Michael Sedlmaier (Rothenthurn) - Osttirol Online


Michael Sedlmaier (Rothenthurn)

Eingestellt am 25.01.2019

In der Entspannung liegt die Kraft

Michael Sedlmaier (45) lebt für fernöstliche Kampfkunst. Er unterrichtet Aikido – eine Art der Selbstverteidigung, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Japan von Meister Morihei Ueshiba als Synthese unterschiedlicher Budo-Disziplinen entwickelt wurde. Michael Sedlmaier lebt mit Ehefrau Klaudia, mit den Zwillingstöchtern Alexandra und Victoria sowie mit Sohn Valentin in Rothenthurn.

 

OVT: Herr Sedlmaier, was ist Aikido?

Michael Sedlmaier: Aikido ist eine Kampfkunst, die jede Form von Wettstreit ablehnt. Zentrale Prinzipien sind Gewaltlosigkeit und die Harmonisierung mit dem Partner. Es bedeutet Lernen in Bewegung mit dem eigenen Körper. Der Fokus liegt auf dem Training von Geist und Körper im Einklang mit seiner Umwelt. Das japanische Wort besteht aus den drei Silben:

AI – bedeutet „sich treffen“ oder „Harmonie“

KI – bezeichnet die zentrale Lebensenergie,

DO – ist der Weg

AI-KI-DO ist somit der Weg in Harmonie mit der zentralen Lebensenergie.

 

Stimmt der Vergleich, worin die flexible Trauerweide einem Sturm durch Biegen widerstehen kann, während die viel stabilere Eiche bricht, wenn der Wind zu stark ist? Braucht es beim Aikido also keinen Gegenangriff?

Die Techniken im Aikido sind fließend und erscheinen dem Betrachter oft als tänzerisch-choreographisch. Sie mögen nicht gefährlich erscheinen, könnten jedoch – auch wenn dies nicht Ziel des defensiven Aikidos ist – durchaus einen Gegner verletzen oder kampfunfähig machen. Einem Angriff wird ausgewichen und der Angreifer mittels Spiralbewegungen aus dem Gleichgewicht- und zu Fall gebracht. Spezielle Falltechniken erlauben aber selbst bei sehr schneller und dynamischer Durchführung von Griff- oder Wurftechniken unverletzt zu bleiben. Ein Gegenangriff erübrigt sich, weil im Aikido die Energie des Angriffes gegen den Angreifer selbst gerichtet wird.

 

Wie kamen Sie persönlich zum Aikido?

In den 1980er-Jahren wurde ich als Jugendlicher durch Filme von Steven Seagal auf Aikido aufmerksam und versuchte autodidaktisch Aikido zu üben, was natürlich nicht gelang. Zwischenzeitlich probierte ich unterschiedliche Kampfsportarten wie Kickboxen, Taekwondo und Judo aus. Etliche Jahre später wurde ich durch einen glücklichen Zufall auf ein kleines Zeitungsinserat „AIKIDO in Villach“ aufmerksam und bin seither Schüler von Meister Matti Joensuu.

 

Wo unterrichten, oder lehren Sie? Welche Kurse brauchten Sie dafür?

Ich übe und lehre mehrmals wöchentlich im Kimusubi Aikido Dojo in Villach, in der Pogöriacherstraße. Seit 2005 habe ich etliche Fortbildungsseminare bei japanischen Lehrern besucht und insgesamt acht Prüfungen bis zum zweiten DAN abgelegt.

 

Werden auch Meisterschaften im Aikido ausgetragen?

Im Aikido findet kein Messen gegeneinander, sondern vielmehr ein Entwickeln miteinander statt, weswegen es keine Wettkämpfe gibt. Die Ausführung der Techniken benötigt keine physische Kraft, daher kann Aikido von Personen jeden Alters und Geschlechts erlernt werden. Nach oben ist dem Alter keine Grenze gesetzt – auch nicht, was den Einstieg in das Training betrifft. Zur Bestätigung des eigenen Fortschrittes werden Prüfungen abgelegt.

 

Gibt es Unterschiede zwischen japanischen und anderen asiatischen Kampfsportarten?

Wesentlich ist der Unterschied zwischen Kampfkunst wie Aikido und einer kompetitiven Kampsportart wie etwa Judo, Karate oder Kendo. In nahezu allen wettkampforientierten Sportarten sind physische Voraussetzungen wie Kraft, Geschwindigkeit und Ausdauer für den Erfolg im Wettkampf unerlässlich. Der natürliche Alterungsprozess kann deshalb einschränkend wirken. Im Aikido spielen derartige Faktoren kaum eine Rolle. Während des Trainings ist vielmehr die Vielfalt (stärker-schwächer, größer-kleiner, älter-jünger) im gemeinsamen Üben miteinander entscheidend, um den eigenen Körper und seine Bewegungen bewusst zu erleben.

 

Dürfte man Aikido – etwa bei einer Raufhandlung – einsetzen, um einen Angriff nur „abzufedern“?

Kampfkunst und Kampfsport sind sicherlich dazu geeignet, sein Selbstvertrauen und damit auch die Wirkung auf Andere zu stärken. Gleichzeitig wird in allen seriösen Schulen und Vereinen auf Disziplin und Ausgeglichenheit Wert gelegt. Im Falle einer Verteidigung, sei es Notwehr oder Nothilfe, kann natürlich von allen Mitteln, die dazu geeignet sind einen Angriff abzuwehren, Gebrauch gemacht werden. Deshalb ist Aikido besonders zur Selbstverteidigung geeignet

 

Welchen Wunschtraum möchten Sie sich privat noch gerne erfüllen?

Eine Reise in den fernen Osten. Vorzugsweise nach Japan und natürlich Aikido-Training in traditionellen japanischen Dojos - das sind die Übungsräumlichkeiten - steht auf meiner Wunschliste relativ weit oben.

 

Und wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“?

Ohne zu Schmeicheln darf ich sagen, dass ich die regionale Berichterstattung im „Oberkärntner Volltreffer“ sehr schätze!

 

Kurz gefragt:

Beruf: Berufssoldat und Aikido-Lehrer

Sternzeichen: Steinbock

Ich höre gern (Musik): Blues und Boogie Woogie

Ich trinke gern: Tee, aber natürlich nicht nur

Lieblingstier: Moritz, unser Malteser

Lebensmotto: Geht nicht gibt´s nicht!


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