Hochwasserschutzmaßnahmen für das Gailtal wurden vorgestellt - Osttirol Online


Hochwasserschutzmaßnahmen für das Gailtal wurden vorgestellt

Gut ein Jahr nach den Hochwasserereignissen von 2018 präsentierte die Unterabteilung Hermagor der Wasserwirtschaft (Abt 12) einen vorläufigen Projektentwurf für Hochwasserschutzmaßnahmen im Raum Rattendorf, Waidegg und Jenig. Mit den baulichen Maßnahmen könne 2021 begonnen werden, die Kosten aller Maßnahmen werden auf insgesamt 40 Mio Euro geschätzt.

Die Spuren der Unwetterereignisse vom 26. und 27. Oktober 2018 sind im Gailtal noch allgegenwärtig, die Sorge wegen einer neuerlichen Überflutung durch den Gailfluss in den betroffenen Ortschaften groß. Das zeigte sich bei der Präsentation des Projektentwurfs im Rathaus von Hermagor deutlich. „Sechs Mio Euro wurden nach dem Unwetter 2018 für die Sofortmaßnahmen in die Hand genommen, die notwendigen Folgemaßnahmen und Überlegungen zum Hochwasserschutz haben wir noch im Dezember angestellt und mit den Förderstellen von Land und Bund akkordiert“, so Dipl.-Ing. Hannes Poglitsch, Unterabteilungsleiter der Abteilung 12 Wasserwirtschaft im Bezirk Hermagor. Der Bereich zwischen Waidegg und Rattendorf sei bei den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen prioritär zu behandeln, so Poglitsch, der vorläufige Pläne dazu erläuterte. In einem ersten Schritt gehe es hier u. a. um die Sanierung des Gailbegleitdammes beiderseits des Flusses, einer Aufhöhung des Ringdammes bei Rattendorf und den pfeilerlosen Neubau der Waidegger Gailbrücke. Die behördlichen, technischen und finanziellen Genehmigungen werden im nächsten Jahr eingeholt, ein frühester Baubeginn könnte 2021 erfolgen. Die Baukosten für diesen 4,5 km langen Abschnitt würden rund 10 Mio Euro betragen. Ein zweiter Schritt sei die Detailprojektierung für die Sanierung des Gailbegleitdammes flussabwärts von Jenig, Kosten rund 3,5 Mio Euro für den 1,8 km langen Dammabschnitt, der Baubeginn sei für 2022 vorgesehen. Auch die Gewässersohle der Gail zwischen Kötschach-Mauthen und Gundersheim soll stabilisiert werden. Rund 40 Mio Euro würden die Arbeiten insgesamt kosten.

Grundablösen  notwendig

Die Dämme sollen erhöht und flacher gestaltet werden, um einer Beschädigung durch das Wasser vorzubeugen, dadurch werden sie aber auch breiter. Voraussetzung für die Umsetzung dieser Maßnahmen ist neben Bereitstellung öffentlicher Gelder die Zustimmung der Grundeigentümer. „Wir möchten die Bewohner und die Grundeigentümer informieren und in den Planungsprozess einbinden“, so Poglitsch. Für die Hochwasserschutzmaßnahmen werde rund drei ha Grund entlang der Gail benötigt, das entspricht einem fünf Meter breiten Streifen von der Waidegger Brücke bis Rattendorf. Ein Grundablösepreis wurde ermittelt, auch einen Grundtausch stellte Poglitsch in Aussicht, insofern Flächen verfügbar sind, die von den Grundbesitzern akzeptiert werden. Die Verhandlungen darüber sollen im Frühjahr beginnen, betroffene Grundbesitzer könnten ihre Anliegen aber jederzeit vorbringen, meinte Poglitsch. „Die Unwetter werden leider immer häufiger, deshalb ist es wichtig, dass alle Maßnahmen getroffen werden, um die Bewohner vor Schaden zu schützen“ sagte Bgm. Hermann Jantschgi (Kirchbach). Der Landtagsabgeordnete werde sich deshalb auch bei Land und Bund um Fördermittel für diese Projekte einsetzen.

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