Michael Winkler (Neusach/Weißensee) - Osttirol Online


Michael Winkler (Neusach/Weißensee)

Eingestellt am 29.01.2016

Der 39-jährige Michael Winkler übernahm 2007 das Unternehmen seines Schwiegervaters Christoph Domenig, gegründet 1963. Seither ist der gebürtige Steinfelder nun Chef der Werkstatt, des Bootsverleihs, betreibt weiters einen Bootshandel und organisiert für bootbegeisterte Kundschaft auch spezielle Wünsche. Michael Winkler lebt mit Ehefrau Martina in Neusach, hat zwei Töchter.

OVT: Herr Winkler, Sie übernahmen den Betrieb vom Schwiegervater im Jahr 2007. War`s „Liebe auf den ersten Blick“ oder schon auch „Tradition“?
Michael Winkler: Es war beides. Mich faszinierte schon immer der Werkstoff Holz. Da wir einen hauseigenen Bootsverleih haben, wollte ich mir nur anfangs so viel anlernen, dass ich den eigenen Bootsverleih in Schuss halten kann. Mit der Zeit wurde es dann Liebe auf den zweiten Blick.

Wie wird man Bootsbauer? Braucht es eine eigene Ausbildung?
Bootsbauer ist ein eigener Lehrberuf. Ich hatte die Möglichkeit meine Ausbildung von meinem Schwiegervater zu erlernen. Und durch zusätzliche Arbeit bei Bootsbauerkollegen konnte ich meine Fertigkeiten noch verbessern.

Wie sieht ein typisches Weißensee-Boot aus? Was sind die wichtigen Teile?
Am Weißensee gibt es drei Arten von Booten. Das Flachboot wurde früher als Arbeitsboot in Land- und Forstwirtschaft verwendet, heute ist es sehr beliebt bei Fischern. Das Kielboot ist wiederum ein sehr sportliches, aber auch zugleich ein leicht zu ruderndes Boot. Und das Spitzflachboot ist letztlich ein Mittelding zwischen Flach- u. Kielboot – sehr beliebt bei Fischern und Ausflugsgästen. Wichtige Teile sind Boden, Bodenwrangen, Spiegel, Steffen, Spanten, Dollbaum und „Plirschitz“ vorderer Abschluss des Flachbootes.

Gibt es eigentlich auch eine Hauptsaison für einen Bootsbauer?
Ja. Im Frühjahr von März bis Juni, im Herbst von September bis November.

Warum sind`s Lärchen- und Eichenholz perfekt? Welche Maschinen verwenden Sie, wie viel Handarbeit braucht es bei einem Boot?
Eichenholz ist mechanisch sehr stabil, wasserresistent durch Gerbsäure, optisch schön. Das Lärchenholz ist langlebig, feinfasrig, widerstandsfähig gegen Fäulnis und hat eine schöne Maserung. Bei den Maschinen braucht`s Bandsäge, Dickenhobel und Abricht. Sämtliche Teile werden von Hand ein- u. angefasst, Verbindungen mit dem Falzhobel gefälzt. Für all dieses benötigt man als Handwerkzeuge Zirkel, Bleistift, Meterstab, Schraubzwinge und Schleifpapier.

Wer bestellt bei Ihnen Boote? Haben Sie auch schon besonders ausgefallene „Stücke“ gefertigt?
Bei mir bestellt jedermann, je nach Verwendungszweck. Ob Fischer, Familien, sportlich Aktive aber auch Betriebe wie Hotels, Pensionen im In- und Ausland. Auch ein Ja zur anderen Frage: ob ein Kielboot als Bürotisch, ein Segelboot als Couch oder alte, nicht mehr renovierungsmögliche Boote wurden ebenfalls in aufwendiger Handarbeit nachgebaut.

Wie viel Zeit verbringen Sie selber mit ihren Booten am Wasser?
Wenn es die Arbeit zulässt, gehe ich mit der Familie ein bisschen rudern oder fischen.

Welchen Wunschtraum möchten Sie sich erfüllen?
Gesund und fit zu bleiben – und einmal nach Indien reisen.

Und wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“?
Sehr gut. Der „Oberkärntner Volltreffer“ bringt gute Berichte von der Umgebung.


Sternzeichen: Widder

Beruf: Elektriker und Bootsbauer

Lieblings-sänger: Joe Cocker

Lebensmotto: Geht nicht, gibt’s nicht!

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