Michael Rainer (Villach) - Osttirol Online


Michael Rainer (Villach)

Eingestellt am 25.03.2016

Den 36-jährigen „Sifu“ Michael Rainer interessieren seit seiner frühesten Kindheit die fernöstlichen Kampfkünste. Im IWKA System, so sagt er, hat er seinen „Hafen“ gefunden. In den letzten Wochen war er vermehrt als Kursleiter für Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen ab 13 Jahren in Oberkärnten unterwegs. Michael Rainer lebt in Villach.

 

OVT: Herr Rainer, was bedeutet „Sifu“?

Michael Rainer: Sifu ist ein chinesischer Titel der so viel wie „väterlicher Lehrer“ bedeutet. Auch ein Koch ist beispielsweise ein Sifu für seine Lehrlinge.

 

Ihr Fachgebiet sind Kung Fu und Wing Tjun. Wie würden Sie das beschreiben?

Kung Fu ist ein falscher Überbegriff und bedeutet „harte Arbeit“. Kung Fu müsste eigentlich „Wu Shu“ oder „Kun Tao“ heißen. Es gibt ca. 250 bis 400 verschiedene Kung Fu-Stile. Bei Wing Tjun handelt es sich nicht um einen Sport, sondern um eine Kampfkunst. Es gibt keine Regeln und Punkte. Wer Kung Fu verstanden hat der weiß, dass er selber sein größter Gegner ist. Jemand, der Kung Fu macht, weil er kämpfen will, hat den Sinn nicht verstanden.

 

Warum ist Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen wichtig?

Aufgrund der immer aggressiver werdenden Gesellschaft ist es vor allem für Mädchen und Frauen wichtig, sich zu behaupten. Eine Ausbildung kann daher nie schaden. Bei uns lernt der Schüler über seine Grenzen zu gehen und sich und seine Mitmenschen besser zu verstehen. Durch das Training in der IWKA Kung Fu Akademie bekommt der Schüler ein stärkeres Selbstbewusstsein, eine positivere Lebenseinstellung, tut etwas für seinen Körper und seinen Geist und lernt auch, sich zu schützen.

 

Was lehren Sie in ihren Kursen?

Wing Tjun ist ein ganzheitliches Konzept. Wir wollen die Schüler gewaltfrei machen, aber mit dem nötigen Können ausstatten, diese Gewaltfreiheit auch schützen zu können. Ein chinesischen Sprichwort sagt: „Wenn du Frieden willst, dann bereite dich auf den Krieg vor.“ Damit ist gemeint, dass man seinen Frieden eventuell schützen muss und es ist besser ein Krieger im Garten zu sein als ein Gärtner im Krieg. Wir lehren sowohl Früherkennung und Prävention als auch die Verteidigung für den Ernstfall.

 

In diesem Zusammenhang hört man oft  von Pfefferspray!

Viele Personen kaufen sich gerade jetzt ein Pfefferspray ohne es aber jemals benutzt zu haben. Ich habe 15 Jahre in Wien gelebt und des Öfteren Pfefferspray benötigt. Auch habe ich am Oberlandesgericht Wien als Justizbediensteter eine Ausbildung im Umgang mit dem Pfefferspray absolviert. Dieses Wissen gebe ich in eigenen Pfefferspraykursen bei mir in der Akademie in Villach weiter. So ein Kurs ist notwendig, denn man kann sich auch selbst verletzen, wenn man nicht weiß wie man das Spray benutzt. Als Tipp sage ich immer: kauft euch bitte zwei Sprays und probiert eines davon irgendwo im Freien aus, damit ihr wisst, wie es funktioniert. Verwendet es dann aber nicht mehr, auch wenn ihr nur kurz gesprüht habt, denn man weiß nie, wie viel vom Treibgas verbraucht wurde. Es kann nämlich bei zu viel Treibgas-Verlust sein, dass der Strahl extrem nachlässt.

 

Bekamen Sie „Erfolgsmeldungen“ von ehemaligen Kursteilnehmerinnen?

Ja, uns haben schon einige Frauen geschrieben und sich für die Tipps und Tricks der Kurse bedankt, da sie entweder angegriffen oder belästigt wurden. Uns freut natürlich, dass wir helfen konnten, aber es macht uns auch traurig und nachdenklich, dass so etwas überhaupt sein muss.

 

Was raten Sie jemandem, der mit einer Kampfkunst bzw. einem Kampfsport beginnen will?

Der Stil sollte dem Interessenten gefallen und seinen Ansprüchen und Wünschen Folge tragen. Schaut euch mehrere Schulen an und redet mit dem Schulleiter und/oder den Ausbildern. Fragt immer nach, wer der Lehrer eures Lehrers und wer dessen Lehrer ist. Jemand, der keinen Lehrer mehr hat oder ein Geheimnis daraus macht was oft das Gleiche ist, wird den Schüler nicht weit bringen und teilweise sogar hinhalten da er ihn sonst verliert. Auch soll der Lehrer dem Schüler wie auch umgekehrt mit Respekt begegnen und ihn nicht von oben herab behandeln. Wir sind alle Reisende auf dem Weg des Kung Fu, meine Schüler gehen den Weg mit mir und ich brauche sie wie auch sie mich brauchen.

 

Welchem Hobby frönen Sie gerne abseits des beruflichen Alltags?

Mein Hobby ist mein Beruf. Ich habe also keine Arbeits- und Freizeit sondern nur Lebenszeit.

 

Welchen Wunschtraum möchten Sie sich erfüllen?

Ich bin ein reicher Mann, denn ich habe die wunderbarste Frau, bin gesund und lebe ein super Leben. Ich bin zufrieden und alles was passiert und kommt, ist gut so wie es ist.


Sternzeichen: Zwilling

Beruf: Landestrainer der IWKA Kung Fu Akademie Österreich

Lieblings-farbe: blau

Lebensmotto: Wenn jeder vor seiner eigenen Türe kehrt, ist es überall sauber.

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