Prof. Peter Brandstätter (Spittal) - Osttirol Online


Prof. Peter Brandstätter (Spittal)

Eingestellt am 27.06.2014

Der 96-jährige Prof. Peter Brandstätter ist neben dem ehemaligen Bürgermeister Hellmuth Drewes und dem Industriellen Hans Peter Haselsteiner Strabag der dritte lebende Ehrenbürger der Stadt Spittal. Rund 6.000 Aquarelle, hunderte Portraits und mehr als 200 Fresken kennen seinen Pinselstrich. Ausstellungen führten ihn von Oberkärnten bis nach Köln und Bonn. Peter Brandstätter lebt mit Peter jun., Bildhauer, in Spittal, hat drei Kinder, vier Enkel und vier Ur-Enkelkinder.

OVT: Prof. Brandstätter, was bedeutet die Ehrenbürgerschaft für Sie?
Prof. Peter Brandstätter: Zum einen war es für mich eine volle Überraschung, denn ich hätte nie daran gedacht. Und es „kostet“ mir jetzt aber auch nicht den Kopf, weil ich noch viele Jahre ja arbeiten will. Vielmehr setze ich anstatt von Stolz und Eitelkeit nämlich auf „sich freuen“ zu können. Zudem hat die Freude auch den Vorteil, dass man damit viele anstecken kann. 

Was brachte Sie einst zur Malerei?
Gleich nach der Schule lernte ich Maler und Anstreicher und besuchte während dieser Zeit bereits Maler-Fachkurse in Villach. Weitere Fortbildungen machte ich autodidaktisch. Bis letztlich der Militärdienst von 1938 bis 1947 rief, aber auch in all diesen schweren Jahren blieb ich dem Malen, vor allem dem Portraits, treu.

Sie wurden damals vier Mal verwundet und in der Postojna gefangen genommen, kehrten erst 1947 wieder heim?
Wenn man die Kriegsjahre übersteht, lebt man danach „lockerer“ und wird kaum gekränkt. Ich war etwa beim Polen-Feldzug, an der Eismeer-Front in Narvik und geriet in der Postojna in Gefangenschaft. Bei der Gefangennahme infizierte ich mich mit Ruhr und wir marschierten fünf Wochen jeden Tag in etwa 25-30 km! Und als Tagesration musste beispielsweise eine halbe Kirsche ! mit einem Kameraden geteilt werden.

Diese Gefangenschaft hatte für ihre „Weltphilosophie“ Prägendes?
Ja. In dieser Zeit bin ich zweimal aus Erschöpfung zusammen gebrochen. Als ich dabei beim ersten Mal schon mit meinem Gesicht im Staub lag und sprach:  „Lieber Gott, wenn es hier nun zu Ende gehen soll – dann nehme ich es an“ ,packte mich plötzlich eine unsichtbare Kraft am Kragen und gab mir die Energie, mich wieder aus eigener Kraft aufzurichten. Das war kein Zufall.

Seit 1947 arbeiten Sie freischaffend, mit großer Liebe zu Aquarellen?
Selbst wenn ich nach dem Krieg 1947 sofort wieder freischaffend zu arbeiten begann, habe ich erst 1953 mein erstes flüssiges Aquarell-Bild gemacht. Ich liebe die Aquarell-Technik auch deswegen sehr, weil es vor allem mit viel Gefühl beim Malen zu tun hat. Ich mag aber auch die Ölmalerei, denn da kann man andere Themen aufgreifen, zudem kontrastreicher malen. In allen Fällen gilt aber: Das beste Material ist gerade gut genug.

Woher beziehen Sie die Ideen für Ihre Bilder?
Man kann es nicht bestimmen, es muss plötzlich passieren. Ob es dabei nun um  Landschaften, Bäume und Pflanzen, bei Menschen speziell die Kinder oder um  religiösen Themen handelt – wie bei meinem „Totentanz“-Zyklus, der zurzeit übrigens in Metnitz in einem Raum auf 14 m Länge ausgestellt ist. Andererseits geben aber auch der Zeitgeist oder die Medien Themen vor.

Seit 17. Mai gibt es nun Möglichkeit in der Galerie Peter & Peter Brandstätter viel von ihrem Lebenswerk zu sehen?
Mein Sohn Peter jun. ist der Initiator der Galerie und hat so meine Bilder für viele zugänglich gemacht. Geöffnet ist übrigens Dienstag und Donnerstag, außer an Feiertagen, von 17 bis 20 Uhr. Oder nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. 0664-5254611.

Hätten Sie noch einen besonderen Wunschtraum?
Tja, wenn ich noch „a Rückerl Zeit hätt` auf dieser Welt“, dann tat i mi getrau`n, doch noch a paar „nutze“ Bilder zu malen. Geistig ist nämlich der 100-er wohl kein Problem, körperlich jedoch bin ich schon ein bisserl „gezeichnet“.

Sie haben an einem 31. Dezember Geburtstag! Hat dieses Datum Vor- und Nachteile?
Ich bin kein großer Feierer. Daher halt ich es lediglich mit einem Gespräch zu Gott: „Dankschön fürs vergangene Jahr, und a Bittschön fürs neue Jahr!“

 


Sternzeichen: Steinbock

Beruf: Freischaffender Maler

Lieblings-Essen: alles, und mit gesundem Appetit

Lebensmotto: Demut und Bescheidenheit

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