Willi Liberda (Seeboden) - Osttirol Online


Willi Liberda (Seeboden)

Eingestellt am 07.08.2015

Der 57-jährige Willi Liberda ist seit kurzem Präsident beim Rotary Club Spittal/Drau. Der letzte Landesgendarmerie-Kommandant Kärntens möchte sein Clubjahr dem Motto „Sei` der Welt ein Geschenk“ widmen. Er ist weiters in der Mitgliedervertretung der Kärntner Landesversicherung sowie Träger des großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Kärnten und Julius-Kugy-Preisträger für sein Bemühen um ein partnerschaftliches Miteinander beider Volksgruppen. Brig. Liberda ist Ehrenpräsident des Kärntner Landesskiverbandes und war auch Präsident der Kärntner Wasserrettung. Er lebt in Seeboden und hat eine Tochter.

OVT: Brig. Liberda, was sind die Aufgaben eines Rotary-Clubs?

Willi Liberda: Rotary ist eine weltweite Organisation von Personen aus dem Berufs- und Geschäftsleben, die sich dem humanitären Dienst widmen und sich bemühen, hohe ethische Grundsätze im Berufs- und Privatleben vorzuleben. Der Jugendaustausch ist einer der Schwerpunkte Rotarys. Weltweit wird jährlich ca. 10.000 Jugendlichen unter dem Schutz der Rotary Clubs die Möglichkeit zu einem Kulturaustausch ermöglicht. Rotary leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Völkerverständigung und somit auch zum Frieden auf dieser Welt. Der RC Spittal hat derzeit etwa eine Schülerin aus Argentinien zu Gast. Sie absolviert ihr Schuljahr am BRG in Spittal. Im Gegenzug verbrachte eine Schülerin aus Spittal ein Jahr in Brasilien. Darüber hinaus finanzieren wir einer Studentin aus Bosnien ihren Studienaufenthalt an der Fachhochschule Spittal.

Wie entstanden die „Rotarier“?

Der amerikanische Rechtsanwalt Paul P. Harris gründete 1905 in Chicago den ersten Serviceclub. Mittlerweile gibt es über 34.000 in 215 Ländern. Harris hatte mit der Gründung die Absicht, in der Großstadt eine ähnlich stabile Wertegemeinschaft zu schaffen wie er sie als Kind auf dem Land erlebt hatte. Der Name Rotary engl. rotierend, drehend erwuchs ursprünglich aus dem wöchentlich wechselnden Treffpunkt der Mitglieder. Heute entspricht ihm der Brauch, die meisten Ämter im Club jährlich neu zu besetzen.

Welche Ziele haben Sie sich als Präsident gesetzt?

Ich habe die Ehre, die erfolgreiche Geschichte des Clubs für ein Jahr fortzuschreiben, es ist mir Erbe und Auftrag. Wenn wir das Motto „Sei der Welt ein Geschenk“ auch tatsächlich „leben“ und diesen Worten auch Taten folgen lassen, dann denke ich, dass wir schon viel bewirken: sei es innerhalb unserer Familien, unseren Partnern und Kindern gegenüber, sei es im Berufsalltag, egal ob als Chef oder als Mitarbeiter oder innerhalb unseres sonstigen sozialen Umfeldes wie Vereinen, beispielsweise dem Rotary Club. Die Pflege der Freundschaft ist mir ein Anliegen, denn ein Freund ist ein Mensch, vor dem man lauten denken darf. Gerade in der heutigen Leistungs- und Konsumgesellschaft, wo wir dahingehend manipuliert werden, uns nur mehr als Konkurrenten zu sehen, sollte die Zusammenkunft bei Rotary ein sicherer Hafen und damit ein Kraft spendender Ort vor den Stürmen des Alltags sein.

Sie sind auch Referent für Menschenrechtsfragen im Innenministerium?

Die Polizei ist die erste und größte Menschenrechtsschutzorganisation. Ich weiß, das löst im ersten Moment vielleicht etwas Unverständnis aus, ist aber so. Die Gewährung der Menschen- und Bürgerrechte erfordert eine öffentliche Gewalt – eben der Polizei. Diese Gewalt ist zum Vorteil aller eingesetzt und nicht für den besonderen Nutzen derer, denen sie anvertraut ist. Als Beispiel darf ich die Überwachung des Straßenverkehrs anführen: Hinter der Maßregelung eines Verkehrsteilnehmers sollte nur die eine Absicht stehen, den anderen Verkehrsteilnehmern die gefahrlose Benützung der öffentlichen Wege zu gewährleisten. Das gedeihliche Zusammenleben setzt nun mal das Einhalten gewisser Spielregeln voraus.

Häufen sich wirklich Delikte um den Vollmond?

Im Polizeialltag kann man vereinzelt feststellen, dass bei Vollmond der/die eine oder andere zu einer Aggressivität, Gewaltbereitschaft oder auch Depression  neigt, die an anderen Tagen erfolgreich unterdrückt wird. Dieses Verhalten kann eine Verstärkung erfahren, wenn Vollmond terminlich mit Lohnauszahlungen zusammen fällt, wenn also Alkohol und sonstige Berauschungsmittel gekauft werden können und reichlich fließen.

Haben Sie zu diesem Thema noch etwas anzumerken?

Ja, denn die Wissenschaft sagt nein dazu. Wir leben derzeit leider in einem Zeitalter, wo alles messbar sein muss. Was nicht zu messen ist, existiert quasi nicht. Als Protestant zitiere ich einen Papst, der es für mich sehr trefflich ausgedrückt hat: „Wer alles nur im Zähl- und Messbaren bewertet, wird irgendwann daran ersticken.“ Der Mensch ist Teil der Natur und damit auch in ihren Kreislauf eingebunden. In seiner Überheblichkeit stellt er sich nur allzu gerne außerhalb und teils sogar über die Natur, mit all den verheerenden Folgen. Ständig glauben wir, Natur- in Kulturlandschaft umwandeln zu müssen.

Welchen Wunschtraum haben Sie noch?

Mir war und ist bisher in meinem Leben sehr viel vergönnt gewesen, sodass eine tiefe Zufriedenheit und Dankbarkeit meine beinahe fast ständigen Begleiter sind. Da ich hauptsächlich das Allgemeinwohl im Auge habe und nicht Ich-bezogen bin, hätte ich - schmunzelnd - folgenden Wunschtraum: „Eine Welt, in der es kein Militär und keine Polizei bräuchte. Auch auf die Gefahr hin, dass ich arbeitslos wäre“.

Und wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“?

Es würde uns in der regionalen Berichterstattung etwas fehlen, gäbe es den Volltreffer nicht.

 


Sternzeichen: Steinbock

Beruf: Rotary-Präsident & Polizei-Brigadier

Lieblings-tiere: unsere 2 Katzen

Lebensmotto: Sei der Welt ein Geschenk

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