Lösung für Kärntner Almbauern am Tisch - Osttirol Online


Lösung für Kärntner Almbauern

Kärntner Almbauern können mit eigenem Formular jederzeit ihr Vieh und ihre Almflächen im Grenzgebiet betreuen.

Jene Land- und Forstwirte, deren Almwirtschaftsflächen teilweise in italienisches und slowenisches Staatsgebiet reichen, können ab heute, Mittwoch, die grüne Grenze zu ihren Almen und zu ihrem Vieh überqueren. Laut der Verordnung des Innenministeriums sind dann Grenzübertritte in der Zeit zwischen 5 und 21 Uhr möglich, pro Almgemeinschaft dürfen maximal acht Personen, wie z. B. Hirten, Auftreiber oder die Almobleute, die Grenze auf ihrem Gebiet überschreiten. Mitzuführen ist lediglich ein ausgefülltes Formular, das u.a. bestätigt, dass der Betroffene sich weder in Quarantäne zu befinden hat, und er auch nicht aktuell an Covid-19 erkrankt ist. Weiters bestätigt werden mit dem Formular, dass sich der Inhaber des Formulars der einschränkenden Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bewusst ist sowie der Grund des Grenzübertritts. Das Formular ist auf der Seite der Kärntner Landesregierung unter katinfo.ktn.gv.at zum Download bereit.

Konkret davon betroffen sind neun Almen im Grenzgebiet zu Italien (Göriacher, Achomitzer, Feistritzer, Poludniger, Egger, Treßdorfer, Straniger, Görtschacher und Vorderberger Alm), zwei Almen, die an Slowenien grenzen (Brekova und Techma Alm), sowie eine italienische Alm (Uggowitzer Alm).

Rechtssicherheit

„Die betroffenen Almbauern waren verständlicherweise verunsichert und die Situation für sie mehr als unbefriedigend. Daher habe ich mich der Angelegenheit auch persönlich angenommen, und unter anderem meinem friulanischen Amtskollegen Massimiliano Fedriga die Notwendigkeit einer Lösung verdeutlicht. Umso mehr freut es mich, dass in Verhandlungen auf Beamtenebene nunmehr Rechtssicherheit hergestellt werden konnte. Damit herrscht nun für die Almbauern endlich Gewissheit und sie können ihre Almen auch auf italienischer Seite bewirtschaften“, erklärt Kaiser.

Rechtzeitig zum Start der Almsaison

Von einer großen Erleichterung für die betroffenen Kärntner Almgemeinschaften spricht Agrarreferent Gruber. „Die Grenzschließungen aufgrund der Coronakrise machten ihnen zu schaffen. Jetzt liegt die Lösung am Tisch und kommt kurz vor dem Start der Almsaison zur rechten Zeit. Die Bauern müssen ihre Tiere versorgen und auch davor schon wichtige Instandhaltungsmaßnahmen z.B. an Zäunen durchführen. Die Verordnung des Innenministeriums ist die Voraussetzung dafür, dass diese Arbeiten begonnen werden können“, so Gruber.

Grenzgänger

Wie der Landeshauptmann erklärt habe die Präfektur von Udine klargestellt, dass Landarbeiter nach Ansicht der italienischen Behörden nicht verpflichtet sind, die Grenze an Straßenübergängen zu überqueren, und sie daher direkt über die Berggrenze zu den Weiden gelangen können. Weiters gilt: Wenn landwirtschaftliche Arbeitskräfte in Italien angestellt oder selbständig erwerbstätig sind und in Österreich leben und mindestens einmal wöchentlich nach Österreich zurückkehren, können sie als Grenzgänger eingestuft werden und haben daher bei der Einreise nach Italien keine Quarantänepflicht. Sie müssen jedoch im Falle von Kontrollen eine Selbstbescheinigung mit sich führen, in der der Grund für den Ortswechsel angegeben wird.

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