Neue Projekte schützen vor Natur-Katastrophen - Osttirol Online


Schutzpaket von Siedlungen, Wäldern und Infrastruktur geschnürt

Die Finanzierung des Wiederaufbaus nach dem Sturm im vergangenen Jahr und die Errichtung von Schutzmaßnahmen im Lesachtal ist gesichert. Grünes Licht gibt es auch für Sicherungsprojekte in Mörtschach, Seeboden, Mallnitz und Stall.

Bis 2034 wenden Bund und Land über 63 Mio. Euro für neue Schutzprojekte auf. Allein zum Schutz des Siedlungsraumes und der Bundesstraße auf einer Länge von ca. 4,1 km sowie der raschen Wiederbewaldung der sehr steilen, nunmehrigen Kahlflächen, wurde ein „Generelles Projekt 2019 Lesachtal“ mit zwölf Maßnahmenbereichen und einer Investitionssumme von insgesamt 28 Mio. Euro ausgearbeitet. Dieses soll in den nächsten 15 Jahren umgesetzt werden.

Dringende Maßnahmen

Mit dem ersten Detailprojekt werden die dringlichsten Schutzmaßnahmen rasch ausgeführt. Geschützt werden die in den Lesachtaler Ortschaften Maria Luggau Ost und West sowie Liesing Nord und in Kötschach-Mauthen in der Ortschaft Wetzmann durch Steinschlag, Lawinen und Schneerutsche gefährdeten Wohnobjekte und Infrastrukturanlagen wie die B 111 sowie viele Gemeindestraßen und Zufahrtswege. Die Kosten für diesen ersten Projektteil belaufen sich auf 6,9 Mio. Euro, davon kommen 62 % vom Bund, 31 % vom Land (21 % Wasserwirtschaft, 10% Landesstraßenverwaltung) und 7 % vom Gemeindeverband Karnische Region. Vor kurzem waren die Abgeordneten Elisabeth Köstinger und Gabriel Obernosterer vor Ort, um sich das Projekt im Lesachtal anzusehen. „Gabriel Obernosterer hat wie ein Löwe dafür gekämpft“, sagte Köstinger, und ergänzt: „Ich habe die Verhandlungen darüber noch in meinen letzten Wochen als Ministerin finalisiert. Wir haben den Finanzierungsanteil des Bundes von 60 auf 62 % erhöht. Bei einem Gesamtvolumen von 28 Mio. Euro macht das schon einen gewaltigen Brocken aus“.

Sicherungsprojekte

Auch in der Gemeinde Mörtschach gibt es grünes Licht für ein 4,7 Mio. Euro-Sicherungsprojekt zum Schutz der Siedlungen sowie von rund 17 Kilometern an Gemeinde- und Zufahrtsstraßen. Alleine hier sind 400 Menschen und 280 Gebäude betroffen. Das Projekt soll auch noch heuer starten und bis 2034 fertiggestellt werden. „Der Schutz der Menschen steht für uns an oberster Stelle“, erklärt LR Daniel Fellner, „aus diesem Grund geben wir im Jahr 2019 so viel für WLV-Maßnahmen aus wie noch nie.“ Am Trefflingerbach in der Marktgemeinde Seeboden werden zum Schutz der Siedlungsgebiete und der bestehenden Infrastruktur in den Ortschaften Seeboden, Liedweg und Treffling vor Hochwasser und Geschiebeablagerungen bis 2023 insgesamt 2,6 Mio. Euro investiert. Die Realisierung der Verbauungsmaßnahmen am Tauchenbach in der Gemeinde Stall im Mölltal, die den Ortsteil Latzendorf sowie die angrenzenden Verkehrsinfrastruktur der Mölltal Landesstraße vor Murgängen schützen soll, kostet insgesamt drei Millionen Euro und die Umsetzung des Steinschlag-und Lawinenschutzes Hindenburghöhe im Gemeindegebiet von Mallnitz schlägt mit mehr als 1,8 Mio. Euro zu Buche.

Nicht nur Infrastruktur und Wohnobjekte müssen wieder aufgebaut und verstärkt geschützt werden, sondern auch zerstörte Schutzwälder. Mit Flächenwirtschaftlichen Forstprojekten wird nachhaltig geholfen. „Für eine Laufzeit von 15 Jahren stehen für Maßnahmen in Schutzwaldgebieten 31 Mio.  Euro zur Verfügung. Es geht dabei um eine Fläche von mehr als 6.000 Hektar“, erklärt Forstreferent LR Martin Gruber. 60 % kommen dabei vom Bund, 30 % vom Land und 10 % müssen die Grundeigentümer aufbringen.

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