Heiligenblut - Bergbahnen wollen Unterstützung


Bergbahnen benötigen Unterstützung

Mit einem Informationsschreiben wandte sich die Betreibergesellschaft der Bergbahnen Heiligenblut an die Bevölkerung, um Medienberichte über die Schieflage des beliebten Oberkärntner Skigebietes zu vervollständigen. Im Schreiben wird von einer schwierigen Situation gesprochen, in der sich die Bergbahnen befinden. Ein Betrieb sei nur mehr für heuer realistisch, wenn Unterstützungen ausbleiben.

Das Skigebiet Heiligenblut war heuer schon mehrmals in den Medien, vor allem weil angekündigt wurde, dass das Angebot angepasst wird und nicht mehr alle Lifte öffnen. Aufgrund der sehr schlechten vergangenen Wintersaison sei das Aufsperren im heurigen Winter nur durch einen Eigenkapitalzuschuss und die Hilfe des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) möglich gewesen. Gespräche zur nachhaltigen Absicherung der Bergbahnen über die aktuelle Saison hinaus wären nötig und wurden Anfang Dezember auch auf Initiative von Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig in Klagenfurt gestartet. Die Betreibergesellschaft analysiert in ihrem Schreiben die Situation und die Zukunft der Bergbahnen. In den letzten 20 Jahren wurden insgesamt rund 20 Mio Euro investiert, die Betreiber selbst haben in den letzten fünf Jahren knapp 2,5 Mio Euro an Eigenkapital zugschossen. „Niemand sollte aber die Augen vor der Tatsache verschließen, dass die Anzahl der Gäste und Nächtigungen in Heiligenblut in den letzten 15 Jahren um 40% eingebrochen sind“, heißte es weiter und dass der Betrieb nach dem heurigen Winter nicht gesichert sei. Man bemüht sich, an Zuschüsse und Investitionen von privater und öffentlicher Seite zu kommen. Weiter: „Sollte keine Lösung gefunden werden, müssen wir … unser Unternehmen schließen und Mitarbeiter freisetzen und die Anlagen ordnungsgemäß abbauen“. Die Mitarbeiter wurden auch bereits im Frühwarnsystem des AMS angemeldet, heißt es im Schreiben weiter. Das AMS Spittal wollte dies aus Datenschutzgründen nicht bestätigen. Franz Gruber, Sprecher der Betreibergesellschaft, bestätigte, dass es sich dabei um die 25 Fixangestellten handelt. Während der Wintersaison beschäftigen die Bergbahnen Heiligenblut rund 100 Mitarbeiter, von denen der Großteil nicht betroffen ist.

Infrastruktur fehlt

Heiligenbluts Bürgermeister Martin Lackner meinte: „Es ist festzuhalten, dass das Skigebiet eines der wunderbarsten in Kärnten ist und sich die Gemeinde für den Erhalt im Rahmen ihrer Möglichkeiten einsetzen wird. Die Entscheidung liege aber letztendlich beim Betreiber und nicht bei der öffentlichen Hand.“ Kürzlich habe die Gemeinde erst eine halbe Mio Euro in die Beschneiungsanlage investiert. Von der Wertigkeit her ist das Skigebiet in der Region besonders bedeutend, es hängen viele Arbeitsplätze dran. Aber es habe auch die Entwicklung der Infrastruktur nicht wie gewünscht stattgefunden, meinte Lackner, der verweist, dass er erst seit zwei Jahren Bürgermeister in Heiligenblut ist. „Großprojekte entwickelt man nicht in fünf Minuten“, wies er auf dieses Versäumnis hin.

Finanzspritze oder Infrastruktur-Ausbau

„Das Skigebiet muss weiterbestehen“, sagt Unternehmenssprecher Franz Gruber. Das sei auch von den Betreibern gewünscht. „Wir wollen und können den Betrieb nicht an die Wand fahren“, bestätigte er. In der öffentlichen Debatte sei es manchmal so rübergekommen, deshalb auch das Schreiben an die Gemeinden im Oberen Mölltal, die mit dem Skigebiet verbunden, bzw. davon wirtschaftlich abhängig sind. Man müsse das ganze Bild sehen. Darin werde auch deutlich, dass es in den letzten Jahren zu wenig Entwicklung der Infrastruktur gegeben habe, was sich jetzt im Ausbleiben der Gäste niederschlage. Mit dem Schreiben wollte man der Bevölkerung mitteilen, unter welchen Rahmenbedingungen ein Weiterbetrieb in Heiligenblut möglich sei. Gruber nennt zwei Szenarien: Zum einen Zuschüsse aus der öffentlichen Hand. „Wenn Land und Gemeinden sagen: wir tragen das mit“ und zieht den Vergleich zu Regionalbahnen und Schwimmbädern. Und nennt als zweite Variante eine stärkere Entwicklung des Skigebietes, was die Unterkunftssituation und die Betten anbelangt. Das daure aber Jahre, meinte Gruber. Inzwischen sei man jedenfalls auf Unterstützung angewiesen. Das Skigebiet aufgeben wolle niemand und sei auch nicht im Interesse des Betreibers, man sei optimistisch.

Bitte geben Sie in das Textfeld den gewünschten Suchbegriff ein!