Mölltaler radelt für den kleinen Levi nach Athen - Osttirol Online


Mölltaler radelt für den kleinen Levi nach Athen

Am Dreikönigstag startete Florian Lerchbaumer mit dem Fahrrad Richtung Griechenland. In 20 Tagen will der Hobbyradler die Strecke Mölltal – Athen geschafft und dabei eine große Summe an Spendengeldern für den kleinen Levi aus seiner Heimatgemeinde Stall gesammelt haben.

Das Rennrad ist eigentlich nicht so sein Metier, üblicherweise ist Florian Lerchbaumer (25) auf dem Mountainbike oder dem Trailbike anzutreffen – er ist Hobbyhalber, sein Brotberuf Freileitungsmonteur. Seit 6. Jänner ist der junge Mölltaler schon mit dem Rad auf dem Weg nach Athen, eine Strecke von rund 1.950 Kilometern. Rund 450 Kilometer hat er bereits abgeradelt, als wir mit ihm gesprochen haben. Florian radelte gerade entlang der Kroatischen Küste, hat Österreich, Italien und Slowenien hinter sich gelassen. Die 15 Grad Lufttemperatur am Mittelmeer sind ideal zum fahren, er komme gut voran und versuche jeden Tag mindestens 100 Kilometer hinter sich zu bringen, sagt er. „Es läuft super“, die Wadeln und die Oberschenkel haben sich schon an die Anstrengung gewöhnt, die Knie spürt er ein bisschen. Von Stall aus gestartet, begleitete ihn der Vater seiner Freundin, Raimund Hartl. Seit vergangenen Mittwoch ist Florian nun alleine unterwegs, sein Ziel Athen vor Augen. „Wenn es so weitergeht, wird es sich mit den 20 Tagen ausgehen“, meint er. Die Route hat er im Vorhinein nur grob geplant, entschieden wird auf der Strecke. Seine Freundin begleitet ihn mit einem umgebauten VW-Bus, da wird geschlafen, geduscht und gekocht.

Radtour für Levi

Die beiden sind seit März damit in ganz Europa unterwegs – Norwegen, Schweden, Portugal und auch Griechenland. Eine Radtour nach Griechenland sei jetzt ein würdiger Abschluss dieses Jahres, sagte er. „Und warum das Ganze nicht in den Dienst einer guten Sache stellen, das würde mich obendrein motivieren“, so der begeisterte Radler. „Wir wollten jemanden in der Region helfen und haben uns umgeschaut. Die Tochter einer Arbeitskollegin meiner Mutter hat einen Sohn, der krank ist“, erzählt Florian. Der kleine Levi ist 6 Jahre alt und leidet an einer degenerativen Hirnerkrankung „Morbus Canavan“ die durch einen Gendefekt ausgelöst wird. Der Großteil der Canavan-Kinder bleiben Zeit ihres Lebens auf dem Stand eines Neugeborenen. Man muss sie wickeln, füttern, baden und anziehen. Sie können nicht selbständig den Kopf halten, nicht alleine sitzen und natürlich nicht gehen. Levi leidet zusätzlich an Krampfanfällen und Spasmen, nur die Einnahme von Medikamenten und regelmäßige Physio lindern die Beschwerden etwas. „Die Familie hat jetzt viele Kosten zu stemmen, weil der Bub auch immer größer wird. Ein Behindertengerechtes Fahrzeug, ein Rollstuhl und ein Treppenlift müssen angeschafft werden“, erzählt Florian.

Bereits große Resonanz

Seine Fahrt hat er auf Instagram inszeniert und dadurch viele spendenbereite Menschen erreicht. Bisher sind rund 31.400 Euro auf dem Spendenkonto, das auf Instagram verlinkt ist, eingetroffen. Alleine am 23. Dezember, kurz nachdem er das Video mit Spendenaufruf online stellte, langten innerhalb von 24 Stunden über 10.000 Euro ein. „Damit hat keiner gerechnet“, freut sich der Mölltaler über die Spenden und die mittlerweile 110.000 Aufrufe. Vor ihm liegen nun noch ein Teil Kroatien, dann geht es nach Montenegro, Albanien und schließlich nach Griechenland. Ein Bild von der Überfahrt über den Pellopones will er uns zukommen lassen.


Weitere Bilder:
Am Dreikönigstag ist er in Stall aufgebrochen, innerhalb von 20 Tagen will Florian Lerchbaumer in der griechischen Hauptstadt Athen ankommen. Auf dem Weg sammelt der begeisterte Hobbyradler über seinen Instagram-Kanal Spenden für den Kleinen Levi aus sein

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