Betreuungs-Lücken füllen durch neue Ausbildung - Osttirol Online


Heimhelfer sollen Betreuung am Land sicherstellen

Mit Beginn des Schuljahrs 2020/21 gibt es an vier Landwirtschaftlichen Fachschulen (LFS) in Kärnten eine neue Ausbildungsschiene zum Heimhelfer. Das Land will damit dem prognostizierten Wandel in der Altersstruktur begegnen.  

Die Kärntner Bevölkerung wird immer älter und der Bedarf an Pflege- und Betreuungskräften, vor allem am Land, steigt. „Experten sehen Gesundheit und Pflege als die am schnellsten wachsenden Zukunftsbereiche. Bis 2030 wird der Anteil der über 75-jährigen Menschen in Kärnten um 35 Prozent auf 13 Prozent steigen, die Zahl der Pflegegeldbezieher um 22 Prozent“, erklärte Gesundheitsreferentin LH-Stv. Beate Prettner. Auf diesen demografischen Wandel reagiert das Land mit der Einrichtung einer neuen Ausbildungsschiene zum Heimhelfer in Landwirtschaftlichen Fachschulen. Diese referatsübergreifende Maßnahme von Sozial- und Agrarreferat war ursprünglich geplant an der LFS Litzlhof, der LFS Althofen und der LFS Ehrental, neu dazugekommen ist nun die LFS Buchhof in Wolfsberg.

Interesse vorhanden

Umgesetzt wird die neue Ausbildung von den Lehrkräften der LFS (Fachbereich Betriebs- und Haushaltsmanagement) in Zusammenarbeit mit dem Kärntner Hilfswerk, das bereits seit längerem Heimhilfen ausbildet. Ein Lehrplan wird gerade erstellt. Mit der Ausbildung zum Heimhelfer werde in den LFS im zweiten Schuljahr begonnen. Sie umfasst einen Block zu 200 Stunden Theorie (erste Hilfe, Dokumentation, Ethik, Hygiene, Gerontologie usw.) und einen 200-stündigen Block Praxis in mobilen und stationären Betreuungseinrichtungen. Im dritten Schuljahr schließen die Schüler mit einer kommissionellen Prüfung ab. „Im Fachbereich arbeiten wir schon lange in diese Richtung und besuchen während des Unterrichts Senioren im Altersheim“ erklärte die Fachbereichsleiterin für Betriebs- und Haushaltsmanagement am BZ Litzlhof, Herma Hartweger. „Es gibt bei uns bereits ein achtwöchiges Pflichtpraktikum im Sozialbereich, aber bis jetzt haben wir dafür keinen Abschluss. Das Interesse an der Ausbildung zum Heimhelfer ist unter unseren Schülerinnen gut vorhanden“. Auch können Schüler auf die Heimhilfe aufbauend eine Pflegeausbildung absolvieren. Dass es in diesem Bereich besonders am Land künftig mehr ausgebildete Kräfte geben muss, hält die Fachbereichsleiterin für unumgänglich.

Neues Berufsfeld

Die Zahl der Pflegemitarbeiter will die Gesundheitsreferentin durch eine Ausbildungsoffensive massiv steigern. Aktuell kann man sich in einer einjährigen Ausbildung zum Pflegeassistenten, in einer zweijährigen Ausbildung zum Pflegefachassistenten und in einem dreijährigen FH-Studium zum Diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger schulen lassen. „Mit der neuen Ausbildungsschiene an den LFS starten wir nun mit einer vorgelagerten Ausbildung zur Heimhilfe – eine Ausbildung, die wesentlich ist, um ältere Menschen im Haushalt zu entlasten und dazu beizutragen, dass sie länger in ihrem gewohnten Umfeld leben“, so Prettner. Der Bevölkerungswandel trifft die ländlichen Regionen besonders, genau hier befinden sich die LFS. „Deren Absolventen haben einen besonderen Zugang zu Mehr-Generationen-Haushalten“, meinte LR Martin Gruber. Sie sind es auch, die vor Ort bleiben und Betriebe weiterführen. Für die Absolventen tut sich ein neues Berufsfeld mit Möglichkeiten eines Zusatzeinkommens zum landwirtschaftlichen Betrieb auf.


Weitere Bilder:
Horst Krainz (GF Hilfswerk), LHStv.in Beate Prettner, LR Martin Gruber, Maria Innerwinkler (LFS Fachinspektorin). Foto: LPD

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