch aufgrund der hohen Brandgefahr ein hohes Sicherheitsrisiko bergen.

Abfallberater

Um den Müll noch besser in Griff zu bekommen, solle künftig stärker bei der Bewusstseinsbildung angesetzt werden. Vermeiden, Trennen und Verwerten von Abfällen steht dabei im Vordergrund. „Die Ergebnisse des Abfall-Analyseberichtes zeigen ganz deutlich, dass es bei der Abfallvermeidung und -trennung noch viel Luft nach oben gibt. Vieles, das im Hausmüll landet, gehört aber gar nicht dort hin“, so die Umweltlandesrätin. Mit Aufklärung und Bewusstseinsbildung soll bei den Kindern stärker angesetzt werden. „Kinder sind unsere Multiplikatoren. Derzeit sind 19 Abfallberater an Kärntens Schulen im Einsatz. Ziel laut Abfallwirtschaftskonzept des Landes Kärnten ist es, dass jeder Schüler mindestens einmal in den ersten vier Schulstufen und mindestens einmal zwischen der 5. und 8. Schulstufe im Unterricht durch einen Abfallberater informiert wird“, betont Schaar.

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