Lieser-Maltatal: Regionalität kommt jetzt auch ins Haus - Osttirol Online


Fast wie Amazon, nur regional im Lieser- und Maltatal

Eine bereits lange geplante Maßnahme der Klima- und Energie Modellregion (KEM) „Lieser- Maltatal“ wurde aus aktuellem Anlass in die Tat umgesetzt. Transporteure und Direktvermarkter stellen zusammen einen regionalen Lieferdienst auf die Beine.

Viele Produkte des täglichen Lebens werden regional produziert und das in hoher Qualität und ohne Ausbeutung von Mensch und Natur, sagt Ing. Hermann Florian, Manager der KEM „Lieser- Maltatal“. Dabei stellte sich die Frage, wie kommen Kunden an regionale Produkte, ohne weite, individuelle Wege auf sich zu nehmen? „Zum Wochenmarkt zu fahren ist nicht immer möglich und die verschiedenen Höfe ‚abzuklappern‘ ist zeitraubend und ökologisch zweifelhaft“, so Florian. Deshalb wurde im Lieser- und Maltatal ein Lieferdienst-Projekt gestartet, wobei Abnehmer regionale Produkte von heimischen Produzenten über zwei Transporteure (Bacher Reisen in Gmünd und Taxi Ramsbacher in Rennweg) direkt nachhause geliefert bekommen.

Testphase

Das Projekt befindet sich momentan in Phase 1, heimische Produzenten vernetzen sich mit ihren Kunden und werben möglichst über Mundpropaganda für die Teilnahme an diesem Lieferservice. Konkret können die Abnehmer direkt bei den Produzenten bestellen, diese liefern ihre zusammengestellten Pakete bis Mittwochmorgen um 9 Uhr bei einem der Transporteure ab. Die Auslieferung erfolgt im Laufe des Vormittags. Unterstützt wird die Aktion durch die regionale „Suchmaschine“ für das Lieser- und Maltatal „Regional im Tal“ (http://regional-im-tal.at/). Die Kosten für die Kunden betragen pro Lieferung vier Euro, einen Anteil an den gesamten Transportkosten übernehmen die Produzenten, auch die Klima- und Energie Modellregion unterstützt das Projekt finanziell in der Testphase. Der Lieferdienst soll in einer ersten Phase bis Juli getestet und danach evaluiert und bezüglich Kosten und Sammelpunkte angepasst werden, so Florian. „Wir hoffen, dass der Lieferdienst dann ohne Subvention auskommt“.

Kleine Wirtschafskreisläufe wichtig

„Dies soll nicht einfach nur ein Lieferdienst sein, sondern soll unsere Bevölkerung auch dazu ermutigen und motivieren, wirklich mehr an die regionale Wirtschaft und unseren Lebensraum zu denken“, so Florian. „Durch die Corona Krise wird uns besonders deutlich vor Augen geführt, dass kleine Wirtschaftskreisläufe sehr wichtig sind und kurze Wege und regionale Wertschöpfung für unseren Lebensraum und auch das Klima immer wichtiger werden. Die wahren, aber leider meist nicht sichtbaren Kosten für Billigprodukte von weit her, sind besonders für die Umwelt sehr hoch. Der Wert unserer eigenen Produkte und Leistungen wird zu oft übersehen und als zu teuer angenommen“, so der KEM-Manager. Es gehe dabei auch darum, Arbeitsplätze im Tal zu erhalten und neue zu schaffen und den Grad der Selbstversorgung in der Region zu erhöhen. Auch der Tourismus könne davon profitieren. Ein weiterer Vorteil ergibt sich für die Umwelt, da zusammengelegte Transportwege für weniger Emissionen und weniger Verkehr sorgen.

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