Investitionsschub beim Trinkwasser - Osttirol Online


Investitionsschub beim Trinkwasser

Neben dem interkommunalen Gewerbepark und dem Verbau des Gösseringbaches widmet sich die Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See nun einem weiteren großen Vorhaben: Mit der Errichtung einer Trinkwasser Ringleitung soll die Versorgung mit ausreichend sauberem Trinkwasser für die Zukunft sichergestellt werden.

Das Wassernetz wird erweitert bzw. ausgebaut, um die Wasserversorgung für die nächsten Jahrzehnte und Generationen zu sichern. Hermagors Bürgermeister Siegfried Ronacher betont die Wichtigkeit der Investitionen für die Zukunft, so werden ein Hochbehälter in Förolach gebaut, weiters ein Hochbehälter mit Tiefbrunnen in Tröpolach, ein Hochbehälter am Nassfeld, eine Verbindungsleitung von Rastl-Sonnleitn zur Sonnenalpe Nassfeld sowie diverse Erneuerungen im bestehenden Netz. Sein Ziel sei es, eine Ringwasserleitung innerhalb der Gemeinde und den Ortschaften zustande zu bringen. Damit sollte gemeindeintern immer und überall der steigende Wasserbedarf gestillt werden können, auch wenn eine der achtzehn Einspeisungsquellen einmal ausfallen sollte.

Wasserbedarf steigt

Klares, sauberes Wasser aus nahen Quellen ist unschätzbar kostbar. Das gilt auch für das hochwertige Wasser aus dem Förolacher Stollen. Hermagor konnte vor drei Jahren die wasserrechtliche Genehmigung erreichen, aus diesem im Privateigentum befindlichen Wasserschatz 30 Sekundenliter zu entnehmen. Demnächst werde man mit dem Bau des Hochbehälters in Förolach nahe dem Stolleneingang beginnen und von dort in weiterer Folge eine Leitung nach Hermagor bauen. In den nächsten zwei Jahren werden Baumaßnahmen in Höhe von 7,8 Mio. Euro umgesetzt. Für die nächsten sechs Jahre werden die Ausgaben für die Wasserprojekte mit rund 18 Mio Euro beziffert. „Für die zukünftige Weiterentwicklung ist die Versorgungssicherheit sehr wichtig“, sagt Ronacher. An Spitzenzeiten würde man derzeit 45 Sekundenliter benötigen, mit den geplanten Maßnahmen wären dann insgesamt 80 Sekundenliter vorhanden. 

Übrigens: Der rund drei Kilometer lange Förolacher Stollen (in der Spitzegelgruppe, östlich der Gailtaler Alpen) wird durch 112 Quellzutritte gespeist und liefert sekündlich über 500 Liter Trinkwasser (in der Anfangszeit sollen es bis zu 1.000 Liter/Sekunde gewesen sein). Errichtet wurde der Stollen von den Treibacher Chemischen Werken in der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg. Der Bergbau war wegen des vielen Wassers eingestellt worden, das Wasser wurde in einem Wasserschloss gefasst und weiter unten im Tal östlich von Presseggen ein Kraftwerk zur Stromerzeugung gebaut und genutzt. Der Stollen wird vom derzeitigen Besitzer nach wie vor technisch in einem einwandfreien Zustand gehalten.

Mehrere Arbeitsschwerpunkte

Bgm. Ronacher ist auch Vorsitzender des Gemeindeverbandes im Bezirk Hermagor und fungiert zudem als Geschäftsführer des Interkommunalen Gewerbeparks mit den beiden Standorten in Kötschach (ehem. Modine-Areal) und in Hermagor (Burger Moos), deren Errichtung vom Land und von allen Gemeinden des Bezirks Hermagor unterstützt werden. Als Standortmanager sind DI Alfred Egger (in Hermagor) und Mag. Natascha Arzberger (in Kötschach) im Einsatz. In den Gewerbeparks sollen vor allem produzierende Betriebe angesiedelt werden, um Arbeitsplätze zu schaffen und den Wirtschaftsstandort zu stärken. Die Entwicklung laufe positiv an, freut sich der Geschäftsführer über die intensive Kooperation aller Beteiligten.

Ein weiteres laufende Projekt ist der Hochwasser Verbau entlang des Gösseringbaches in drei Bauabschnitten (mit Schutzmauern, Schutzdämmen, Rechen, Rückhaltebecken, u.a.) um rund 13 Mio Euro. An die 1.200 Menschen und über 360 Gebäude, ebenso auch die Gailtalbahn und die Bundesstraße, sollen vor einem 100-jährigen Hochwasserereignis geschützt werden. „Die Sicherheit der Bewohner und der Schutz von Objekten haben größte Priorität“, so der Gemeindechef. Zudem werde auch die Chance und Herausforderung wahrgenommen, städtebauliche bzw. architektonische Gestaltungsmaßnahmen zur Ortsbildverschönerung und für mehr Lebensqualität umzusetzen.

Mehr Einwohner

Ein weiteres wichtiges Detail: Die Bevölkerungsentwicklung lasse wieder hoffen, verweist der Bürgermeister auf die erstmals geringe Zunahme, die es nach Jahren des Rückgangs nun wieder gebe. Derzeit liege man in der Stadtgemeinde bei 6. 965 Einwohnern, im Vorjahr zählte man noch 6.930 Einwohner. Ronacher: „Schön wäre es, könnte demnächst die 7000er-Grenze erreicht bzw. überschritten werden“.

Karl Brunner

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