Ein halbes Jahrhundert „Mölltaler“ - Osttirol Online


Ein halbes Jahrhundert „Mölltaler“

Vor fünfzig Jahren genau, am 3. Oktober 1971, hatten „Die fidelen Mölltaler“ ihren ersten Auftritt und zwar am Lobersberger Kirchtag in Rangersdorf. Zum halben Jahrhundert gab es ein Treffen mit den Gründungsmitgliedern im Hatzhof in Lainach.

45 Jahre standen die „Mölltaler“ auf der Bühne, 2016 haben sie die gemeinsame Bühne verlassen. Zur Erinnerung an diese Zeit traf man sich in einer gemütlichen Runde. Den Musikanten aus dem Mölltal wurde von Bgm. Josef Kerschbaumer eine Erinnerungsurkunde verliehen, verbunden mit einem Dankeschön für ihre einmalige Erfolgsgeschichte, die das Mölltal weit über die Grenzen Kärntens hinaus bekannt machte. Mit dabei waren Rangersdorfer Gemeinderäte, auch Alt-Bürgermeister Franz Zlöbl sowie Wegbegleiter und Freunde der „Mölltaler“.

Vier Rangersdorfer und ein Fraganter…

… das war auch die Urbesetzung der damals „jung fidelen Mölltaler“, die am 2. Oktober 1971 ihren ersten gemeinsamen Auftritt hatte. Stefan und Sepp Ladinig, Hans Plössnig und Erich Lackner hatten in Rangersdorf bereits in einer Auftritts-Band geprobt und noch einen Bassisten gesucht. Huby Mayer spielte damals bei der TK Flattach Bassflügelhorn und wurde bei einer Instrumentenweihe in Stall angesprochen – ausgerechnet neben dem damaligen Kapellmeister Alois Vierbauch. „Der war gar nicht begeistert“, erzählt Huby Mayer. „Der Huby macht nur in Flattach was“, soll er gesagt haben. Nach einem Monat habe man sich wiedergetroffen. Hans Plößnig fragte, ob Huby nicht beim Lobersberger Kirchtag aushelfen könne. „Ich habe dann einfach ohne Noten dazu gespielt“, erzählt Huby, der noch mit dem Autobus zum Auftritt gefahren ist. Aus dem Aushelfen wurden dann 45 Jahre.

Wechselnde Besetzung

Jeder der Gründungsmitglieder schloss eine Lehre ab und nach dem Bundesheer haben sie den Mut fasst in die Schweiz zu gehen, um dort zu musizieren, erzählt Huby. „Wir haben gewusst, in den Konzertlokalen spielen Musikanten aus Österreich und aus dem damaligen Jugoslawien. Volkstümliche Oberkrainer-Musik war sehr gefragt.“ Sie sind dem Publikum gegenüber immer sehr „demütig“ aufgetreten. „Das haben die Leute auch gespürt. Bei den Mölltalern sind wir auch wer, wir haben sie motiviert zum Mitsingen“ erinnert sich Huby, der sich auch als „Publikumsschreiber“ bezeichnet. „Das Publikum muss die Melodien verstehen“, ist sein Erfolgsrezept und bei den 1.000 Melodien, die er für die „Mölltaler“ schrieb, habe nicht einmal jemand gesagt, „das kannst vergessen“, ist er seinen Kollegen dankbar. Die Besetzung der „Mölltaler“ hat sich jedoch im Laufe der Jahre verändert. 1973 verließ Hans Plößnig aus beruflichen Gründen die Gruppe, Lucky Ladstätter kam hinzu. Erich Lackner verunglückte 1978 als 22-Jähriger tödlich bei einem Verkehrsunfall, sein Nachfolger war 24 Jahre lang der Steirer Ewald Valeskini, auf ihn folgte 2002 Wolfgang Kaufmann.

Gold, Platin und Diamant…

Der Durchbruch gelang den „Mölltalern“ dann 1979, als sie mit ihrer Schlagermelodie „Warum nur das frag ich dich“ die erste Goldene Schallplatte holten. Insgesamt verkauften sie 1,8 Mio Tonträger. 22 Mal Gold, 8 Mal Platin, Diamant, Titan und Doppen-Kristall gab es für ihre Scheiben, den Kristall-Globus für die erste Million verkaufter Tonträger. Lieder wie „Eine Herde weißer Schafe“ erreichten sogar Volksliedstatus, „eine seltene Ehre, das erlebt man als Komponist selten“, freut sich der Liederfürst aus dem Mölltal. Die Gruppe hat zwar 2016 die Bühne verlassen, aber für Huby kein Grund mit dem Komponieren aufzuhören. Sein Sohn Michael (28) betreibt aktuell den Huma-Verlag, der bisherige und neue Werke des Liedschöpfers publiziert. Insgesamt hat Huby Mayer über 3.333 Titel geschrieben. Eine „magische Zahl“ auf die der Mölltaler erst aufmerksam wurde, als er einen weiteren Titel beim AKM anmeldete.


Weitere Bilder:
Zum halben Jahrhundert trafen sich die „Mölltaler“ mit den Gründungsmitgliedern im Hatzhof in Lainach. V. l.: Bgm. Josef Kerschbaumer, Huby Mayer, Sepp Ladinig, Richard Dabernig, Hans Plößnig, Peter Pichler, Wolfgang Kaufmann und Lucky Ladstätter. Stefan

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