Marterl erinnert an einstige Freunde - Osttirol Online


Marterl erinnert an einstige Freunde

Ein besonderes Marterl steht oberhalb von Kolbnitz (Gemeinde Reißeck) im Keuschenwald beim so genannten „Marterl-Wanderweg“. Das Marterl mit seiner Inschrift erinnert an den Zweiten Weltkrieg und an eine große Freundschaft zweier Kolbnitzer, einer von ihnen kehrte vom Krieg nicht mehr heim.

Die Inschrift auf der Holztafel neben dem Kreuz am Baum lautet: „Bei Kriegsausbruch 1.9.1939 trafen sich auf dieser Stelle zwei Bergkameraden, Rupert Bugelnig, Almhalter auf der Kolbnitzer Alm, sowie Albert Scheiflinger, Almhalter im Keuschenwald. Während ihres Gespräches gaben sie sich das Versprechen, sollte einer von ihnen beiden in den Wirren des Krieges sein Leben lassen, dieses Marterle aufzustellen. Rupert Bugelnig, 30 Jahre alt, gefallen am 12. 6. 1940 in Frankreich, sah seine geliebte Heimat leider nicht mehr. Albert Scheiflinger löste sein Versprechen ein und stellte dieses schöne Marterle nach Kriegsende 1945 auf. Ehre ihrem Gedenken.“

Am Rundweg wird gearbeitet

Josef „Joschi“ Bugelnig (Jg. 1946) aus Zandlach/Kolbnitz hat diese kleine Gedenkstätte erneuert und ist jetzt wieder dabei, sie zu renovieren. Er sieht es als Verpflichtung an, dieses Marterl zu erhalten und damit seine Entstehungsgeschichte weiterzugeben und freut sich dabei auch über die Unterstützung durch hilfsbereite Freunde. Kürzlich haben er und Alfred Wabnig in Eigeninitiative auch den nach dem letzten Sturm zerstörten unteren Holzsteg über den Pernitzbach wieder hergestellt, die obere, ebenfalls zerstörte Holzbrücke wurde von der Almgemeinschaft Keuschenwald wieder neu errichtet, um so den gesamten und gern begangenen Rundweg von der Bergstation der Kreuzeckbahn durch den Keuschenwald und herunter zum Ortsteil Tratten wieder begehbar zu machen. Bugelnig ist begeisterter Holz-Drechsler und versteht es, ins Holz Muster oder Schriftzüge ganz nach Wunsch gut sichtbar hineinzubrennen. Bugelnig arbeitete 35 Jahre bei den ÖBB. Sein großes Hobby ist Heimwerken und besonders das Drechseln. Er produziert viele Gebrauchs- und Ziergegenstände, von Schüsseln und Tellern über Nistkästen, Blumenbankl bis zu Kerzenständern, u.a.m. Was der fleißige und interessierte Zandlacher in seiner Freizeit noch gerne macht, ist Wandern und Radfahren, neuerdings mit Elektroantrieb.

Karl Brunner

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