Große Schadholzmengen erhöhen Unfallgefahr bei Waldarbeit - Osttirol Online


Große Schadholzmengen erhöhen Unfallgefahr bei Waldarbeit

Jährlich müssen in Österreich rund 1.500 Personen aufgrund von Unfällen bei der privaten Waldarbeit im Krankenhaus behandelt werden. Beinahe jeder fünfte Unfall passiert im November.

Das Sturmtief „Vaia“ Schneedruck und Borkenkäfer aufgrund heißer Sommer – von 2017 auf 2018 sind die Schadholzmengen in den heimischen Wäldern nach Angaben des Bundesforschungszentrums für Wald um ein Drittel angestiegen. Viel davon befindet sich in kleinflächigem Privatbesitz. Die Aufarbeitung von Schadholz stellt gerade private Waldarbeiter vor Herausforderungen und birgt ein höheres Unfallrisiko. Die Aufarbeitung von Sturmschäden erfordert hohe Fachkenntnis und Erfahrung hinsichtlich der Schnitttechnik. Verspannte Hölzer und umkippende Wurzelkörper können bei falscher Schnittführung lebensgefährlich werden. Ungeübte sollten daher die Aufarbeitung von Sturmschäden Spezialisten überlassen.

Schutzausrüstung wird vernachlässigt

Die Auswertung der Unfalldatenbank des Kuratoriums für Verkehrssicherheit KFV zeigt, dass sich jährlich in Österreich rund 1.500 Personen bei der privaten Waldarbeit so schwer verletzen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei rund 40 Prozent der Unfälle müssen die Verletzten stationär aufgenommen werden. Die Hälfte der Personen, die sich bei der privaten Waldarbeit verletzen, sind Männer ab 60 Jahre. Die meisten sind sich des erhöhten Risikos bei der Schadholzaufarbeitung bewusst. Bei einer Befragung des KFV gaben vier von zehn Befragten (42 %) an, bereits mindestens einen Beinahe-Unfall erlebt zu haben. Acht von zehn Personen unter 60 Jahren tragen bei der Ausübung der Waldarbeit eine Schutzausrüstung, bei den über 60-Jährigen liege die Quote lediglich bei rund 60 Prozent. Angemessene Schutzausrüstung – von einer guten Schnittschutzhose über einen Helm bis hin zu passenden Schutzhandschuhen – ist auch in der privaten Waldarbeit unverzichtbar, mahnen Experten des KFV

Tipps für die sichere Waldarbeit:

Arbeiten Sie nicht alleine und informieren Sie immer eine Vertrauensperson über Ihren Aufenthaltsort und die voraussichtliche Rückkehrzeit

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Waldarbeit und vermeiden Sie Zeitdruck

Das Tragen von Schutzausrüstung inklusive Schnittschutzhose, Schutzhandschuhe und Helm ist dringend zu empfehlen

Arbeiten Sie in Hanglagen niemals über- bzw. untereinander

Erste Hilfe Ausrüstung sollte immer griffbereit sein

Eine gute Ausbildung und Erfahrung erhöhen die Arbeitssicherheit

Rund 40 Prozent der Unfälle bei der Waldarbeit sind auf Unachtsamkeit bzw. Ablenkung zurückzuführen. Deshalb sollte auf ausreichend Pausen geachtet werden.

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