Der Forscherdrang soll früh gefördert werden - Osttirol Online


Bibliotheken-Initiative unterstützt forschendes Lernen

Mit dem Netzwerkprojekt „MINT 2020“ möchte die Bibliotheken Landschaft Oberkärnten das forschende und entdeckende Lernen an Schulen unterstützen und Schüler für naturwissenschaftliche Fächer begeistern.

336 Bildungseinrichtungen Österreichweit sind mit dem MINT-Gütesiegel ausgezeichnet. „MINT“ steht für die Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Kompetenzen in den MINT-Fächern sind vor allem in der Wirtschaft immer stärker gefragt und im späteren Berufsleben oft entscheidend. Die meisten Bildungseinrichtungen mit MINT-Schwerpunkt  befinden sich rund um die Ballungszentren. In Oberkärnten wurde bislang nur das BRG Spittal mit dem MINT-Gütesiegel ausgezeichnet. „Wir wollen diesen Schwerpunkt auch in Oberkärnten etablieren“ erklärt die Koordinatorin der Initiative Alexandra Königsreiner von der Danielsberg Mediathek in der Gemeinde Reißeck. Mit Maßnahmen wie Workshops und Exkursionen möchte man an Volksschulen schon früh für die MINT-Fächer begeistern. Die Bibliotheken werden dafür auch mit Forschermaterial aufgerüstet. Der Ansatz des forschenden und entdeckenden Lernens soll dabei im Vordergrund stehen, ein effizienter Lernansatz, der den Kindern auch Spaß macht. „Was man mit Begeisterung erfährt, das bleibt“, meint Königsreiner. „An Fragen und Aufgabenstellungen wird dabei mit verschiedenen Methoden herangegangen und nicht nur durch Frontalunterricht“.

Forscherkoffer und Workshop

Die Workshops werden von der Biologin Mag. Gudrun Batek geleitet. Sie beschäftigt sich mit dem Konzept des forschenden und entdeckenden Lernens bereits seit längerem am Bildungsstandort Mallnitz und hat zu dem Workshop das „Drehbuch“ geschrieben. Anschaulich werden den Kindern spannende Experimente gezeigt, die sie dann selbst durchführen können. Unterstützt wird der Workshop durch einen Forscherkoffer, der von der Bibliotheken Landschaft angeschafft wurde. Darin befindet sich alles, was junge Forscher brauchen - Bücher ein Mikroskop und verschiedene Materialien, um zu experimentieren. Die Experimentierstunde richtet sich an die zweiten und dritten Klassen der Volksschulen, circa 20 Kinder können an einem Workshop teilnehmen.  Die Lehrer können anschließend im Unterricht die Experimente nachbearbeiten. Die Bibliotheken stellen für die Workshops die Räumlichkeiten zur Verfügung und erweitern ihr Angebot um eine „Spürnasenecke“ mit entsprechender Literatur und verschiedenen Forscherutensilien.

Start im März

Der Bibliotheken Landschaft Oberkärnten gehören 12 Gemeindebibliotheken an, sie sind Träger des Projektes, das zum Teil vom Land Kärnten mitfinanziert wird. Die Bibliothek soll dabei als Schnittstelle zwischen Schule und Öffentlichkeit wirken, so Königsreiner. Auch möchte man sich im Zuge des Projektes mit der Wirtschaft vernetzen, die ihrerseits interessantes Know-How vorzeigen kann aber auch in späterer Folge von den MINT-Schwerpunkten an den Schulen profitiert. Eine Vorreiterrolle nimmt hier die Bibliothek Kleblach-Lind ein. Mitte März besucht eine Projektgruppe drei Firmen in der Gemeinde, wo den Schülern anschaulich die Themen Holz, Milchverarbeitung und Stromgewinnung vorgeführt werden. Der offizielle Projektauftakt findet am 12. März in Kolbnitz statt. Bereits sieben Workshops sind bis Juni im Bezirk Spittal fixiert, im Herbst werde es weitergehen. Der Forscherkoffer bleibt von 12. März bis 1. April in der Gemeinde Reißeck, ab 2. April werde er nach Spittal weiterwandern. „Der Forscherkoffer soll symbolträchtig von Bibliothek zu Bibliothek wandern und die Besucher mit den MINT-Fächern ‚infizieren‘“, freut sich die Koordinatorin.

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