Herta Kerschbaumer (Lamnitz) - Osttirol Online


Herta Kerschbaumer (Lamnitz)

Eingestellt am 28.01.2013

Die 67-jährige Herta Kerschbaumer hat sich sehr in den Dienst der kirchlichen Öffentlichkeit gestellt. Die Mölltalerin ist Mesnerin in der Pfarrkirche Rangersdorf und in der bekannten Wallfahrtskirche „Marterle“. Herta Kerschbaumer ist Mutter von zwei Söhnen namens Andreas und Alfred, der sie auch zur Oma ihres Enkels Matthias machte.

OVT: Frau Kerschbaumer, wie wurden Sie eigentlich Mesnerin?
Herta Kerschbaumer: Der Glaube und die Kirche waren für mich stets wichtig. 1991 „überredete“ mich der damalige Pfarrer Ignaz Weyrer, die Rangersdorfer Kirche zu betreuen. Sein Nachfolger, Pfarrer Michael Lercher, sorgte dafür, dass ich als Mesnerin auch das „Marterle“ mit übernehme. Das fiel mir allerdings nicht wirklich schwer, weil diese Kirche seit meiner Kindheit eine große Anziehungskraft auf mich ausübte und ich außerdem die Berge und die Natur liebe. Auch heute noch gibt es mir viel, wenn ich nach getaner Arbeit vor dem „Marterle“ sitze und „gaunitzen“ kann.

Das „Marterle“ ist ein besonderes Juwel?
Die Kirche ist auf 1.861 m Seehöhe gelegen und Kärntens höchste Wallfahrtskirche. Die Grundsteinlegung erfolgte am 31. Mai 1902 im Beisein von 2000 Wallfahrern. Baubeginn war am 14. Juli selbigen Jahres und am 22. Juni 1906 nahm der Fürstbischof Dr. Josef Kahn die Konsekration Anm. d. Red. Weihung, Heiligung der Kirche vor. Papst Pius X. verlieh Ablässe und Privilegien,  so darf am Samstag nach dem Fronleichnamsfest, am Jakobitag, am Maria Namen Sonntag und am Michaelitag  in dieser Kirche der päpstliche Segen erteilt werden. Das „Marterle“ ist ein beliebtes Ausflugsziel. An schönen Tagen sind täglich sicher mehr als 50 Besucher dort, bei besonderen Festen, wie dem „Marterlesonntag“, werden sicher über 150 Autos gezählt. Ein großer Parkplatz befindet sich ca. 20 Gehminuten von der Kirche entfernt, „eine Rosenkranz-Länge“, wie Pfarrer Weyrer sagte!

Welche Aufgaben hat eine Mesnerin?
Als Mesnerin hat man u.a. dafür zu sorgen, dass alles bereit ist, was der Pfarrer für die Messe braucht. Die Glocken werden geläutet, die Kirche gereinigt und geschmückt, je nach Jahreszeit und den kirchlichen Festen entsprechend. Dazu gehört auch die Vorbereitung von Feldmessen oder das Herrichten von Statuen für Prozessionen. Als Mesnerin ist man  Ansprechpartner für die ganze Pfarre, von der Wiege bis zur Bahre. Ich nehme auch Messintentionen entgegen – und wenn keine Ministranten verfügbar sind, wird auch ministriert. In der „Marterle“-Kirche, die von Mitte Mai bis Ende September untertags geöffnet ist, kommt zu meinen Tätigkeiten noch dazu, dass ich Besuchergruppen diesen besonderen Ort und seine Geschichte vorstelle. Hierhin kommen auch oft Gruppen mit eigenem Priester, da muss auch alles passen. Alles in allem ist das Aufgabengebiet recht umfangreich, da muss man auch schon „a weng“ denken! Ich bin sehr froh darüber, dass einige „fleißige Hände“ mithelfen, wie z.B. beim  Auf- und Zusperren der Kirchen.

Wie schaut es mit dem Nachwuchs bei Mesnern aus?
Für Kleinigkeiten sind Aushilfen oder Vertreter gern bereit. Sind etwa größere Umbauten in den Kirchen oder bei der 100-Jahr-Feier im Jahr 2006, sind viele Damen am Werk. Aber jemanden ständig dafür zu finden, ist trotz intensiver Suche sehr schwierig. Durch den Priestermangel in den Pfarren sind Mesner heute mehr gefordert als früher, sie sollten sich auch bei den Messbüchern auskennen. Dabei ist noch anzumerken, dass unser jetziger Priester ist schon der achte in meiner Wirkungszeit ist!

Gab es in all den Jahren auch „Hoppala´s“?
Aber ja. Für eine Sonntags-Messe sollte mich einmal jemand mit zum Marterle hinauf nehmen, vergaß mich jedoch. So machte ich mich zu Fuß auf den Weg. Viele Autos fuhren vorbei, erst Pfarrer Lercher blieb stehen und fragte erstaunt: „Aber Dirndle, was machst denn du do?“ Ich antwortete“ „Dirndle bin i zwar kans mehr, aber brauchen wird´s mi wohl!“ Auch eine Hochzeitsbraut musste schon einmal in Erikas Alpengasthaus „auf Händen getragen“ werden – es war zu viel Schnee, um selber auf die Toilette zu gehen!

Und wie viel „Lustiges“ hat der Oberkärntner Volltreffer zu bieten?
Ich warte schon immer hart auf den Volltreffer, weil er mir einfach sehr gut gefällt. Besonders gefallen mir natürlich die Kommentare meiner Lamnitzer „Fast-Nachbarin“ Maria Spitaler.

 


Sternzeichen: Widder

Beruf: Mesnerin und Pensionistin

Lieblings-Lied: Pfiat s´Gott, liebe Alm

Lebensmotto: Mi bringt nix aus der Ruah!

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