Bauern protestieren vor Spar - Osttirol Online


Bäuerliche Protestaktion vor SPAR-Zentrallager für Kärnten und Osttirol

Bauernbund kritisiert „chronische Aktionitis“ der Handelsriesen und fordert angesichts gesunkener Einkommen einen Österreichbonus für heimische Qualität. 

Bauern wollen auf die unfaire Einkommenssituation aufmerksam machen. Dazu hat der Österreichische Bauernbund gemeinsam mit den Bauernbund Länderorganisationen Protestaktionen auf die Beine gestellt.  Bäuerinnen und Bauern protestierten in mehreren Bundesländern vor den Zentrallagern von SPAR Österreich. Auch der Kärntner Bauernbund beteiligte sich an der Aktion und organisierte eine Protestaktion vor dem Zentrallager von SPAR Kärnten und Osttirol in Maria Saal. Hintergrund der Protestaktion ist laut Bauernbund vor allem die unfaire Verteilung der Gewinne entlang der Wertschöpfungskette. So habe der SPAR-Konzern seinen Gewinn allein im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 9% auf 352 Millionen Euro gesteigert. Die Einkommen der Kärntner Bauern sind jedoch rückläufig; im Jahr 2018 betrug das Einkommensminus 7%. „Während die Kärntner Bauern angesichts der sinkenden Einkommen den Gürtel immer enger schnallen müssen, sprudeln die Konzerngewinne. Das ist nicht gerecht. So kann es nicht weitergehen!“ fasst der Landesobmann des Kärntner Bauernbundes, Johann Mößler die Situation zusammen. Als Ursache für die ungerechte Verteilung der Wertschöpfung ortet Mößler die extreme Marktmacht des Handels, die in Österreich besonders ausgeprägt ist. Immerhin teilen sich drei Konzerne knapp 90% des Marktes auf. Diese Marktmacht bekommen Bauern und Verarbeiter bei Preisverhandlungen beinhart zu spüren. Auch liefern sich die großen Handels-Riesen mittels Rabatt-Aktionen immer aggressivere Preis-Schlachten auf dem Rücken der Bauern.

Drei Forderungen an den Handel

Im Zuge der Protestaktion übergab Mößler der SPAR Geschäftsführung ein österreichweit akkordiertes Forderungspapier. Konkret verlangt der Bauernbund einen Stopp der „chronischen Aktionitis“ auf Lebensmittel. Diese seien laut Mößler nicht nur eine Geringschätzung gegenüber den Bauern, sondern sei auch einer der Hauptursachen für die immense Lebensmittelverschwendung. Des Weiteren verlangt der Bauernbund einen „Österreichbonus für heimische Qualität“. „Österreichische Standards zu Weltmarktpreisen sind nicht möglich“ so Mößler der im Zuge der Veranstaltung darauf hinwies, dass der Anteil der Wertschöpfung der bei den Bauern ankommt seit Jahren tendenziell sinkt. So lag der Bauernanteil bei Trinkmilch im Jahr 2013 noch bei rund 34% und ist aktuell auf unter 29% gesunken. Auch der oft irreführenden Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln müsse ein Riegel vorgeschoben werden. Mößler weis auf die rot- weiß- roten Fahnen auf Lebensmittelverpackungen hin, deren Rohstoffe nicht aus Österreich stammen. "Es darf nur Österreich signalisiert werden, wo Österreich drinnen ist“. Mößler siehtHandlungsbedarf bei einer praxistauglichen Umsetzung der Primärzutaten-Durchführungsverordnung.


Weitere Bilder:
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