Josef Brandner (Greifenburg) - Osttirol Online


Josef Brandner (Greifenburg)

Eingestellt am 07.12.2012

Seit Oktober ist der 52-jährige Josef Brandner Leiter der alpinen Einsatzgruppe im Bezirk Spittal. Einer von 32 österreichweit, die alle dem Bundesministerium für Inneres unterstellt sind. Laut aktuellen Statistiken wird die Exekutive zu rund 7.000 Unfällen im alpinen Gelände gerufen. Josef Brandner lebt mit Ehefrau Barbara und  zwei Söhnen namens Andreas Student und Fabian HTL-Schüler  in Greifenburg.

OVT: Herr Brandner, welches Aufgabengebiet deckt die Alpinpolizei ab?
Josef Brandner: Etwa  zwei Drittel des österr. Staatsgebietes ist alpines Gelände, auch dort hat die Exekutive kriminal- und sicherheitspolizeiliche Aufgaben zu erfüllen. Um diesem Auftrag nachkommen zu können, werden in den Regionen mit alpiner Topografie Beamte zu Alpinpolizisten ausgebildet. Diese Beamte  erheben Unfälle im alpinen Gelände und berichten darüber den Behörde. Außerdem verrichten sie Exekutivdienst im alpinen Gelände wie Suchaktionen, Fahndungen oder gewährleisten den Sicherheitsdienst bei Großveranstaltungen.  Auch die statistische Erfassung der Vorfälle sowie die Kontakthaltung mit den vorhandenen alpinen Vereinen und Verbänden sowie Rettungsorganisationen  gehören dazu.

Welche Voraussetzungen muss ein Alpinpolizist mitbringen?
Vielfach haben  Beamte, welche die Ausbildung zum Alpinpolizisten antreten, bereits Erfahrung beim Alpenverein, der Bergrettung oder einer ähnlichen Organisation  gesammelt.  Diese Vorkenntnisse sind für die weitere Ausbildung von großem Nutzen. Wie in allen anderen Sportarten gehört jedoch speziell für den Alpinpolizisten auch ein großes Maß an Verantwortung, körperliche Leistungsfähigkeit und die Bereitschaft, dorthin in den Einsatz zu gehen wo andere nicht mehr zurück können, dazu.

Gab es Einsätze, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
In den vielen Jahren meiner alpinistischen Tätigkeit ist es tatsächlich zu den unterschiedlichsten Einsatzanforderungen gekommen.  Als einer der prägendsten  Einsätze für mich war die Lawinenkatastrophe  im Jahre 1999 in Galtür und Valzur.  Ich war von dem Ausmaß dieser Katastrophe, dem großen menschlichen Leid,  der Zerstörungskraft der Schneemassen und der Hilflosigkeit der Menschen völlig überrascht.  Nur durch die jahrelange konsequente  und qualifizierte Ausbildung in der  Alpinpolizei, den Übungen und letztlich dem Willen, helfen zu wollen und  können,  ist es zuzuschreiben, das  der Alpinpolizist  auch in solchen Situationen funktioniert.

Waren Sie auch mit Skurrilem konfrontiert?
Im Rahmen eines Flugrettungseinsatzes mussten ich mittels Seilbergung ein wanderndes Ehepaar mit Hund – dieser war ca. 80 kg schwer und hatte einen Meter Schulterhöhe - aus dem unwegsamen Gelände bergen. Sowohl  Maulkorb als auch Hundetrage-Gurt waren  für dieses Exemplar von Hund viel zu klein. Offensichtlich hatte der Hund jedoch noch größere Angst als Pilot und Flugretter und so konnte auch dieser Einsatz zum Wohle der Beteiligten positiv abgeschlossen werden

Welche Anliegen sind Ihnen als Leiter der Spittaler Einsatzgruppe wichtig?
Grundsätzlich gilt es, die an uns heran getragenen Aufgaben zu bewältigen.  Diese Aufgaben können  nur gemeinsam mit den übrigen Einsatzorganisationen, wie Bergrettung, Feuerwehr, Rotes Kreuz, kurz gesagt den übrigen Blaulichtorganisationen, erledigt werden.  Damit diese Zusammenarbeit auch im Ernstfall funktioniert, sind ständige Kommunikation, Kontaktpflege und gemeinsame Übungen notwendig. 

Wie gefällt Ihnen der Oberkärntner Volltreffer?
Der OVT bringt sehr viel Informatives in jeden Haushalt.  Fachbeiträge finden sich ebenso wie ehrenamtliche Tätigkeiten und Menschen wie Du und Ich. Ich finde, eine sehr gute Mischung - es lohnt sich den OVT zu studieren.


Sternzeichen: Jungfrau

Beruf: Alpinpolizist und Bergführer

Lieblings-Kärntner Hausmannskost und mediterrane Küche

Lebensmotto: Jeden Tag mit positiver Einstellung begegnen.

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