Dr. Hans Peter Schönlaub: Von der Entstehung und Zukunft der Alpen - Osttirol Online


Dr. Hans Peter Schönlaub: Von der Entstehung und Zukunft der Alpen

Der profilierte und vielfach ausgezeichnete Geologe, Paläntologe und Mineraloge Hans Peter Schönlaub hat sich in seinen geologischen Forschungen insbesondere mit den Karnischen Alpen, den Karawanken, der Turrach sowie mit der Eisenerzer Grauwackenzone und dem Südburgenland befasst und nun eine weitere interessante Publikation darüber heraus gebracht.

„In den kommenden Jahrzehnten wird der anthropogen (also von Menschen) verursachte Klimawandel die alpinen Landschaften und die Erde insgesamt maßgeblich verändern. Die Alpen werden verstärkt von Muren, Bergstürzen, Massenbewegungen und Starkniederschlägen betroffen sein. Viele Studien kommen zum Schluss, dass circa ab dem Jahr 1980 Treibhausgase der treibende Faktor des Klimawandels waren bzw. sind“.  Das schreibt Schönlaub in seiner neuen Publikation „Die Entstehung der Alpen. Werden und Vergehen eines Gebirges“, herausgegeben vom Österreichischen Alpenverein. Schönlaub war auch viele Jahre Direktor der Geologischen Bundesanstalt in Wien. Ein großes Anliegen war und ist dem in Kötschach lebenden Professor die Vermittlung erdwissenschaftlicher Ergebnisse an die interessierte Öffentlichkeit. In diesem Sinn hat er den „Geopark Karnische Alpen“ mit dem Besucherzentrum in Dellach/Gail initiiert. Der Wissenschafter hat über 500 wissenschaftliche Arbeiten in nationalen und internationalen Fachzeitschriften publiziert, dazu kommen mehrere Bücher, TV-Beiträge und zahlreiche Vorträge bei Konferenzen und Tagungen.

Geoparks fördern

Die 74 Seiten umfassende,  anschaulich mit Bildern und Grafiken illustrierte Broschüre (in der Reihe „Alpine Raumordnung“) geht dem geologischen Werdegang der Alpen intensiv und detailliert nach, wobei Schönlaub deutlich macht, dass - dank neuer Forschungsmethoden - bereits viele Ereignisse vor der Perm-Zeit festgestellt werden konnten, die bislang öfters als Beginn der Alpen angenommen wurde. Die einzelnen Kapitel beschreiben Schlüsselereignisse der Erdgeschichte ebenso wie die Entwicklungsgeschichte der Alpen in den einzelnen Zeitaltern, weiters Geografie im Erdaltertum, Plutonismus und Vulkanismus, das Mineral Zirkon, Mikrofossilien u.v.m. Wie Liliana Dagostin vom ÖAV festhält, sei das Werk auch ein Plädoyer für den Erhalt unserer Berg- und Gesteinswelt, damit dieser Gedächtnisspeicher auch der Nachwelt zur Verfügung stehe. Sie möchte, dass sich auch in Sachen Geoparks mehr tut. „Denn Geoparks bringen Menschen vor Ort ihr geologisches Erbe näher und stärken damit die Identifikation mit der Region“. Zudem seien sie unverzichtbar für den Ökotourismus.

Karl Brunner

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