Eisenbahnüberführung in das „Burger Moos“ soll bis 2020 kommen - Osttirol Online


Eisenbahnüberführung in das „Burger Moos“ soll bis 2020 kommen

Im Stadtsaal von Hermagor wurde die geplante Eisenbahnüberführung in das Gewerbegebiet Burger Moos vorgestellt. Auch zwei interkommunale Gewerbegebiete in Hermagor und Kötschach-Mauthen sollen umgesetzt werden.

Im Zuge der Elektrifizierung der Gailtalbahn werden derzeit mehrere bauliche Maßnahmen entlang der Eisenbahnstrecke bis Hermagor umgesetzt. Dazu gehören Auflassungen und Zusammenlegungen von mehreren Bahnübergängen, die Sanierung der Bahnhöfe und auch die geplante Straßenanbindung des Gewerbeparks Hermagor im „Burger Moos“ durch die „Überführung Bürgerfeldstraße“. „Wie bringt man sinnvoll den Verkehr in das Gewerbegebiet“, das war die Frage, mit der sich ÖBB-Projektleiter Gert Lenzhofer und Vertreter der Gemeinde beschäftigten. Bereits seit 2010 sei diese Anbindung im Gespräch, elf verschiedene Varianten wurden überprüft, bevor man sich für eine Überführung entschied. Die Bauarbeiten sollen im nächsten Jahr starten und bis 2021 die Hauptarbeiten abgeschlossen sein, so der Projektleiter. Kosten wird die Überführung fünf Mio Euro, die zur Gänze von den ÖBB getragen werden. Die Bauarbeiten würden auch abgestimmt mit den anstehenden Hochwasserschutzmaßnahmen, z. B. am Prieseneggerbach.

Zwei interkommunale Gewerbegebiete

Ein weiteres zentrales Thema dieses Abends war die Schaffung von zwei Interkommunalen Gewerbegebieten. Die sieben Gemeinden des Bezirks Hermagor wollen gemeinsam für eine wirtschaftliche Entwicklung Voraussetzungen schaffen. Seit zwei Jahren werde laut BH Dr. Heinz Pansi an dieser Idee gearbeitet, die Gemeinden finanzieren mit. Die Höhe der Beiträge reicht von 50.000 bis 300.000 Euro. Man setze damit Schritte gegen die Abwanderung, so der Bezirkshauptmann. Schwerpunkte liegen auf Betriebsansiedelungen, Lehrlingsausbildung und einer Erhöhung der regionalen Wertschöpfung, besonders bei Holz, Technologie, erneuerbaren Energien und Lebensmitteln. Für die Abwicklung sei laut Berater Mag. Gerald Hackl die Gründung einer Gesellschaft vorgesehen, die dem Gemeindeverband „Karnische Region“ eingegliedert werde. Die Kommunalsteuer solle in diese Gesellschaft fließen und damit Reinvestitionen getätigt werden. In Kötschach-Mauthen soll in Zuge dessen das ehemalige Mondine Werk wieder genutzt und mit Firmen gefüllt werden. In Hermagor ist die Erschließung durch die Eisenbahnüberführung eine erste Maßnahme. Dort stehen 7,2 Hektar Fläche zur Verfügung, drei Hektar sofort bebaubar, so Bgm. Ronacher.

Gestaltung mit Augenmaß

Bedenken bezüglich der Überführung wurden von GR Karl Tillian und dem Verein „Gemeinsam für Hermagor“ geäußert. Vor allem als Tourismusgemeinde müsse Hermagor auf die Gestaltung seiner Landschaft achten, das „Monster in der Natur“, das Tillian auch „Jahrhundertbauwerk“ nannte, stand nicht allen Anwesenden zu Gesicht. Architekt Herwig Ronacher riet in diesem Zusammenhang, besonders auf die Gestaltung der Anschüttung zu achten, „mit Augenmaß und Verständnis für die Natur“ sei in der Tourismusgemeinde zu planen, was die Vertreter der ÖBB bei der Detailplanung auch in Aussicht stellten. Auch hinterfragte man die Finanzierung, die zur Gänze durch die ÖBB erfolge. Diese geschehe laut Lenzhofer im Zuge eines „Kärntenpaketes“, in den Ausbau der Gailtalbahn werden aktuell 70 Mio Euro investiert. „Der Ruf der Wirtschaft ist sehr heftig“, argumentierte der Bürgermeister für das Projekt. Unterstützung dabei fand er bei StR Christina Ball: „In Hermagor passiert nun etwas, mit diesem Projekten haben wir die Möglichkeit die weitere wirtschaftliche Entwicklung zu starten“.


Weitere Bilder:
Am Thema bestand reges Interesse.
Eine Projektion der geplanten Überführung.
V. l.: Mag. Gerald Hackl (Trigon Entwicklungsberatung), Bezirkshauptmann Dr. Heinz Pansi, Bgm. Siegfried Ronacher und ÖBB-Projektleiter Gert Lenzhofer sehen die Infrastruktur als Grundlage für eine wirtschaftliche Entwicklung der Region.

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