Ein Oberdrauburger Gelübde, die Wallfahrt nach Maria Luggau - Osttirol Online


Ein Oberdrauburger Gelübde, die Wallfahrt nach Maria Luggau

Die jährliche Pfarr-Wallfahrt von Oberdrauburg nach Maria Luggau (über Gailberg, Röthen, Lesachtal Straße) ist einmalig und auch sehr stimmungsvoll. Heuer fand sie bereits zum 272. Mal (!) statt.

„Lasst uns reisen jene Straßen, die uns zu Maria führt, wo ihr Gnadenhaus dermaßen, majestätisch ausgeziert ...“, so beginnt das so genannte Auszugslied der Oberdrauburger Wallfahrer. Die Wallfahrt geht auf ein Gelöbnis zurück. Im Jahr 1747 haben der Marktrichter und die Bürger von Oberdrauburg bei einem verheerenden Brand des Ortes gelobt, jährlich nach Maria Luggau zu pilgern, wenn das Feuer erlöschen würde. Die Chronik berichtet, dass dies geschehen ist und sich dann bald viele Oberdrauburger auf den beschwerlichen Weg nach Luggau gemacht haben.

Berührende Lieder

Diese Wallfahrt hat für die Oberdrauburger einen sehr hohen Stellenwert. Für viele ist es ein Pflichttermin, den sie gerne wahrnehmen. Viele Oberdrauburger begegnen einander dabei wieder, die auswärts leben und sich lange Zeit nicht mehr gesehen haben. Die Wallfahrt kennt eigene Oberdrauburger Lieder, die besonders berühren. Da gibt es das Auszugslied, das Abschiedslied von Maria Luggau,  das Einzugslied in Oberdrauburg, weiters auch die sehr kärntnerisch gehaltene Singmesse für die Heimat, die in der Kirche St. Jakob gesungen wird. Dankbar sind die Wallfahrer dem Vorbeter Jakob Mayer sowie der Vorsängerin Berta Mascher. Am vorletzten Augustsamstag in der Früh um 3.30 Uhr ging es diesmal mit dem Auszug aus der Pfarrkirche in Oberdrauburg los, drei Stunden später sind die Wallfahrer bereits in der Kirche von St. Jakob im Lesachtal, wo mit dem Oberdrauburger Pfarrprovisor Mario Polimetla Gottesdienst gefeiert wird. Zuvor in Strajach konnte man sich noch kurz bei einer Labestation bei Kaffee, Tee und Kuchen bestens stärken. Gutes Schuhwerk braucht es, viele sind auch mit Taschen- bzw. Stirnlampen ausgerüstet, da es beim Gehen über die Röthen noch dunkel ist.

Ein Oberdrauburger 1Berta Mascher (links) machte die Wallfahrt insgesamt schon 55 Male mit, Christine Dirr (rechts) ging sie zum 41. Mal (in ununterbrochener Folge). Fotos: k. brunner

Tradition und Gemeinschaft

Andachten wurden  in den Kirchen von Liesing und St. Lorenzen gehalten, so auch die Mittagspause.  Schließlich erfolgt der Einzug von Stoffanell in die Basilika von Maria Luggau um 16 Uhr, wo eine Marienandacht stattfindet. Von Stoffanell in die Basilika geht auch der Pater Prior und Ortsseelsorger von Luggau, P Silvo M. Bachorik, mit. Die Wallfahrermesse ist erst am Tag darauf, nämlich am Sonntag um 7 Uhr, ebenfalls durch Pfarrprovisor Mario Polimetla. Diese Messe wird stets vom Singkreis Oberdrauburg, geleitet von Christine Manhart, mitgestaltet. Den Abschluss der Wallfahrt bildet an diesem Tag am Abend noch der Einzug mit Schlusssegen und Te Deum in der Pfarrkirche Oberdrauburg. Die Wallfahrer freuen sich über das besondere gemeinschaftliche Erlebnis und wollen diese Tradition im Vertrauen auf Gott und auf die Schmerzensmutter von Luggau auch künftig weiterführen. Übrigens: Manche Oberdrauburger sind schon seit Jahrzehnten Jahr für Jahr bei der Wallfahrt mit dabei. Wie etwa Berta Mascher. Sie erzählt, dass sie schon an die 55 Male diese Wallfahrt mitgemacht habe. Auch Christine Dirr ging heuer zum 41. Mal mit und dies in ununterbrochener Folge. Da sie auch schon als Jugendliche öfters mitging, ist diese Zahl noch ein wenig zu erhöhen. „So lang Drauburg noch wird stehen, wird man all` Zeit zu Dir gehen. Du bist unsre Gnadenfrau, Mutter Jesu in Luggau ...“, heißt es, die Tradition hochhaltend, im Einzugslied am Schluss der Wallfahrt in Oberdrauburg. In Maria Luggau wurden an die 95 Wallfahrer gezählt, manche kommen auch mit dem Auto angereist, um an der Wallfahrermesse teilnehmen zu können.

Karl Brunner

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