Im ersten Quartal weniger Insolvenzen in Oberkärnten - Osttirol Online


Im ersten Quartal weniger Insolvenzen in Oberkärnten

Einen Rückgang bei Unternehmensinsolvenzen und Privatkonkursen meldete die Insolvenzstatistik des Kreditschutzverbandes 1870  (KSV) für das erste Quartal des laufenden Jahres für den Bezirk Spittal. Aus dem Bezirk Hermagor sind für das erste Quartal weder Fälle von Firmen noch von Privatpersonen zu vermelden. Für den Herbst erwartet der Kreditschutzverband 1870 (KSV) jedoch einen markanten Anstieg der Fälle.

Im Bezirk Spittal wurden acht Insolvenzverfahren (sieben Konkurse und ein Sanierungsverfahren) eröffnet. Zusätzlich führten vier weitere Insolvenzanträge mangels Vermögens der Schuldner nicht zu eröffneten Verfahren, was laut Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin der KSV-Standortes Klagenfurt, um zwei Fälle weniger ist, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Verbindlichkeiten belaufen sich im Bezirk Spittal auf insgesamt 12,8 Mio Euro. Diese seien im Vergleich zum Vorjahr angestiegen (4.4 Mio waren es 2019). Dieser Anstieg der Insolvenzverbindlichkeiten lässt sich im Wesentlichen auf das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung der Mandler GmbH in Greifenburg zurückführen (8,5 Mio Euro Verbindlichkeiten), was bislang den größten Fall in Kärnten darstellt. Als weitere größere Fälle führt der KSV die Insolvenzverfahren der Unterzaucher GmbH in Millstatt (3,2 Mio Euro Verbindlichkeiten) und die Torös und Sohn GmbH aus Mallnitz an (0,5 Mio Euro Verbindlichkeiten). Kärntenweit mussten im ersten Quartal 70 Unternehmen Insolvenz anmelden, auch 23 % weniger als im Vorjahreszeitraum.

Häufig ehemals Selbstständige

Privatkonkurse gab es bisher im Bezirk Spittal zehn (Kärntenweit waren es 140 Fälle). „Das bedeutet einen Rückgang um 29 Prozent gegenüber 2019“, so Wiesler-Hofer. Die Verbindlichkeiten sind hier aber hier im Vergleich gestiegen und liegen bei insgesamt 2,5 Mio Euro (2019 waren es insgesamt 0,8 Mio Euro). Der Anteil der ehemaligen Selbstständigen ist mit 40 % hoch, diese gingen mit hohen Schulden in das Verfahren, was die Statistik bei den Verbindlichkeiten nach oben treibt. Vor allem sind es Männer (80 %), von Privatkonkursen betroffen sind. Ob es bei den Privatkonkursen im Zuge der Corona-Krise zu einer „Insolvenzwelle“ kommt, hänge davon ab, wie rasch in Wirtschaft und Beschäftigung wieder Normalzustand hergestellt werden kann, meint Wiesler-Hofer. „Sollte dies tatsächlich bis zur Jahresmitte gelingen, dann wird sich das Insolvenzgeschehen 2020 (Anm. bei den Privatkonkursen) im Bezirk Spittal im Rahmen der Zahlen des Jahres 2019 bewegen“.

Keine Fälle in Hermagor

Für den Bezirk Hermagor liegen dem KSV in diesem ersten Quartal keine gemeldeten Fälle vor, weder Firmeninsolvenzen noch Privatkonkurse. „Hermagor ist ein eher ruhiger Bezirk, wenn es nicht größere Firmen betrifft“, meinte Wiesler-Hofer. Zum Vergleich waren es im Vorjahr im Bezirk Hermagor vier Firmen, die Insolvenz anmeldeten (drei eröffnete und ein nicht eröffnetes Verfahren) mit einer Summe von gesamt 15,7 Mio Euro, die größte war die der Firma Zoppoth in Gundersheim, das nun mit den meisten Mitarbeitern weitergeführt wird. Privatkonkurse gab es im Vorjahr lediglich drei mit Verbindlichkeiten von 185.000 Euro.

„Push wird erst kommen“

Einen Ausblick auf die folgenden Quartale möchte Wiesler-Hofer nur mit Vorsicht wagen, höchstens für das zweite Quartal. Von Finanzamt und Gesundheitskassen werden vorerst Konkursanträge nach hinten geschoben, sodass in nächster Zeit diese Anträge ausbleiben werden, was die Zahl der Verfahren für das zweite Quartal wieder senken werde. Wiesler-Hofer erwartet aber für das zweite Halbjahr einen Aufholeffekt bei den Insolvenzen. „Die Unternehmer warten die Mittelausschüttung aus dem Rettungsschirm ab und werden erst sehen, inwieweit die Verdienstausgänge damit ausgeglichen werden können. Der ‚Push‘ wird erst kommen, beziehungsweise sich bis in das zweite oder dritte Quartal hineinziehen. Die Entwicklung der Insolvenzen läuft der Wirtschaftsentwicklung immer vier bis sechs Monate hinterher“.

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