Thomas Morgenstern (Seeboden) - Osttirol Online


Thomas Morgenstern (Seeboden)

Eingestellt am 20.10.2014

Thomas Morgenstern 27 gab am 26. September offiziell seinen Rücktritt vom Skisprung-Sport bekannt. Er zählt zu den besten Skispringern aller Zeiten und mit seinen 14 gewonnenen Goldmedaillen acht bei Nordischen Skiweltmeisterschaften, drei bei Olympischen Winterspielen und drei bei Skiflug-Weltmeisterschaften zu den erfolgreichsten Medaillengewinnern Österreichs. Derzeit ist Thomas Morgenstern gern gesehener Gast bei vielen Terminen, doch die meiste Zeit gehört nun seiner Tochter Lilly in Seeboden.

OVT: Herr Morgenstern, was ist das für ein Gefühl für Sie, morgens als „Ex-Skispringer“ aufzuwachen?
Thomas Morgenstern: Es ist noch zu kurz und dauert sicher einige Zeit, um alles zu realisieren. Zudem hat sich nicht viel geändert, denn ich habe viele Termine und werde überall mit offenen Armen empfangen. Allerdings merke ich schon, dass etwa das Training nicht mehr so intensiv ist wie früher. Und natürlich genieße ich jetzt vor allem einmal sehr viel Zeit daheim mit meiner Tochter Lilly.

Warum wollten Sie nicht mehr weitermachen?
Es ist einfach nicht mehr gegangen, obwohl es seit Olympia 2014 in Sotschi körperlich wieder immer besser wurde. Doch speziell auf der Großschanze, und wenn es windig war, war immer dieses „überwinden müssen“ da. Ich wusste irgendwo: Ich will nicht mehr, denn ich will ja aus Leidenschaft, Spaß und Freude am Leben Skispringen. Daher wurden die Trainingseinheiten letztlich mühsam und sehr anstrengend.

Was wird Ihnen am meisten abgehen?
Insbesondere das Gefühl mit den Fans. Denn es ist ein extrem schönes Gefühl, auf der Schanze zu stehen und unten blickt man auf die bengalischen Feuer, die Fahnenmeere, dein Name wird durchgesagt und das Publikum tobt. Oder es wird einem zu Ehren die Bundeshymne am Stockerl gespielt. Das wird mir fehlen, denn diese Emotionen kann man nicht kaufen.

Was waren für Sie die schönsten Momente ihrer Karriere?
Das absolute Highlight war Olympia 2006 in Turin mit dem Doppel-Olympiasieg. Aber auch mein erster Weltcupsieg 2003 in Liberec/Tschechien mit 16 Jahren, weiters die zwei Weltcup-Gesamtsiege, der Gesamtsieg bei der Vierschanzen-Tournee 2011 und der Weltmeistertitel in Oslo im gleichen Jahr sind unvergesslich.

Und welche Momente prägten Sie besonders?
Beispielweise Oslo: Gerade dieser Erfolg war nach meinem schweren Sturz 2009 in Kuopio/Finnland sehr prägend, weil ich dann umso mehr Gas geben wollte und noch professioneller wurde. Aber der Kulm heuer, mit allem was dran hängt und wo ich nichts machen konnte, war das Schlimmste. Ich kann mich an nichts erinnern, habe kein Gefühl, wie es war, und ich kenne nur die Bilder davon.

Andi Goldberger kommentiert für den ORF. Wäre ein Co-Kommentator Thomas Morgenstern möglich?
Es ist zwar zurzeit kein Thema, doch darüber lässt sich reden – es vielleicht doch einmal zu probieren. Jedoch im Zuge dessen wieder zu springen, ist für mich definitiv ausgeschlossen, denn dann hätte ich ja nicht aufhören müssen. Dass ich es aber irgendwann wieder versuche, kann eventuell schon einmal passieren.

Welche Arbeit, welche Aufgabe könnte Sie in der Zukunft reizen?
Also der Hubschrauber „peckt“ mich schon sehr, daher ist der Berufspiloten-Schein ein Ziel. Ansonsten interessiert mich Sport generell, Motorsport und das Fliegen – auch da ist sicher einiges möglich. Ansonsten brauche ich weniger Stress und lasse es auf mich zukommen. Denn mir ist bewusst, dass ich jetzt in einem Leben bin, das länger als mein „spannendes“ Sportlerleben dauert. Wichtig ist mir aber schon ein geregelter Ablauf.

Sie sind ja schon durch die „Thomas Morgenstern-Arena“ des FC Lendorf mit dem Fußball verbunden. Wie sehr freut Sie als Spitzensportler und Kärntner eigentlich der Erfolg des RZ Pellets WAC?
Dieser Erfolg freut mich „volle“. Gerade auch deshalb, weil ich seit meiner Kindheit ein begeisterter Fußballer war und bin. Vielleicht werde ich ja in Zukunft vom Wintersportler gar zum Sommersportler! Meine Lieblingsposition am Platz ist übrigens die des Mittelstürmers.

Und wie gern lesen Sie denn den „Oberkärntner Volltreffer“?
Den „Volltreffer“ lese ich natürlich gerne. So liegt er gerade jetzt beispielsweise während des Interviews vor mir und ich bin mitten drin.

 


Sternzeichen: Skorpion

Beruf: Ex-Skisprungstar

Lieblings-Essen: Pizza

Lebensmotto: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren!

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