Die Gössering wird „gezähmt“ - Osttirol Online


Die Gössering wird „gezähmt“

Die Gössering, die durch Hermagor fließt, wird verbaut bzw. durch Maßnahmen für den Fall eines Hochwassers „gezähmt“. Es ist ein sehr wichtiges Projekt, denn beim letzten Hochwasser wäre es beinahe zu Evakuierungen von Häusern in Hermagor gekommen.

Die Gössering ist ein Nebenfluss der Gail, sie durchfließt das Gitschtal und mündet nach rund 22 km südlich von Hermagor bei Möderndorf in die Gail. Der Gösseringgraben ist auch ein beliebtes Ausflugsziel. Die geplante Verbauung zusammen mit einem großen Rückhaltebecken im Gitschtal bedeutet mehr Hochwasserschutz für Hermagor, ebenso auch für die beiden Gitschtaler Ortschaften St. Lorenzen und Jadersdorf. Die Stadtgemeinde Hermagor (Bgm. Siegfried Ronacher) und die Gemeinde Gitschtal (Bgm. Christian Müller) arbeiten hier eng mit allen Beteiligten zusammen. Ihr Anliegen: „Wir wollen die Sicherheit für die Bevölkerung erhöhen“. Die Projektierung läuft über die Wasserwirtschaft Hermagor unter ihrem Chef DI Hannes Poglitsch. „Wir beraten die Gemeinden und sorgen für die Abwicklung“, sagt Poglitsch. Die Wasserwirtschaft ist fachlich maßgeblich in die Planungen eingebunden. Sie hat alle Hände voll zu tun, blickt man nur auf die letzte Unwetterkatastrophe im Gailtal zurück. Sie konnte mit großem Engagement die Gaildämme sichern, da durch das Hochwasser Schwachstellen bzw. Schäden wie in Rattendorf, in Möderndorf, usw.  zutage traten. Im Vorjahr seien über sechs Mio. Euro, hauptsächlich an der Gail, investiert worden, was eine Rekordsumme darstelle.

Riesige Staufläche

Das Rückhaltebecken im Gitschtal bzw. der Damm soll unmittelbar westlich des Wulzengrabenbaches quer zur Gössering bzw. zum Tal entstehen. Durch diese Zwischenspeicherung von großen Wassermassen wird der Hochwasserabfluss reduziert. Das geplante Rückhaltevolumen werde rund 500.000 Kubikmeter und eine Staufläche von rund 20 Hektar betragen, wie Amtsleiter Rudolf Mauschitz mitteilt. Das Schüttvolumen des Rückhaltebeckendammes wird ca. 200.000 Kubikmeter aufweisen, die maximale Höhe im Bereich der Gösseringquerung ca. zehn Meter betragen. Nach Ausarbeitung eines Gefahrenzonenplanes, einer Studie und eines generellen Projektierung sowie Durchführung von Grundabsprachen mit betroffenen Grundeigentümern im Bereich der Dammaufstandsfläche laufen derzeit die Planungsarbeiten für das Detailprojekt. Mit den Arbeiten wurden das Ingenieurbüro Tschernutter (Wasserbautechnik), das Büro Revital (Naturschutz und Ökologie) sowie das Büro Aqua Terra (Geologie) beauftragt. Es ist vorgesehen, die Planungen mit Ende 2020 abzuschließen und im Jahre 2021 die behördlichen Genehmigungsverfahren durchzuführen. Bereits 2020 sollte mit den Bauarbeiten begonnen werden, was dann nur davon abhängt, ob bzw. inwieweit die nötigen Mittel fließen werden.

Baubeginn heuer

Wie Bgm. Ronacher ausführt, werden die vielen Maßnahmen (Mauererhöhung Essl-Brücke, Plattform, Verbesserung der Einfluss-Situation Zitterbach, Aufweitung südlich der ÖBB, Verrohrung des Prießeneggerbaches, u.a.) eine immense Verbesserung der Hochwassersituation für die Bewohner Hermagors bedeuten. Die Detailplanung für die ersten Baulose in Hermagor wurde von der Stadtgemeinde bereits vergeben. Diese Planung betrifft die Dammschüttungen und Mauererhöhungen von der Sperre im Gösseringgraben bis zur Essl-Brücke bzw. die Gewässeraufweitungen von der Bahnbrücke bis nach Kühwegboden. Vize-Bgm. Leopold Astner beziffert das Projekt mit Gesamtkosten von 13 Mio. Euro. 

Überfahrtsbrücke

Bei starken Regenmengen steht im westlichen Burgermoos sichtbar Wasser und kann nicht rasch abfließen. Wenn nun der Wasserspiegel bei der Gössering im Zuge der Baumaßnahmen gesenkt werde, könne sich auch weniger Wasser im Burgermoos sammeln, erklären Experten. Im östlichen Burgermoos ist ein interkommunaler Gewerbepark geplant, übrigens ein weiterer auch in Kötschach (Modine-Gelände). Koordinatoren für die Standort- und Gewerbeflächenentwicklung wurden jeweils bereits ausgeschrieben. Der interkommunale Gewerbepark in Hermagor soll über eine  Überfahrtsbrücke über Straße und Bahn, die von der ÖBB-Infrastruktur errichtet wird, gut erreichbar sein. Damit verbunden sind auch Auflassungen bzw. Entlastungen von Eisenbahnkreuzungen. Mit dem Bau soll heuer begonnen werden, die Kosten werden mit rund 5 Mio. Euro beziffert. Wie Hermagors Amtsleiter Bernhard Resch mitteilt, steht das Gebiet rund um den ÖAMTC im Ausmaß von rund drei Hektar für Betriebsansiedelungen sofort zur Verfügung.

Karl Brunner

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