Ernst Lochner (Obervellach) - Osttirol Online


Ernst Lochner (Obervellach)

Eingestellt am 31.10.2014

Der 54-jährige Ernst Lochner ist seit insgesamt 19 Jahren als Reisebus-Chauffeur unterwegs. Mittlerweile brachte es der Mölltaler bereits auf über zwei Mio. Kilometer mit seinen Fahrgästen. Ernst Lochner lebt mit Ehefrau Melitta in Obervellach, hat eine Tochter namens Karina.

OVT: Herr Lochner, braucht ein Busfahrer generell gute Nerven?

Ernst Lochner: Mehr als nur gute Nerven, man braucht auch Geduld und muss Ruhe bewahren können. Dazu hilft einem auch eine gute Menschenkenntnis, denn man muss den Fahrgast auch mit einem gewissen Schmäh nehmen können. Egal, ob jetzt einer eben etwas schwieriger oder ohnehin angenehm ist.

War dieser Beruf ein Kindheitstraum oder spielte der Zufall Regie?

Zufall trifft es eher, weil ich nämlich beim Bundesheer nicht Beamter werden wollte. Dort habe ich alle Fahrprüfungen gemacht, so auch den Busschein, somit hatte ich schon einmal die Berechtigung. Eines Tages sah ich eben einen Postbus und dachte mir bloß: „Des wär ka blede Idee!“

Was fällt in das Aufgabengebiet des Busfahrers?

Das Fahren selbst, zudem kann die Reiseleitung und Betreuung dazu kommen, wie kürzlich bei der letzten Südengland-Reise, wo sogar meine Frau als Helfer einsprang . Nicht zu vergessen weiters das Be- und Entladen der Gepäcksstücke der Fahrgäste. Bei den Hotels wiederum ist man fürs Ein- und Auschecken oder auch bei Problemen zugegen. Und gerade wenn man weit auf Reisen ist, kommt noch das Bus reinigen hinzu. Also man kann den Reisebus-Chauffeur gut und gern als die „Königsliga der Personentransports“ bezeichnen.

Sie waren aber auch schon bei ihren Reisen als Kellner im Einsatz?

Zweimal ist es mir schon passiert, dass ich in Gastbetrieben sogar meine eigenen Fahrgäste bediente. Wie im burgenländischen Markt Allhau, wo der Wirt schlichtweg auf mich vergessen hatte, trotz Anrufs im Vorfeld. Es war allerdings kein großes Malheur, bin ich doch gelernter Koch/Kellner.

Ein Vorfall war aber dennoch besonderer Natur?

Das stimmt. Nach dem Mittagessen in einer Brauerei in Budweis/Tschechien fehlte plötzlich bei der Abfahrt um 13 Uhr ein Fahrgast, eine 68-jährige Dame. Nach zwei Stunden intensiver Suche mussten wir leider endgültig aufbrechen. An nächsten Tag bekam ich dann vom Büro bestätigt, dass die Dame am WC verschlafen hat und selbst das Rufen anderer Gäste bei der Suche nicht hörte.

Wie schaut es mit dem Reisbusfahrer-Nachwuchs aus?

Schlecht. Denn es ist schon ein „familienfeindlicher“ Beruf, weil man ja viel und lang oft unterwegs ist. Darüber hinaus ist die Ausbildung kostspielig, das diesbezügliche Modul-System zu langwierig- und dann kommen noch die routinemäßigen Gesundheitschecks alle fünf Jahre dazu. Daher sieht man junge Fahrer eher noch im Linienverkehr.

Ihr „Wunschtraum“ erfüllte sich bereits vor zwei Jahren?

Ja, ich bin dankbar, dass ich mit über 50 Jahren noch einen tollen Job bei einem Osttiroler Busunternehmen bekam. Und es passt von der Chefetage bis hinunter. Doch einen anderen Wunschtraum hätte ich vielleicht auch noch: Eine schöne Kreuzfahrt. Man sieht als Busfahrer zwar viel, aber man hat halt nicht Zeit, sich alles genauer anzusehen.

Wie gefällt Ihnen der Oberkärntner Volltreffer?

Bestens, denn meinen jetzigen Job verdanke ich sogar dem OVT. Als ich nämlich Anfang 2012, nach dreieinhalb Jahre als Lokführer beim Gotthard-Tunnel/CH, wieder zurückkam - las ich das diesbezügliche Inserat darinnen. Andererseits bin ich ja oft wochen- oder tagelang fort, da kann ich im OVT wieder alles in Ruhe zu Hause nachlesen, was in der Region so geschehen ist.

Busfahrer erzählen gern Witze! Haben Sie schnell einen für die Leser parat?

Vier Steirer sind beim Milch trinken erstickt – die Kuh hat sich hingelegt!


Sternzeichen: Krebs

Beruf: Reisebus-Chauffeur

Lieblings-essen: Hausmannskost. Mein Lieblingstier: Katze

Lebensmotto: Nein gibt es nicht, zuerst probieren!

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