Bewusstsein schaffen für die Gefahren im Netz - Osttirol Online


Bewusstsein schaffen für die Gefahren im Netz

Die Vortragsreihe gegen „#Hass im Netz“ machte in Spittal Station. Experten und Betroffene wollen mit der Sensibilisierungsmaßnahme ein Bewusstsein für Gefahren in der neuen Kommunikationslandschaft schaffen.

Beschimpfungen, Verleumdungen, Stalking und Hasspostings  - nur einige Formen von Aggression, die über die neuen sozialen Medien für viele zur bitteren Wirklichkeit werden. Die neuen Technologien und Kommunikationsmöglichkeiten verändern, erleichtern und beschleunigen das Leben. Dem gegenüber tun sich Problemfelder auf, deren Opfer häufig Frauen und Jugendliche sind. Durch die vermeintliche Anonymität des Internets verschwimme oftmals die Grenze des respektvollen Miteinanders. Um diese Probleme zu verdeutlichen, startete das Referat für Frauen und Gleichbehandlung mit Referentin LR Sara Schaar, die Antidiskriminierungsstelle und das Jugendreferat des Landes die Veranstaltungsreihe „#Hass im Netz“. In insgesamt acht Bezirksveranstaltungen wird auf das Thema aufmerksam gemacht, in der Spittaler Fachhochschule fand die dritte Veranstaltung statt. „Es ist ein Thema, das uns alle betrifft. Jeder und jede Einzelne trägt Verantwortung für das eigene Handeln, auch im Netz. Wir müssen alle gemeinsam an einem Strang ziehen, wenn es um ein respektvolles Miteinander und eine digitale Gesprächskultur geht, in der unterschiedliche Meinungen wichtig und möglich sind, ohne dass es zu Beleidigungen oder gar Gewaltaufrufen kommt. Ob Erwachsene, Kinder und Jugendliche, Eltern, Lehrkräfte – alle müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein“, betonte die Frauen- und Jugendreferentin.

Am Handy spielt sich das Leben ab

Wie wichtig es ist, auch als Erwachsener in die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen einzutauchen, machte Christian Pöschl, Polizeipräventionskoordinator von Villach Land, deutlich: „Setzt euch hin und spielt beispielsweise die Computerspiele der Kinder mit und erlebt, was sie erleben. Auch in Bezug auf das Handy und das Internet sollte man sich gemeinsam verdeutlichen, was die Nutzung bedeutet. Am Handy spielt sich das gesamte Leben ab. So viel weiß oft nicht einmal der beste Freund oder die beste Freundin über einen selbst“. Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Landes Kärnten, Susanne Ebner, weist auf die Omnipräsenz digitaler Medien hin: „Kindern fehlt heute oft die Zeit, sich zurückzuziehen und runterzukommen. Vor allem nach der Schule fehlen diese Cool-down-Phasen. Heute sind sie 24 Stunden sieben Tage in der Woche verbunden und gefordert und damit auch Gefahren ausgesetzt.“

Gefahren bewusst machen

Teil der Veranstaltungsreihe ist auch Marika Lagger-Pöllinger, die als betroffene Mutter, deren Sohn sich im Alter von 16 Jahren wegen Cybermobbings das Leben nahm, ihre ganz persönliche Geschichte erzählt. Das war vor fünf Jahren, jetzt will sie darüber sprechen, um anderen Betroffenen zu helfen und Tätern die Gefahren bewusst zu machen. Die Vortragsreihe „#Hass im Netz“  wird fortgesetzt am 27. Jänner in Wolfsberg. Bei Interesse an Vorträgen für Schüler oder bei Elternabenden kann man sich an das Referat für Frauen und Gleichbehandlung wenden unter der Tel. 050 536 33052 oder via E-Mail: frauen@ktn.gv.at. Infos zu helfenden Stellen, der „BAN-HATE-APP“ und die Interviews gibt es unter www.antenne.at/kaernten/hass-im-netz.

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