Historisch bedeutungsvoll: Molzbichl und Teurnia - Osttirol Online


Historisch bedeutungsvoll: Molzbichl und Teurnia

 „Christliche Kultstätten der Römerzeit in Kärnten, Slowenien und Friaul“, so lautet der Titel der bereits 16. Publikation im Rahmen einer Broschürenreihe der Katholischen Kirche Kärnten, Pressestelle der Diözese Gurk, zum Christentum im Alpen-Adria-Raum.

Auf 84 Seiten werden insgesamt 33 frühchristliche Zeugnisse in Wort und Bild dargestellt, 29 Kirchen, drei Inschriften und ein frühchristliches Reliquiar. Die redaktionelle Gesamtverantwortung der diözesanen Pressestelle liegt seit Langem in den bewährten Händen von Mag. Matthias Kapeller. Die Texte stammen vom renommierten Kärntner Archäologen Univ. Prof. Dr. Franz Glaser. Er war von 1977 bis 2015 Leiter des Römermuseums Teurnia und ist seit 1982 Leiter des Archäologischen Pilgermuseums Hemmaberg in Globasnitz. Glaser hofft, dass das Interesse an den frühchristlichen Kultstätten und Denkmälern sowie Besuche von Schülern und Jugendlichen dorthin forciert werden. „Wenn wir uns mit den frühen Stätten des Christlichen im Alpen-Adria-Raum beschäftigen, so betreiben wir damit eine Wurzelpflege unseres Glaubens und stärken uns für unseren Weg in die Zukunft“, betont Diözesanadministrator Dr. Engelbert Guggenberger. Denn um zu wissen, wohin wir gehen, sei es gut, Kenntnis darüber zu haben, woher wir kommen, so Guggenberger.

Historisch BedeutungsvollApsis und Teilrekonstruktion des Altarraumes der 1984 auf dem Holzerberg entdeckten frühchristlichen Bischofskirche. Foto: Landesmuseum Kärnten, P. Germ-Lippitz

Der verehrte „Nonnosus“

Für Oberkärnten besonders interessant und hier aus der Broschüre herausgegriffen sind Molzbichl und St. Peter im Holz bzw. Teurnia nahe Spittal. In der Pfarrkirche St. Tiburtius von Molzbichl wurde die letzte Inschrift der römischen Antike, nun die einzige des 6. Jahrhunderts, in Österreich entdeckt. Dabei geht es um den Diakon Nonnosus, der in Oberkärnten als regionaler Heiliger verehrt und in Darstellungen öfters zum Bischof aufgewertet wurde. Er gilt gleichsam als der älteste „Kärntner Heilige“. Die römische Stadt Teurnia befand sich auf dem Boden der heutigen Ortschaft St. Peter im Holz, vier Kilometer westlich von Spittal. Hier wurde 1984 die am besten erhaltene frühchristliche Bischofskirche Österreichs entdeckt. Einzigartig ist das auch sehr bekannte Mosaik in der Kirche außerhalb der Befestigungsmauern von Teurnia. Teurnia war Provinzhauptstadt. Zwei Bischöfe, Paulinus und Leonianus, sind laut Dr. Glaser namentlich bekannt. Der nach einem Brand erfolgte byzantinische Bautypus ist erstmalig im alpinen Raum belegt. Mit der Einwanderung der Slawen um 600 wurde die Kirche aufgegeben. Im Gefolge von Reliquienbeisetzungen von Märtyrern entwickelte sich ein Pilgerwesen und damit auch Hospizien. Auch am Bischofssitz Teurnia/St. Peter Holz wurde ein solches Haus für Arme und Kranke errichtet, bzw. nachgewiesen.

Viel Wissenswertes

Empfehlenswert für Interessierte sind Museumsbesuche. In Molzbichl befindet sich das Museum Carantana. Der Römermuseum Teurnia ist in St. Peter in Holz. Raiffeisen (Mag. Georg Messner, Vorstandsdirektor der Raiffeisen Landesbank Kärnten) und die Wiener Städtische Versicherung (Landesdirektor Erich Obertautsch) unterstützen als Partner und Sponsoren die Broschürenreihe, die seit nunmehr 15 Jahren alljährlich neue eindrucksvolle Bau- und Kunstwerke und viel Wissenswertes und Interessantes zum Christentum in Kärnten, Slowenien und Friaul in Wort und Bild darstellen und verbreiten. Erhältlich ist die (kostenlose) Broschüre bei den Raiffeisenbanken, der Wiener Städtischen Versicherung, in den Pfarren sowie bei der Diözese Gurk (behelfsdienst@kath-kirche-kaernten.at).

Karl Brunner

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